Wechsel in Warendorfs Kino
Generation Austermann übernimmt

Warendorf -

Aufgeregt, aber glücklich hat Filmfan Johannes Austermann am Mittwochnachmittag seine eigene Weltpremiere erlebt: als Kinobetreiber. Der 22-Jährige hat das „Scala Filmtheater“ an der Klosterstraße übernommen. Und viel vor.

Mittwoch, 02.01.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 09:54 Uhr
Vergangenheit trifft Moderne. Auf der Fensterbank des Cafés sind alte Filmstreifen drappiert – aber ein Filmcafé gab es in Warendorf noch nicht.
Vergangenheit trifft Moderne. Auf der Fensterbank des Cafés sind alte Filmstreifen drappiert – aber ein Filmcafé gab es in Warendorf noch nicht. Foto: Jörg Pastoor

Wilhelm Cordes spielte Mittwoch zum ersten Mal in seinen Jahren als Inhaber eher eine Rolle im Hintergrund. „Der macht heute das Popcorn“, sagte Johannes Austermann lächelnd. Und als Kino-Dino Cordes dem Jungunternehmer, der gerade das übernahm, was man früher „Lichtspielhaus“ nannte, sein Geschenk überreichte, machte der 65-Jährige dem gerade mal 22 Jahre alten Gründer ein dickes Kompliment: „Du hast wirklich Power!“

Drei Monate harter Arbeit wichen Mittwoch mittelprächtiger Aufregung, als sich in der Klosterstraße formal der Betreiberwechsel in Warendorfs Kino vollzog. Nein: Es war noch nicht die offizielle Einweihung, die kommt erst im März, sage Austermann: „Nach dem Umbau.“

Du hast wirklich Power!

Willi Cordes zu Nachfolger Johannes Austermann

Bis dahin wird schon halbwegs Alltag sein, was am Mittwoch sehr gut startete. Der erste reguläre Film – für einen Loriot-Fan unvermeidbar „Pappa ante Portas“ – war ausverkauft, die Sneak-Preview ab 20 Uhr ebenfalls. „Das haben alles die Warendorfer frei gekauft“, sagte Austermann, während die ersten Gäste im satt dunkelgrün gestrichenen Café im Gebäude der ehemaligen Distille ihren Kaffee und Kuchen bestellten.

Das Thema Sneak, also vor dem Marktstart ohne Kenntnis des Inhalts gezeigte Produktionen, will der neue Betreiber unbedingt etablieren. „Dafür braucht man einen langen Atem“, meinte er vor der Presse, „aber als überzeugter Sneaker will ich das auf jeden Fall durchhalten.“ Am 11. Januar gebe es gleich die nächste. „Um 22.45 Uhr – um das Nachtleben etwas zu beleben.“ Grundgedanke des Cafés ist wie in den WN berichtet, dass Kinogäste gleich im Haus noch ein Getränk zu sich nehmen, um über den Streifen zu reden. 25 Plätze gibt es, drei davon auf dem roten Sofa, das Johannes Austermann vor kurzem erstanden hatte.

25 Plätze im neuen „Filmcafé“

Dann begrüßte Austermann weiter seine Gäste mit dem für ihn noch neuen „Herzlich willkommen im Scala Filmtheater“. Das ist nun sein eigener Arbeitsplatz – der, den er immer haben wollte. Und Willi Cordes wird jetzt nicht mehr das Popcorn machen . . .

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