Schlag gegen organisierte Kriminalität
Brutale Drogenbande in Haft

Steinfurt/Emsdetten -

Dass Drogenhändler festgenommen werden, kommt in der hiesigen Grenzregion zu den Niederlanden häufiger vor. Doch diesmal ist den Fahndern offenbar ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Die Bande "9090" soll den Handel zumindest im Kreis Steinfurt bestimmt haben - und galt als äußerst brutal.

Dienstag, 18.12.2018, 12:44 Uhr aktualisiert: 18.12.2018, 13:02 Uhr
Nicht nur Marihuana, sondern auch scharfe Waffen und viel Munition fanden die Fahnder, als sie die Mitglieder des Drogenrings „9090“ festnahmen.
Nicht nur Marihuana, sondern auch scharfe Waffen und viel Munition fanden die Fahnder, als sie die Mitglieder des Drogenrings „9090“ festnahmen. Foto: Gunnar A. Pier

Am 25. November 2018, einem Sonntag, klickten in Emsdetten zum ersten Mal die Handschellen. Vier Männer waren später festgenommen – ein bedeutender Schlag gegen den Drogenhandel. Die Dealerbande mit dem Namen „9090“ sitzt in Haft – doch für die Ermittler ist das allenfalls eine wichtige Etappe. Am Dienstag berichteten sie in Steinfurt vom Stand der Ermittlungen.

Nachrichten von festgenommenen Drogenhändlern gibt es in der hiesigen Grenzregion zu den Niederlanden – zumindest gefühlt – regelmäßig. „Aber in dieser Größenordnung habe ich das noch nicht erlebt“, schilderte Kriminalhauptkommissar Ralf Schüttemeyer. Die „Gruppe 9090“, die sich offenbar nach Zahlen auf den eigenen Nummernschildern benannt hat, soll den Handel mit Kokain und Marihuana zumindest im Kreis Steinfurt, offenbar aber sogar darüber hinaus, dominiert haben. Entdeckt wurden bereits Lieferwege nach Ascheberg und Borken.

Nach derzeitigen Ermittlungen kauften und verkauften sie monatlich etwa 40 Kilogramm Marihuana und ein Kilogramm Kokain. Dabei gingen sie offenbar mit großer Brutalität vor: Die Ermittler fanden durchgeladene Schusswaffen, große Mengen Munition, Messer, Säbel, Baseballschläger.

Schlag gegen Emsdettener Drogenbande 9090

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  • Als Fahnder die Mitglieder der Drogenbande "9090" festnahmen, beschlagnahmten sie unter anderem 5,5 Kilogramm Marihuana.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Über den Stand der Ermittlungen berichteten (von links): Kriminalhauptkommissar Ralf Schüttemeyer, Uwe Stork (Leiter Kriminalkomissariat 12), Uwe Klatt (Leiter Direktion K), Frank Fichtner (Abteilungsleiter Polizei), Landrat Dr. Klaus Effing und Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt.

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  • Die Bande gilt als äußerst brutal - schussbereite Waffen zeugen davon.

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  • Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt betonte, dass die Ermittlungen sehr aufwendig und akribisch geführt wurden.

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  • Zum Waffenarsenal gehörten auch Messer, Säbel, Baseballschläger.

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  • Kriminalhauptkommissar Ralf Schüttemeyer und Uwe Stork (Leiter Kriminalkomissariat 12) bei der Pressekonferenz in Steinfurt.

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  • Landrat Dr. Klaus Effing und Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt bei der Pressekonferenz

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  • Foto: Gunnar A. Pier

Die Dreier-Bande – zwei Emsdettener und ein Mann aus Salzbergen – hatten die Ermittler schon länger im Blick. „Anfang 2018 hatten wir genügend belastende Hinweise, um ein Ermittlungsverfahren zu eröffnen“, erinnert sich Uwe Stork, Leiter des Kommissariats 12. Dann zeigten die Fahnder nach Darstellung von Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt, was sie können – von Observationen bis hin zur Telefonüberwachung.

Als am 25. November Nachschub vom Lieferanten aus Enschede kommen sollte, waren die Fahnder dabei. Bei der Übergabe in Emsdetten nahmen sie drei Deutsche (32, 38 und 25 Jahre) sowie den niederländischen Händler (43) fest. Im Dezember wanderte ein mutmaßlicher Zwischenhändler in Untersuchungshaft.

Ein Etappensieg – doch die Ermittlungen gehen weiter. Die Fahnder hoffen, weitere Händler aus dem Umfeld zu finden.

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