Lange Lieferzeiten für E-Autos
Hersteller haben Nachfrage unterschätzt

Kreis Warendorf -

E-Autos sind immer noch teuer, aber die Reichweiten sind inzwischen passabel (300 bis 400 Kilometer), außerdem gibt es deutlich mehr Ladesäulen. Doch das alles hilft interessierten Käufern nicht weiter. Viele müssen lange auf ein Elektrofahrzeug warten. Auch im Kreis Warendorf.

Donnerstag, 18.10.2018, 07:44 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 18.10.2018, 06:01 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 18.10.2018, 07:44 Uhr
Auf bis zu neun Monaten Lieferzeit für ein E-Auto müssen sich Kunden einstellen. Und einige Autohändler im Kreis Warendorf haben derzeit überhaupt kein Elektro-Auto im Verkauf.
Auf bis zu neun Monaten Lieferzeit für ein E-Auto müssen sich Kunden einstellen. Und einige Autohändler im Kreis Warendorf haben derzeit überhaupt kein Elektro-Auto im Verkauf. Foto: dpa

Das ärgert so manchen Autohändler. „Der Opel-Corsa soll erst im nächsten Spätherbst auf den Markt kommen. Im Moment könnten wir gar kein E-Auto liefern“, sagt Thorsten Stahlhut vom Autohaus Dartmann in Telgte. Auch andere Opel-Händler im Kreis sind nicht besser aufgestellt.

Monatelange Wartezeiten

Das Autohaus Mertens in Beckum weist darauf hin, dass in diesem Herbst der Ford Focus als E-Auto auf den Markt kommen soll. „Bislang kann ich aber weder ein genaues Datum noch einen Preis nennen“, schränkt Achim Wiese ein.

Bei Hankemeier in Warendorf werden nicht nur Ford-, sondern auch Kia-Fahrzeuge verkauft, letztere sind als E-Autos lieferbar. „Nach Angaben des Herstellers dauert das aber fünf bis sechs Monate“, erzählt Vitali Frank.

Noch länger braucht man bei Beresa in Warendorf. Der Mercedes-Benz-Händler gibt für den Elektro-Smart eine Lieferzeit an, die zwischen sechs und neun Monaten liegt. „Es sind aber weitere E-Modelle in der Produktion. Ab 2019 werden wir deutlich besser aufgestellt sein“, betont Jan Beilmann.

Zwei bis neun Monate

Der VW-Händler Auto Weber (Ahlen und Beckum) hat dagegen mehrere E-Modelle im Verkauf. Auf längere Wartezeiten müssen sich die Kunden aber auch bei VW einstellen. „Die Lieferzeiten für den e-Golf liegen bei vier bis fünf Monaten, für den VW-up sind es zwei bis drei Monate“, informiert Friedrich Embert.

Wer mit einem BMW liebäugelt, sollte ebenfalls mit zwei bis drei Monaten rechnen. „Nur den BMW i3 könnten wir in wenigen Wochen liefern, ist Peter Artkamp vom Autohaus Hakvoort in Warendorf zuversichtlich.

Relativ zügig geht es auch bei Renault. „Wir können innerhalb von drei bis vier Monaten liefern“, sagt Susanne Block vom Autohaus Teufel (Ahlen und Beckum).

Fördertopf prall gefüllt

Die langen Lieferzeiten, darin ist sich Block mit vielen Autohändlern einig, machten deutlich, dass etliche Hersteller die Nachfrage nach E-Autos unterschätzt hätten.

Dabei ist der Fördertopf für Elektro- und Hybridfahrzeuge, den Staat und Hersteller jeweils zur Hälfte zur Verfügung stellen, mit rund 1,2 Milliarden Euro noch immer prall gefüllt. Gezahlt wird ein Umweltbonus in Höhe von 4000 Euro. Weil das Förderprogramm bislang wenig in Anspruch genommen wurde, gibt es Überlegungen, die Frist, die am Stichtag 30. Juni 2019 enden soll, zu verlängern.

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