Vorfall am Werse-Radweg
Hund und Herrchen durch Bisse verletzt

Drensteinfurt -

Bei einer Beißattacke sind „Lutz“ und sein Herrchen Kai Peppmeier verletzt worden. Der Vorfall hat sich auf dem Werse-Radweg ereignet, der von Spaziergängern und Radfahrern genutzt wird. Die Familie hat Anzeige gegen den Halter erstattet, auch das Ordnungsamt ist eingeschaltet.

Samstag, 13.10.2018, 06:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 06:00 Uhr
Die Wunden an Ohr und Schulter sind noch deutlich zu erkennen: „Lutz“ wurde von einem anderen Hund angegriffen, beim Einschreiten wurde sein Herrchen an der Hand verletzt.
Die Wunden an Ohr und Schulter sind noch deutlich zu erkennen: „Lutz“ wurde von einem anderen Hund angegriffen, beim Einschreiten wurde sein Herrchen an der Hand verletzt. Foto: Nicole Evering

Glück im Unglück haben „Lutz“ und sein Herrchen Kai Peppmeier am vergangenen Samstag gehabt. „Wenn mein Mann nicht dazwischen gegangen wäre, dann wäre unser Hund jetzt tot.“ So bewertet Nicole Peppmeier den Vorfall, der sich in der Bauerschaft Averdung zugetragen hat.

Auf dem Werse-Radweg sind regelmäßig Jogger, Spaziergänger und Radfahrer unterwegs. Auch die „Hunde-Runde“ von Familie Peppmeier führt dort entlang. Aber schon häufiger soll es in der Vergangenheit zu Zwischenfällen mit den Hunden eines Anwohners gekommen sein.

Die Tiere, so Peppmeier, liefen frei herum, das Gelände sei nicht ausreichend gesichert. Die Hunde würden bellen und knurren – und beißen augenscheinlich auch zu. „Mehrere mir bekannte Personen können vergleichbare Aussagen machen und meiden diesen öffentlichen Weg nach Sendenhorst – aus Angst vor den aggressiven Hunden“, schildert Nicole Peppmeier die Situation auch in einer E-Mail, die sie am Montag an das Ordnungsamt verschickt hat.

Vom Fahrrad gestürzt

Den Vorfall am Samstag, den auch die Polizei so bestätigt, beschreibt sie wie folgt: Ihr Mann war auf dem Fahrrad unterwegs, Hund „Lutz“ lief angeleint nebenher. Plötzlich sprang ein Hund auf den Weg und griff den sechsjährigen Deutsch-Drahthaar-Pudelpointer-Mix an. In dem Trubel stürzte Kai Peppmeier vom Fahrrad und griff dann ein, um seinem Tier zu helfen. Dabei wurde er mehrfach in die Hand gebissen. Auch „Lutz“ hat schwere Wunden an Ohr und Hals davon getragen, musste in der Tierklinik Lüdinghausen notoperiert werden. Kai Peppmeier wurde ebenfalls vom Rettungsdienst behandelt und anschließend ins Herz-Jesu-Krankenhaus gebracht. Die Polizei wurde hinzugerufen, die Peppmeiers haben Anzeige erstattet.

Bereits im August habe besagter Hund den Vierbeiner der Peppmeiers bei einem abendlichen Spaziergang angefallen. Erst durch das Einschreiten des Besitzers habe das Tier von „Lutz“ abgelassen. „Eine Quittung des Tierarztes liegt mir vor“, schreibt Nicole Peppmeier in ihrer E-Mail ans Ordnungsamt – das sie auch schon nach dem Vorfall im August kontaktiert hatte.

Den Kontakt gesucht

Schon da, so erklärt Ordnungsamtsleiter Martin Brinkötter auf WN-Anfrage, habe man den Kontakt zum Halter gesucht. Denn man nehme, insbesondere nach dem Doggen-Angriff in Mersch vor einiger Zeit, solche Hinweise sehr ernst. Aber die „geringe Härte“ des Vorfalls habe damals keine weiteren Maßnahmen gerechtfertigt. Dass es nun zu diesem schwerwiegenden Zwischenfall gekommen ist, bedauert Brinkötter sehr. Er sei nach dem Gespräch mit Nicole Peppmeier am Montag erneut tätig geworden. „Denn ich lasse nicht zu, dass irgendjemand in Drensteinfurt Angst vor einem Hund haben muss.“

Am Donnerstagmorgen habe es einen Ortstermin zusammen mit der Kreisveterinärin gegeben. „Wir haben als sofortige mündliche Anordnung ein Anleingebot ausgesprochen“, sagt Brinkötter. Der Hund darf also nur noch an der Leine und nur vom Besitzer selbst, der sich einsichtig und reumütig gezeigt habe, ausgeführt werden. Sollte gegen diese Anordnung verstoßen werden, droht ein Zwangsgeld oder in letzter Konsequenz der Entzug des Hundes.

Des Weiteren werden noch ein Gutachten der Kreisveterinärin, die sogenannte Verhaltensprüfung, abgewartet und Zeugen befragt, um den Fall abschließend bewerten zu können. Parallel ermittelt die Polizei, die ihre Erkenntnisse an die Staatsanwaltschaft weiterleitet. Diese beurteilt dann, ob der Vorfall in Averdung weiter verfolgt oder wegen Geringfügigkeit zu den Akten gelegt wird.

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