Polizei ermittelt: Beeinträchtigung von Nothilfemitteln
Unbekannte ziehen Stecker am Rettungswagen

Westerkappeln -

Das war nicht witzig und ist auch kein Kavaliersdelikt, sondern „eine Straftat von bedeutendem Ausmaß“, wie die Kreispolizeibehörde Steinfurt es formuliert. Unbekannte haben am vergangenen Wochenende die Stromversorgung für ein Fahrzeug der Rettungswache in Westerkappeln unterbrochen. Schlimmstenfalls hätte dadurch das Leben von Menschen gefährdet werden können.

Dienstag, 15.01.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 16.01.2019, 20:39 Uhr
Unbekannte haben am Wochenende an einem Rettungswagen in Westerkappeln den Stecker gezogen. Problem: Die Stromversorgung ist frei zugänglich.
Unbekannte haben am Wochenende an einem Rettungswagen in Westerkappeln den Stecker gezogen. Problem: Die Stromversorgung ist frei zugänglich. Foto: Frank Klausmeyer

Die Polizei ermittelt wegen der Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln. Dem oder den Tätern drohen, wenn sie gefasst werden, laut § 145 Strafgesetzbuch bis zu zwei Jahren Gefängnis oder eine saftige Geldstrafe.

Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben in der Zeit zwischen Samstagabend um 18.30 Uhr und Sonntagnacht um 1 Uhr. Die Rettungswache an der Bullerteichstraße betreibt das Deutsche Rote Kreuz im Auftrag des Kreises Steinfurt. Zwei Rettungswagen sind dort in einem Carport untergestellt – ein Provisorium, das mit dem geplanten Neubau der Wache an der Mettinger Straße ein Ende finden soll.

Komplettausfall der lebenserhaltenden Geräte möglich 

Im Innern der Rettungswagen sind diverse medizinischen Elektrogeräte installiert, die von außen mit Ladestrom versorgt werden. Dazu gehören ein Defibrillator, eine Absaugpumpe und eine Beatmungshilfe. An einem der Fahrzeuge hat jemand einfach den Stecker gezogen, wie die Polizei auf Nachfrage bestätigt. „Wenn dieses Fahrzeug zu einem Notfall hätte ausrücken müssen, wäre unter Umständen der Komplettausfall der lebenserhaltenden Geräte möglich gewesen“, betont Reiner Schöttler, Sprecher der Kreispolizeibehörde.

Problem: Die Stromstecker in dem Carport sind frei zugänglich, was nach dem Vorfall vom DRK und dem verantwortlichen Kreis auf den Prüfstand gestellt werden dürfte. Denn bis die neue Wache an der Mettinger Straße fertiggestellt wird, kann es noch dauern. Baubeginn soll eigentlich, so hieß es im vergangenen Sommer, noch zu Beginn dieses Jahres sein.

Zeugensuche

Nun werden erst einmal Zeugen gesucht, die am Wochenende verdächtige Personen im Bereich der Rettungswache am Bullerteich gesehen haben oder sonstige sachdienliche Angaben machen können. Hinweise nimmt die zuständige Polizei in Ibbenbüren unter ✆ 05451/591-4315 entgegen.

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