145 Kilo Marihuana sichergestellt
„Das ist Drogen-Großhandel“

Greven/Wettringen -

145 Kilo Marihuana für einen geschätzten Straßenverkaufswert von 1,45 Millionen Euro: Was Beamte der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) des Zollfahndungsamts Essen und des Polizeipräsidiums Münster in einem Kleintransporter in Wettringen beschlagnahmten, fasst Pressesprecherin Heike Sennewald so zusammen: „Das ist schon Großhandel.“

Freitag, 23.11.2018, 09:46 Uhr aktualisiert: 23.11.2018, 10:27 Uhr
Beim Abbau der Indoor-Plantage wurden die Ermittler durch das THW Greven unterstützt. In dem Transporter waren die Drogen zwischen anderen Lieferungen verpackt..
Beim Abbau der Indoor-Plantage wurden die Ermittler durch das THW Greven unterstützt. In dem Transporter waren die Drogen zwischen anderen Lieferungen verpackt.. Foto: Jens Keblat/Zoll

Die Hauptverdächtigen, zwei 33- und 36-jährige Deutsche aus dem Kreis Steinfurt wurden am vergangenen Samstag bei der Ankunft des Kleintransporters an einer Lagerhalle am Industrieweg verhaftet.

Am Dienstag darauf schnappte die Falle am Grünen Weg in Greven zu: Eine 52-jährige Tatverdächtige wurde verhaftet.

Nach einer Durchsuchung konnte im Keller ihres Wohnhauses eine professionell eingebaute Indoor-Cannabis-Plantage mit fünf Cannabispflanzen und etwa 90 Cannabissetzlingen abtransportiert werden. Im Garten befanden sich weitere 30 Cannabispflanzen. Darüber hinaus wurden verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz gefunden: drei Springmesser, Elektroschocker, Butterflymesser und ein Totschläger.

Seit August auf der Spur der Dealer

Ebenfalls in U-Haft sitzt der 62-jährige kroatische Fahrer des Transporters, in dem sich vier große Kartons mit Marihuana befanden.

Für die Fahnder, die seit August auf der Spur des Drogendeals waren, zeichnet sich damit ein neuer Vertriebsweg ab. Vermehrt kämen in jüngster Zeit Drogen aus Anbaugebieten im südlichen Balkan, etwa Albanien, erklärt Pressesprecherin Heike Sennewald: „Woher das Marihuana genau kam, wissen wir aber noch nicht.“ Üblicherweise werden Drogen für das Münsterland über die niederländische Grenzen nach Deutschland vertrieben.

Das Geschäft könnte sich allerdings verschieben, wie früher bereits der Handel mit illegalen Zigaretten: „Der ging traditionell von Ost nach West, heute eher von West nach Ost“, sagt Sennewald.

Plantage bleibt ein Rätsel

Neben den Drogen wurden von den Ermittlern über 70 000 Euro Bargeld und drei Fahrzeuge sichergestellt.

Die Cannabis-Plantage im Grevener Keller bleibt angesichts der üppigen Drogenlieferung aus dem Balkan ein Rätsel. Die Kellerpflanzen seien deutlich mehr, als ein Konsument für den Eigenverbrauch benötigen würde, heißt es beim Zoll. Allerdings handele es sich nicht um einen dicken Fisch. Sennewald: „125 Pflanzen – da kennen wir deutlich größere Anlagen.“

Drogen-Razzia am Grünen Weg in Greven

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Der Anbau von Cannabis ist in Deutschland – anders als in den Niederlanden – verboten. Inzwischen gibt es allerdings in medizinischen Fällen Cannabis auf Rezept.

Die Tatverdächtigen befindet sich in Untersuchungshaft, das Verfahren gegen sie führt die Staatsanwaltschaft Münster. Die Zerschlagung dieser Tätergruppierung quittieren der Zoll in Essen und Münsters Polizei als Bestätigung ihrer jahrelangen Zusammenarbeit gegen die organisierte Kriminalität.

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