Drehstart für den Spielfilm „Mach dein Ding!“
Lindenbergs Leben auf Leinwand

Gronau -

Der Panikrocker Udo Lindenberg (72) schraubt weiter kräftig am eigenen Legendenstatus: Vor wenigen Tagen haben auf einem alten Bahngelände in Duisburg-Wedau die Dreharbeiten zum Film „Lindenberg! Mach dein Ding“ begonnen. 

Mittwoch, 17.10.2018, 19:30 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 17.10.2018, 19:30 Uhr
Das Filmteam um Jan Bülow (3. v. r.) als junger Udo Lindenberg
Das Team des Udo-Films. Kameramann Sebastian Edschmid (v.l.n.r.), Produzent Johannes Pollmann, Regisseurin Hermine Huntgeburth sowie die Schauspieler Claude Heinrich (junger Udo), Jan Bülow, Julia Jentsch und Charly Hübner. Foto: LETTERBOX / Tom Trambow

Der Film erzählt die Geschichte des kleinen Udo aus Gronau, der „eigentlich nie eine Chance hatte und sie doch ergriffen hat“ – und zu Deutschlands bekanntestem Rockstar wurde. Mit dabei: Detlev Buck, Max von der Groeben, Charly Hübner, Julia Jentsch – und Shootingstar Jan Bülow als Udo Lindenberg. Der Film soll Anfang 2020 in die deutschen Kinos kommen.

Im Gronau der späten 40er und frühen 50er Jahre waren die Folgen des Krieges und der Nazi-Herrschaft noch sehr präsent. Früh verspürte Lindenberg den Drang, aus dem trostlosen Provinz-Alltag auszubrechen, und er fand sein Ventil in der Musik: Schon als Zwölfjähriger spielte er Schlagzeug in der „Old Time Jazzband“, später trommelte er unter anderem in renommierten Profi-Ensembles wie Klaus Doldingers „Passport“.

Ein Jahr in der libyschen Wüste

In Duisburg, aktuell Schauplatz der Dreharbeiten, besuchte der noch jugendliche Lindenberg tagsüber das Jazz-Konservatorium, abends haute er bei „Tante Olga“ in Duisburg-Ruhrort auf die Pauke.

Udo Lindenberg - eine Karriere in Bildern

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  • Udo Lindenberg wurde am 17.5.1946 in Gronau geboren. Seit 1968 lebt er überwiegend in Hamburg. 1971 veröffentlichte er seine erste Platte mit Steffi Stephan am Bass. Es folgten viele weitere und bis heute überrascht er immer wieder mit neuen Werken.

    Udo Lindenberg ist politisch sehr engagiert, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wird als einer der wichtigsten Kulturschaffenden Deutschlands angesehen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Udo Lindenberg stand am 9. November 2014 beim Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf der Bühne. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

    Foto: dpa
  • Am 31. März 2012 gab Udo Lindenberg mit seinem Panikorchester das zweite von drei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena in Köln. Diese drei Shows markierten den Abschluss der "Ich mach mein Ding"-Tournee. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die «3 eiligen Könige» abgebildet auf einer UNICEF-Weihnachtskarte. Lindenberg rief 2013 zur Hilfe für Kinder auf, die "in unbeschreiblichem Elend leben müssen".

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  • Am 7. Juni 2014 gab Udo Lindenberg in Düsseldorf das erste von vier Open-Air-Konzerten. Hier zu sehen mit Steffi Stephan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Sänger trat am 9. November 2014 auf dem Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

    Foto: dpa
  • Udo Lindenberg stand am 9. November 2014 beim Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf der Bühne. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

    Foto: dpa
  • Am 7. Juni 2014 gab Udo Lindenberg in Düsseldorf das erste von vier Open-Air-Konzerten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 31. März 2012 gab Udo Lindenberg mit seinem Panikorchester das zweite von drei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena in Köln. Diese drei Shows markieren den Abschluss der "Ich mach mein Ding"-Tournee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der deutsche Rockmusiker und sein Panikorchester beim Auftritt in der Veranstaltung «Für den Frieden der Welt» am 25.10.1983 in Ost-Berlin im Palast der Republik. Vier Lieder durfte Lindenberg, der acht Jahre um eine Auftrittsgenehmigung in der DDR gekämpft hatte, bei dem von der FDJ organisierten Konzert singen. «Gitarren statt Knarren»: Kein Künstler hat sich so stark für die deutsche Wiedervereinigung eingesetzt wie Udo Lindenberg.

