Leichenfunde
Vier Männer in Enschede erschossen

Enschede -

(Aktualisiert) In einem Gebäude in Enschede, in dem Zubehör zur Cannabiszucht verkauft wird, hat die Polizei am Dienstag vier tote Männer gefunden. Sie wurden offensichtlich regelrecht hingerichtet.

Mittwoch, 14.11.2018, 14:00 Uhr aktualisiert: 14.11.2018, 14:26 Uhr
Leichenfunde: Vier Männer in Enschede erschossen
Die niederländische Polizei ist am Dienstag mit einem Großaufgebot in Enschede im Einsatz gewesen. Foto: Angelique Kunst

Es dürfte das schwerste Verbrechen in der Geschichte der Region Twente sein: Vier Männer sind am Dienstagnachmittag in einem Gebäude in Enschede tot aufgefunden worden. Sie sind erschossen worden, wie die Polizei Twente am Mittwochmittag auf einer Pressekonferenz bekanntmachte.

Die vier wurden offensichtlich regelrecht hingerichtet. Die Tat ereignete sich laut Polizei Dienstagnachmittag. Bei den Toten handelt es sich um einen 34-Jährigen und einen 27-Jährigen aus Hengelo, einen 43-Jährigen aus Enschede und einen 62-Jährigen aus Arnheim.

Deutliche Anzeichen für Gewaltdelikt 

Die Chefin der Polizei Twente, Karlijn Baalman, teilte auf einer Pressekonferenz mit, dass in den ersten Notrufen an die Polizei am Dienstagnachmittag  zunächst von zwei Toten die Rede gewesen war. In dem betreffenden Gebäude an der van Leeuwenhoekstraat wurden die beiden Toten auch sofort gefunden.  Kurz darauf entdeckten Beamte in einem anderen Teil des Gebäudes die beiden anderen Leichen. Aufgrund der Auffindesituation sei sofort klar gewesen, dass es sich um ein Gewaltdelikt gehandelt habe. 

Anwohner hatten am Dienstag berichtet, sie hätten in der Nacht zuvor Knallgeräusche vernommen, außerdem sei ein Auto mit durchdrehenden Reifen von dem Haus weggefahren. Doch diese Wahrnehmungen haben mit den Todesschüssen offenbar nichts zu tun. 

„Absoluter Tiefpunkt“

Das Gebäude beherbergte einen sogenannten Growshop, in dem Gerätschaften  für die Cannabiszucht verkauft werden. Doch es diente auch illegalen Aktivitäten: Wie Staatsanwalt Vincent Smink bestätigte, waren dort bei einer Kontrolle im Juni 17 Kilo Hanf beschlagnahmt worden. Damals waren zwei Männer verhaftet worden – sie gehören zu den Todesopfern, die am Dienstag entdeckt wurden. Die Ermittlungen nach den Tätern  laufen weiterhin auf Hochtouren.

Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen verurteilte die Tat während der Pressekonferenz als „absoluten Tiefpunkt“. Er habe den Growshop schon im Juni schließen lassen wollen. Doch das sei nicht durchzusetzen gewesen. Die Einschätzung war, dass die öffentliche Sicherheit durch den Fund der Drogen nicht ernsthaft genug in Gefahr gewesen sei. Eine Warnung sei den Betreffenden allerdings zugegangen. Bei einer Kontrolle im Oktober sei nichts Verdächtiges entdeckt worden. 

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