„Aktenzeichen XY .. ungelöst“
Fünf Tatverdächtige nach Geldboten-Coup festgenommen

Gronau -

Im spektakulären Coup mit den falschen Geldboten in Gronau hat die Polizei einen ersten Erfolg erzielt. Fünf Tatverdächtige sind in der vergangenen Woche festgenommen worden. Wie die Polizei jetzt mitteilte, machte die Gruppe in Gronau mutmaßlich nicht zum ersten Mal große Beute. 

Donnerstag, 13.12.2018, 08:37 Uhr aktualisiert: 13.12.2018, 16:57 Uhr
„Aktenzeichen XY .. ungelöst“: Fünf Tatverdächtige nach Geldboten-Coup festgenommen
Der spektakuläre Geldtransport-Coup an der K+K-Zentrale in Gronau ist offenbar zu großen Teilen gelöst. Die Polizei sucht aber noch weitere Komplizen. Foto: Polizei

Die Tatverdächtigen seien 25 bis 44 Jahre alt und aus Recklinghausen, Köln und Marl. Sie gehörten zu einer Gruppe, die für die Tat in Frage kommen. Das teilte Kommissar Guido Sprave von der Kreispolizei Borken in der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY ... ungelöst“ mit. 

Vor der Tat in Gronau soll die Gruppe bereits im Juni 2017 in Werne und  im Dezember 2016 in Dortmund große Geldsummen aus Geldtransportern und Geldautomaten gestohlen haben, teilte die Polizei jetzt mit. Dazu sollen sie Schlüssel nachgemacht, Codes geknackt und so Beträge in Millionenhöhe erbeutet haben.

Sportwagen, Uhren, Gold und Gras

Bei den Ermittlungen gegen die kriminelle Bande durchsuchte die Polizei in den vergangenen Wochen 15 Wohnungen und Geschäftsräume in Recklinghausen, Marl, Düsseldorf, Ratingen, Köln und Bonn. Bei den Durchsuchungen fanden die Ermittler nicht nur Beweismittel und Betäubungsmittel, sondern stellten auch hochwertige Autos sicher, heißt es in einer Polizeimitteilung.

An einer Adresse in Köln fanden die Polizisten eine Plantage mit Marihuanapflanzen. Des Weiteren stellten sie mehrere Kilogramm Gold, Schmuck, hochwertige Uhren, Bargeld im sechsstelligen Wert und Waffen sicher. Die Ermittlungen in dem Verfahren dauern an.

Geldbote aus Gronau nicht identifiziert

Wie in der Sendung „Aktenzeichen XY .. ungelöst“ am Mittwochabend bekanntgegeben wurde, gebe es weitere Täter im Fall Gronau, die nicht identifiziert sind. Darunter ist einer der angeblichen Geldboten, von dem ein Phantombild veröffentlicht wurde.

Der Mann war als Beifahrer in dem gefälschten Geldtransporter. Er wird wie folgt beschrieben: etwa 30 Jahre alt, 1,70 bis 1,75 Meter groß, dunkle Haare, gepflegter, schwarzer Vollbart, dunkler Teint, Brillenträger. Er sprach wie sein Komplize Hochdeutsch.

Die Polizei vermutet, dass es weitere Komplizen geben könnte.

Über eine Million Euro erbeutet

Am 19. Dezember 2017 hatten zwei als Wachmänner verkleidete Täter eine Geldkiste in der Hauptverwaltung von K+K an der Ochtruper Straße abgeholt. Ihr Fahrzeug war eine perfekte Kopie des echten Geldtransporters.  Laut Polizeiangaben sollen sich die Bandenmitglieder bei ihren Vorbereitungen auf Sicherheitstechnik spezialisiert und Insidererkenntnisse gehabt haben. Die Täter erbeuteten über eine Million Euro. Die Täuschung fiel erst auf, als die falschen Boten wieder weg waren. Wer Hinweise machen kann, wird gebeten, sich bei der Kripo in Borken (✆ 02861-9004444) zu melden. 

20 Hinweise

Bis Donnerstagmorgen hat es laut Pressestelle der Polizei aufgrund der Fernsehsendung 20 Anrufe zu dem Fall gegeben, deren Inhalt jetzt geprüft werde.

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