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  • Am 17.5.2006 feierte Udo seinen 60. Geburtstag.

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  • Udo Lindenberg, sein Musical-Double Serkan Kaya und Showmaster Thomas Gottschalk stießen mit Eierlikör am 12.2.2011 bei "Wetten, dass..?" in Halle (Saale) an.

    Foto: Jan Woitas/dpa
  • Der Musiker zeigt seine Comet-Trophäe am 23.5.2008 in Oberhausen bei der Verleihung des VIVA COMET 2008. Für die Preise des Musiksenders VIVA waren ausschließlich nationale Künstler nominiert. Lindenberg bekam den Preis für sein Lebenswerk.

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  • Der Rockmusiker sitzt an seinem ersten Schlagzeug vor dem von ihm gemalten Bild "Du sollst dir kein Bildnis machen" im Haus der Geschichte in Bonn. Der Musiker besichtigte die Ausstellung "Keine Panik - Udo Lindenbergs bunte Republik".

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  • Am 17. Oktober 2008 gaben Udo Lindenberg und das Panikorchester (im Bild: Steffi Stephan) in der ausverkauften Grugahalle in Essen ein Konzert im Rahmen der "Stark wie Zwei"-Tournee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lindenberg stand am 9.11.2013 in Berlin im Theater am Potsdamer Platz neben seiner neuen Wachsfigur, die seit dem 11.11.2013 im Madame Tussauds Berlin zu sehen ist. Der bekannte Kult-Musiker wurde von Anfang an von den Besuchern ganz oben auf die "Wunschliste" gesetzt. Zum fünften Geburtstag des Berliner Wachsfigurenkabinetts wurde damit die 100. Figur ausgestellt.

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  • Am 7. Juni 2014 gab Udo Lindenberg in Düsseldorf das erste von vier Open-Air-Konzerten in dem Jahr. Zum Konzertbeginn schwebt er übers Publikum Richtung Bühne.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "The Dixie Devils" war die erste Band von Udo Lindenberg in seiner Heimatstadt Gronau. Bei dieser Aufnahme freuten sich die Bandmitglieder über den ersten Lohn, den sie für einen Auftritt erhalten hatten - so auch Udo Lindenberg (3.v.r.).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor seiner Sanges-Karriere war Udo Lindenberg Schlagzeuger - unter anderem in Klaus Doldingers Band Passport. Deshalb setzt er sich immer noch gerne mal ans Schlagzeug - wie hier am 20. Juli 2004 in Gronau bei der Eröffnung des Rock'n'Popmuseums.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Udo Lindenberg am 16. Mai 2015 in Gronau bei der Einweihung des Lindenberg-Denkmals.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gäste auf der Bühne: Helge Schneider und Steffi Stephan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Seit den Anfangstagen steht Steffi Stephan aus Münster neben Udo auf der Bühne - als Bassist im Panikorchester.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die großen Bühnen gewohnt - wie hier im Düsseldorfer Fußballstadion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die großen Bühnen gewohnt - wie hier im Düsseldorfer Fußballstadion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freunde: Thomas Stein, Udo Lindenberg, Steffi Stephan und Peter Maffay bei einem Fest auf Mallorca.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bei seinem Auftritt am 10. Mai 2002 auf dem Domplatz Münster begrüßte Lindenberg auf der Bühne auch Yvonne Catterfeld.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Udo Lindenberg am 20. Juli 2004 in Gronau bei der Eröffnung des Rock'n'Popmuseums. Adresse: Udo-Lindenberg-Platz . . .

