Nach Farb-Aktion mit Verletzten
Polizei durchsucht Greenpeace-Standorte im Münsterland

Münsterland -

Nachspiel einer Aufsehen erregenden Aktion: Im Juni haben Greenpeace-Aktivisten den Kreisverkehr rund um die Berliner Siegessäule mit Farbe in eine Sonne verwandelt. Doch die Aktion hat ein juristisches Nachspiel. Jetzt wurden Geschäftsräume der Umweltorganisation durchsucht - auch im Münsterland.

Donnerstag, 08.11.2018, 16:38 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 08.11.2018, 16:02 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 16:38 Uhr
Nach Farb-Aktion mit Verletzten: Polizei durchsucht Greenpeace-Standorte im Münsterland
Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace tragen rund um den Großen Stern an der Siegessäule ökologisch abbaubare und -waschbare Farbe auf (Luftaufnahme mit einer Drohne). Mit dem Farbprotest unter dem Motto "Sonne statt Kohle" protestieren sie gegen die Sitzung der Kohlekommission. Foto: dpa

Einen Tag nach den bundesweiten Hausdurchsuchungen im Zuge der Greenpeace-Protestaktion vom 26. Juni an der Siegessäule in Berlin hat die Generalstaatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, dass auch in Ahlen sowie in Halle (Westfalen) Durchsuchungen stattgefunden haben. Es gehe darum, die insgesamt rund 50 an der Aktion Beteiligten namhaft zu machen, teilte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft mit.

Greenpeace-Aktivisten hatten 3500 Liter gelbe Farbe auf dem mehrspurigen Kreisverkehr um die Siegessäule verteilt. Von oben sollte so das Bild einer als Symbol für die Energiewende entstehen. Durch die aufgetragene Farbe sei es in der Folge zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen, so die Generalstaatsanwaltschaft. Unter anderem seien ein Motorradfahrer sowie ein Fahrradfahrer gestürzt. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Beteiligten daher gefährlichen, verkehrsfremden Eingriff in den Straßenverkehr vor – nach deutschem Recht eine Straftat.

Kritik von Greenpeace

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die Berliner Justizbehörden wegen Durchsuchungen von Büros und Wohnungen heftig angegriffen. Greenpeace-Sprecher Christian Bussau sagte: «Ich glaube, dass das vorgeschoben ist. Das ist ein Versuch, Greenpeace einzuschüchtern. Man will uns mundtot machen. Das ist ein Versuch, den friedlichen Protest zu unterdrücken.»

Greenpeace-Aktivisten färben Straßen gelb

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  • Aktivisten der Umweltschutz-Organisation Greenpeace tragen am Dienstagmorgen (26.6.) rund um den Großen Stern an der Siegessäule ökologisch abbaubare und -waschbare Farbe auf.

    Foto: Paul Zinken
  • Die Autos, die durch die Farbe fuhren, ließen den Kreisverkehr um die Berliner Siegessäule aus der Luft wie eine Sonne aussehen.

    Foto: -
  • Mit dem Farbprotest unter dem Motto "Sonne statt Kohle" protestieren sie gegen die Sitzung der Kohlekommission.

    Foto: Paul Zinken
  • Greenpeace-Aktivisten färben Straßen gelb Foto: Paul Zinken
  • Greenpeace-Aktivisten färben Straßen gelb Foto: Paul Zinken
  • Greenpeace-Aktivisten färben Straßen gelb Foto: Paul Zinken
  • Greenpeace-Aktivisten färben Straßen gelb Foto: Paul Zinken
  • Greenpeace-Aktivisten färben Straßen gelb Foto: Paul Zinken

Greenpeace sei sehr besorgt und fassungslos angesichts der Unverhältnismäßigkeit der Dursuchungen, sagte Bussau. «Das ist ein Angriff auf die Zivilgesellschaft und das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf das Recht, friedlich für die Zukunft der Menschen und Klimaschutz zu demonstrieren.» Greenpeace habe jetzt seine Anwälte eingeschaltet.

29 Büros und Wohnungen durchsucht

Nach der Farbaktion im Juni in Berlin waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Mittwoch 29 Büros und Wohnungen durchsucht worden. Laut Greenpeace waren darunter in Hamburg das Hauptbüro, ein Lager und Räume der Greenpeace Medien-GmbH.

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