Rettungsschwimmerin Barbara Ernst ergattert weiteren Titel
Mit allen Wassern gewaschen

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Bei der WM in Australien ergatterte Barbara Ernst jetzt einen Titel als Vize-Weltmeisterin. Eine von vielen Trophäen, die die Sendenerin gesammelt hat. Die Kombination von Ausdauer, Kraft, Technik und Ausrüstung fasziniert die 51-Jährige, die auch im „Cabrio“ trainiert hat. Dort allerdings ist sie quasi mit halber Kraft voraus durchs Wasser gepflügt.

Freitag, 07.12.2018, 18:16 Uhr aktualisiert: 07.12.2018, 21:01 Uhr
Rettungsschwimmerin, die aber noch nie Hilfe leisten musste: Barbara Ernst stand gerade abermals bei einer Weltmeisterschaft auf dem Treppchen.
Rettungsschwimmerin, die aber noch nie Hilfe leisten musste: Barbara Ernst stand gerade abermals bei einer Weltmeisterschaft auf dem Treppchen. Foto: di

Sie reiste nach „Down Under“ und landete ganz oben – auf dem Siegertreppchen. Barbara Ernst, eine mit allen Wassern gewaschene Rettungsschwimmerin, räumte bei der Weltmeisterschaft in Adelaide ab: Unter anderem einen Titel als Vize-Weltmeisterin ergatterte die Sendenerin bei den Wettkämpfen in Australien. Schwimmen ist seit jeher ihr Hobby. Das sie übrigens weder mit den beiden Kindern noch mit dem Ehemann Meinolf Ernst teilt: „Da gibt es keinen Zwang. Hauptsache ist, dass alle Sport treiben.“

Schwimmhäute sind der vielfachen Titelträgern seit ihren Kindertagen nicht gewachsen, aber sie zieht gerne eine Antriebshilfe an. In Adelaide heimste sie in ihrer Paradedisziplin 100 Meter Schwimmen und Retten mit Flossen den zweiten Platz ein. Unter den mehreren Dutzend Kolleginnen beim internationalen Baywatch-Treffen seien einige „ernsthafte Konkurrentinnen“ gewesen. Auch bei den weiteren Wettkampf-Aufgaben, vom Puppe retten bis Sprint am Strand, landete die Sendenerin weit vorne.

Kein bloßes Kacheln zählen

Bloßes „Kacheln zählen“ auf dem Weg zur Weltspitze? – mitnichten, stellt die 51-Jährige klar. Gerade die Vielfalt von Ausdauer, Kraft, Technik und Ausrüstung macht für die ausgezeichnete Sportlerin die Faszination aus. Schon als sie in Ostbevern aufwuchs, schloss sie sich Schwimmverein und örtlicher DLRG an, blieb aber den Lebensrettern treu. Trainiert wurde vor Ort und in der Sportschule der Bundeswehr im benachbarten Warendorf.

Mit halber Kraft voraus durchs „Cabrio“

Ein gewisser Aufwand, um trainieren zu können, war auch für die Vorbereitung der diesjährigen WM nötig. Auf der 50-Meter-Bahn im Telgter Waldschwimmbad pflügte die kaufmännische Angestellte direkt nach der Arbeit in Münster durchs Wasser und suchte regelmäßig das Fitness-Studio auf. Ihre Bahnen zog und zieht die Athletin, die für Gelsenkirchen startet, auch im Sendener „Cabrio“. Teils während der DLRG-Zeiten, teils während das Bad für alle geöffnet ist. Optimale Bedingungen, das war Barbara Ernst klar, herrschten dort nicht. Obschon quasi mit einer „Mission“ unterwegs, habe sie im gut bevölkerten Becken die Bremse gezogen. „Ich habe es nicht ausgereizt“, sagt die Sendenerin, die allein als Mitglied der Nationalmannschaft der Rettungsschwimmer bis 1995 insgesamt 13 WM-Titel und mehrfache Rekorde nach Hause brachte. Von Wolfgang Schäuble wurde ihr 2005 das „Silberne Lorbeerblatt“, die höchste Auszeichnung für Sportler, verliehen.

Wettkampf und Urlaub in Down Under

Auf den Lorbeeren ausgeruht hat sie sich nicht. Und ihrem Wettkampf-Spirit will Barbara Ernst weiterhin folgen. Trips auf eigene Kosten und ohne Familie bis nach Australien werden aber die Ausnahme bleiben, wo die fünfköpfige Mannschaft aus Gelsenkirchen noch drei Wochen mit dem Wohnmobil unterwegs war. Auf der Ocean-Road von Adelaide bis Melbourne – fast immer am Wasser entlang.

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