Bistum will kooperieren
Sexuelle Gewalt: Staatsanwaltschaft prüft Anzeige

Münster -

Auch die Staatsanwaltschaft Münster prüft derzeit eine Kollektiv-Anzeige wegen des Verdachts sexueller Gewalt gegenüber Minderjährigen im Bistum Münster. Sechs Stafrechtsprofessoren und das säkulare Institut für Weltanschauungsrecht hatten bundesweit Strafanzeige wegen Kindesmissbrauchs gegen Unbekannt gestellt.

Montag, 12.11.2018, 17:28 Uhr aktualisiert: 12.11.2018, 19:08 Uhr
Ende September stellten (v.l.) Bistumssprecher Dr. Stephan Kronenburg, Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs), der damalige Generalvikar Dr. Norbert Köster und die Präventionsbeauftragte Beate Meintrup die Studie zur sexuellen Gewalt im Bistum vor.
Ende September stellten (v.l.) Bistumssprecher Dr. Stephan Kronenburg, Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs), der damalige Generalvikar Dr. Norbert Köster und die Präventionsbeauftragte Beate Meintrup die Studie zur sexuellen Gewalt im Bistum vor. Foto: Gunnar A. Pier

Die Anzeige beruft sich auf die Missbrauchsstudie der Deutschen Bischofskonferenz. Sie wurde flächen­deckend allen zuständigen Staatsanwaltschaften in den Gebieten der 27 deutschen Bistümern zugestellt.

Keine neuen Anzeigen 

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, Martin Botzenhardt, teilte mit, dass die Staatsanwaltschaft auch früher schon Anzeigen des Bistums und ihres Missbrauchsbeauftragten nachgegangen sei. Nach der jüngsten Studie, die nach Aktenlage des Bistums seit 1946 insgesamt 138 Beschuldigte und 450 Opfer ergab, seien bislang keine neuen Anzeigen von Missbrauchsopfern eingegangen. Gleichwohl nehme die Staatsanwaltschaft die Anzeige der sechs Juristen und des Instituts ernst und werde diese prüfen.

Etliche Fälle verjährt

Problem: Etliche Fälle sind verjährt, zahlreiche Beschuldigte verstorben. Wie Bistumssprecher Stephan Kronenburg mitteilte, wollen sich Staatsanwaltschaft und Generalvikar Klaus Winterkamp am Dienstag treffen. „Wir kooperieren“, sagte Kronenburg. „Was wir im rechtlich nötigen und möglichen Rahmen tun können, werden wir tun.“

Die Juristen und das Institut fordern in ihrer Anzeige konkrete Ermittlungen wie „eine Durchsuchung von Archiven und die Beschlagnahme der vollständigen, nicht anonymisierten Akten“ der Bistümer. Die Studie der Deutschen Bischofskonferenz hatte für die Zeitspanne von 1946 bis 2014 sexuelle Vergehen an 3677 Minderjährigen und 1670 beschuldigte Kleriker aufgelistet. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher liegen.

Bistum Münster stellt Studie zu sexuellem Missbrauch vor

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  • Dr. Stephan Kronenburg (Sprecher Generalvikariat), Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster), Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) und Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Das Medieninteresse war groß.

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  • Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster)

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  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

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  • Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster)

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  • Dr. Stephan Kronenburg (Sprecher Generalvikariat), Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster), Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) und Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Stephan Kronenburg (Sprecher Generalvikariat), Bernadette Böcker-Kock (Ansprechperson für Verfahren bei Fällen sexuellen Missbrauchs im Bistum Münster), Dr. Norbert Köster (Generalvikar des Bistums Münster) und Beate Meintrup (Präventionsbeauftragte des Bistums Münster) am 25. September 2018 im Generalvikariat Münster bei der Pressekonferenz zum sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

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  • Generalvikar Dr. Norbert Köster

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