Neue Autobahn-Talbrücken
A1-Baustelle bleibt bis zum Jahresende

Lengerich -

Voraussichtlich im Spätsommer werden die drei neuen Autobahnbrücken zwischen Lengerich und Lotter Kreuz fertig sein. Frei Fahrt herrscht auf dem Teilstück der A1 dann aber immer noch nicht. Bis Jahresende soll dort noch weiter gebaut werden.

Dienstag, 15.01.2019, 09:45 Uhr aktualisiert: 15.01.2019, 10:02 Uhr
Neue Autobahn-Talbrücken: A1-Baustelle bleibt bis zum Jahresende
Blick auf die Baustelle der Talbrücke Exterheide. Derzeit wird der Verkehr über den westlichen Brückenkörper geleitet. Foto: Michael Baar

Autofahrer auf der Autobahn 1 zwischen der Anschlussstelle Lengerich und dem Lotter Kreuz müssen sich in Geduld üben. Voraussichtlich erst zum Jahresende wird die Baustelle aufgehoben. Das prognostiziert Bernd Heine auf Nachfrage der Westfälischen Nachrichten. Was nicht an den drei Talbrücken liegt, die seit 2015 durch Neubauten ersetzt werden. Die werden voraussichtlich im Spätsommer fertiggestellt werden. „Daran schließt sich der Streckenausbau zwischen den drei Brücken an“, erläutert der Projektleiter des Landesbetriebs Straßen.NRW. Geschätzte Zeitspanne: „Vier bis fünf Monate.“

Dieser Streckenausbau ist von vornherein bei dem Brückenersatz eingeplant, allerdings so nicht kommuniziert worden. „Die Brücken standen immer im Fokus“, gesteht Bernd Heine zu. Allerdings mache es keinen Sinn, die Tragwerke fertigzustellen und dann wenig später mit dem Ausbau der Autobahn 1 zwischen Lengerich und Lotte auf sechs Fahrspuren diese Arbeiten durchzuführen.

Neue Betonschutzwände

Vorgesehen ist, zwischen den drei Brücken – Habichtswald im Norden, Smanforde und Exterheide im Süden – im Bereich zwischen den Fahrspuren eine Betonschutzwand zu errichten. Diese Arbeiten werden weitere Einschränkungen für den Verkehr mit sich bringen. „Die Fundamente müssen vier Meter tief in den Boden und senkrecht stehen“, erläutert der Fachmann. Das sei nur durchzuführen, wenn die Lastwagen möglichst weit von dem Mittelbereich gehalten würden. Sonst würden die Erschütterungen die Arbeiten unmöglich machen.

Wer sich unter vier Metern einen massiven Betonklotz vorstellt, irrt. „Dort werden auch die Ver- und Entsorgungsleitungen eingebaut“, sagt Bernd Heine. Beispielsweise die Entwässerung für die in Richtung Norden (Bremen) führenden Fahrspuren. Deren Niederschlagswasser läuft, bedingt durch die leichte Neigung der Fahrbahn, zum Mittelstreifen hin ab.

Unvorhersehbare Ereignisse

Mit ersten vorbereitenden Arbeiten für diese Maßnahmen ist bereits begonnen worden. „Richtig los geht es, wenn die erste große Brücke fertig ist“, steckt der Projektleiter die Planungsphase ab. Welches der beiden Bauwerke das sein wird? „Ich gehe davon aus, dass die Brücke Habichtswald eher fertig sein wird“, orientiert er sich am aktuellen Stand der Bauarbeiten. Wobei die Brücke Smanforde (100 Meter lang) bereits fertiggestellt ist. Das sie mit der Brücke Exterheide (430 Meter lang) eine gemeinsame Baustelle (aus Sicht des Verkehrs) darstellt, wird sie nicht vorzeitig freigegeben.

Zahlreiche unvorhersehbare Dinge – unter anderem Pleite einer Baufirma, vermutete Kampfmittel, Bodenschwierigkeiten und ein Blitz, der einen Kran lahmlegte – haben dazu geführt, dass der anvisierte Fertigstellungstermin im vergangenen Jahr nicht eingehalten werden konnte.

Kostenrahmen vermutlich gesprengt

Ob auf der Kostenseite die Kalkulation passt, „wird derzeit durchgerechnet“, teilt Bernd Heine mit. Für die Gesamtmaßnahme „Ersatz von drei Talbrücken“ waren rund 63 Millionen Euro als Kosten berechnet worden. 53 Millionen allein für die drei Bauwerke. Angesichts von Preissteigerungen beim Material zwischen 20 und 40 Prozent sei es sehr schwer, im anvisierten Rahmen zu bleiben, räumt der Projektleiter ein.

Baustelle Lotter Kreuz im Zeitplan

Neben diesem Drei-Brücken-Projekt ist der Mann vom Landesbetrieb in eine weitere Brückenbaustelle involviert: das Tragwerk der Autobahn 30 über die A1 im Lotter Kreuz. Auch diese Konstruktion war abgängig, hätte spätestens im nächsten Jahr abgerissen werden müssen. Damit ist früher begonnen worden. „Dort liegen wir im Zeitplan“, freut sich Bernd Heine.

Ob das auch für den finanziellen Rahmen gilt? Kosten von 18,5 Millionen Euro sind kalkuliert worden. „Zurzeit sieht es so aus, als würde das passen“, ist er optimistisch. Autofahrer müssen sich darauf einstellen, dass in vier oder fünf Wochen das Lotter Kreuz noch einmal gesperrt werden muss. Dann sollen die Tragwerke für den nördlichen Brückenneubau aufgelegt werden. Die südliche Teilbrücke ist bereits fertiggestellt.

Ob die neue Brücke der A30 auch für sechsspurigen Verkehr ausgelegt ist? Der Projektleiter vermeidet eine direkte Antwort. Das neue Bauwerk sei breiter als das alte und auf die Planungen für den Umbau des Autobahnkreuzes Lotte ausgelegt. Wie die aussehen? Auch darüber werde derzeit noch beraten, sagt er.

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