    Foto: Gunnar A. Pier

Die Regie bei „Lindenberg!“ führt Hermine Huntgeburth („Tom Sawyer“), das Drehbuch stammt aus der Feder von Alexander Rümelin, Christian Lyra und Sebastian Wehlings. Der Film spannt den Bogen von der Kindheit bis zum ersten, alles entscheidenden Bühnenauftritt in Hamburg 1973, von Rückschlägen mit seiner ersten LP bis zu seinem Durchbruch.

Gedreht wird nach Angaben der Produktionsgesellschaft unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hamburg – Lindenbergs Wahlheimat – sowie in Marokko. Dort dürfte es um eine besondere Episode in Lindenbergs Leben gehen: Anfang der 60er Jahre spielte der damals 17-Jährige ein Jahr lang auf einer US-Militärbasis in der libyschen Wüste. Später tat er sich schwer, diese Zeit zu verarbeiten.

Comeback vor gut zehn Jahren

Inwieweit seine Heimatstadt Gronau Schauplatz des Filmes sein soll, ist noch nicht bekannt. Kulissen gäbe es zur Genüge – unter anderem das Elternhaus an der Gartenstraße Nr. 3 und das Rockmuseum am Udo-Lindenberg-Platz 1, wo dem Rockstar künftig eine eigene Themenwelt gewidmet wird.

Mindestens so lohnenswert wie eine filmische Aufarbeitung der Karriere-Anfänge dürfte ein Blick auf das große Comeback sein, das Lindenberg vor gut zehn Jahren feierte: Im gehobenen Alter startete die selbst ernannte „Nachtigall“ noch einmal durch, veröffentlichte zwei Nummer-eins-Alben. In Kürze erscheint sein zweites „MTV Unplugged“-Album, aus dem er eine Single vorstellte.

Udo Lindenberg und Gronau - ein Streifzug durch die Jahrzehnte

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  • Schon als Zwölfjähriger spielte Udo Lindenberg Schlagzeug in einer Band. Später war er unter anderem Mitglied von Klaus Doldingers „Passport“.

    Foto: Archiv Hanspeter Dickel
  • Ein Bild aus dem Jahr 1962: Udo Lindenberg noch ohne Brille und Hut...

    Foto: Archiv Hanspeter Dickel
  • Udo Lindenberg und Gronau - ein Streifzug durch die Jahrzehnte Foto: Heinrich Niehoff
  • Udo Lindenberg und Gronau - ein Streifzug durch die Jahrzehnte Foto: Heinrich Niehoff
  • Udo Lindenberg mit Rockröhre Giana Nannini

    Foto: Heinrichr Niehoff
  • Bei der Eröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau am 20. Juli 2004 ließ sich Lindenberg von den Fans feiern.

    Foto: gap
  • Er kann es immer noch: Bei der Eröffnung des Rock‘n‘Popmuseums spielte Lindenberg Schlagzeug.

    Foto: gap
  • Ein Bild aus älteren Gronauer Tagen.

    Foto: aho
  • Als Udo Lindenberg zum Ehrenbürger Gronaus ernannt wurde, hielt sein alter Kumpel und WG-Kollege Otto Waalkes die Laudatio.

    Foto: Guido Kratzke
  • Udo Lindenberg bei der Einweihung des Lindneberg-Denkmals in Gronau.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Udo Lindenberg bei der Einweihung des Lindneberg-Denkmals in Gronau.

     

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel: Udo Lindenberg gab schon viele Konzerte in Gronau - das bisher letzte im Juli 2016.

    Foto: Hartmut Springer
  • Heimspiel: Udo Lindenberg gab schon viele Konzerte in Gronau - das bisher letzte im Juli 2016.

    Foto: Hartmut Springer
  • Beim Heimspiel-Konzert 2016 zeigte sich Lindenberg auch den vielen Fans, die zum Public Viewing vor der Gronauer Bürgerhalle gekommen waren.

    Foto: Klaus Wiedau
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