Gerichtsprozess
Werdender Vater fährt ohne gültigen Führerschein - 3000 Euro Strafe

Ochtrup -

Weil er als Fahrer mit einem Auto unterwegs war, ohne im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis zu sein, hat das Amtsgericht Steinfurt am Mittwoch einen 27 Jahre alten Ochtruper zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt, die unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Freitag, 09.11.2018, 08:50 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 09.11.2018, 08:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 09.11.2018, 08:50 Uhr
Einen gültigen Führerschein konnte der Angeklagte nicht vorweisen.
Einen gültigen Führerschein konnte der Angeklagte nicht vorweisen. Foto: dpa/Norbert Försterling

Die Staatsanwaltschaft warf dem Angeklagten vor, im April dieses Jahres mit einem Pkw von Bad Bentheim nach Rheine gefahren zu sein, ohne einen Führerschein zu besitzen. Aufgedeckt wurde die Straftat durch eine Geschwindigkeitskontrolle, bei der er wegen zu schnellen Fahrens geblitzt wurde.

Der Angeklagte räumte sein Fehlverhalten ohne Umschweife vollständig ein. In seiner Einlassung schilderte er, dass ihn in Bad Bentheim die Nachricht erreicht habe, dass die Mutter seines ungeborenen Kindes in der 26. Schwangerschaftswoche mit Blutungen ins Krankenhaus in Rheine gebracht wurde. „Ich wollte ihr in dieser schwierigen Situation beistehen. Alles andere im Kopf war weg“, so die Aussage des werdenden Vaters. Im Juni sei das Kind geboren worden, immer noch ungefähr fünf Wochen zu früh.

Der Vorsitzende Richter hielt dem Angeklagten vor, dass bereits sechs einschlägige Eintragungen im Bundeszentralregister verzeichnet seien. Die letzte Bewährungszeit sei gerade erst eine Woche vor der erneuten Straftat abgelaufen.

In seinem Urteil folgte das Gericht weitgehend dem Antrag des Staatsanwaltes. Wegen der günstigen Sozialprognose hielt der Richter eine Bewährungsstrafe für angemessen und setzte die Bewährungszeit auf drei Jahre fest. Außerdem hat der Angeklagte eine Geldstrafe von 3000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen, und erst nach einer Sperrfrist von 18 Monaten kann er wieder einen Führerschein erwerben.

Der Angeklagte nahm noch im Gerichtssaal das Urteil an, das nach der Zustimmung der Staatsanwaltschaft rechtskräftig wird. „Kümmern Sie sich um Ihr Kind und lassen die Autos stehen“, lautete die abschließende Ermahnung des Richters.

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