Polizei-Einsätze
Ungewöhnliche Häufung: Zehn Wildunfälle in 13 Stunden

Kreis Coesfeld -

Gleich zehn Mal innerhalb eines halben Tages musste die Polizei im Kreis Coesfeld ab Mittwochmorgen zu Unfallorten herausfahren. Die Ursache der Vorfälle war jeweils dieselbe: Tiere waren von Autos erfasst worden.  

Donnerstag, 17.01.2019, 16:35 Uhr aktualisiert: 17.01.2019, 17:14 Uhr
Polizei-Einsätze: Ungewöhnliche Häufung: Zehn Wildunfälle in 13 Stunden
(Symbolbild) Foto: dpa

Bereits am frühen Mittwochmorgen um 5.54 Uhr ging die erste Meldung bei der Polizei ein - dieser Wildunfall ereignete sich in Dülmen-Rorup. Der letzte Einsatz, bei dem Tiere von Autos erfasst worden waren, ist im Protokoll der Polizei um 18.59 Uhr in Coesfeld vermerkt. Weitere Vorfälle passierten in Billerbeck (3), Ottmarsbocholt, Rosendahl-Osterwick, Nottuln, Senden und Lüdinghausen. Menschen wurden bei keinem der Unfälle verletzt.

"Das ist eine ungewöhnliche hohe Anzahl, eine schlüssige Erklärung hierfür haben wir aber nicht", sagt ein Sprecher der Kreispolizei Coesfeld. Durchschnittlich werden im Kreis Coesfeld 1200 bis 1300 Wildunfälle pro Jahr registriert. In den Unfallberichten nicht festgehalten wird, welche Tierarten betroffen waren. "In der Regel handelt es sich um Rehwild - ansonsten sind häufiger Fasane, Hasen und Wildschweine betroffen", so der Polizeisprecher.

Auch am Donnerstag musste sich die Polizei um drei Wildunfälle kümmern, die sich morgens zwischen 7.15 und 8.15 Uhr in Senden, Ascheberg-Herbern und Ottmarsbocholt ereignet hatten.

"Wenn man während der Fahrt ein Tier auf der Straße entdeckt, sollte gegebenenfalls das Fernlicht ausgeschaltet und durch frühzeitiges Hupen auf das herannahende Fahrzeug aufmerksam gemacht werden. Auf keinen Fall sollte eine Vollbremsung gemacht werden, weil der nachfolgende Verkehr möglicherweise nicht mehr rechtzeitig reagieren kann. Außerdem sollte der Autofahrer das Lenkrad festhalten und kein Ausweichmanöver machen", appelliert der Polizeisprecher an Autofahrer. 

Maßnahmen und Verhaltensweisen nach einem Wildunfall:

- Warnweste anlegen

- Unfallstelle absichern

- Warnblinkanlage am Auto anschalten

- Tierkadaver von der Fahrbahn in Straßengraben befördern, sofern dieser nachfolgenden Verkehr beeinträchtigen könnte

- über den klassischen Notruf die Polizei verständigen

- an der Unfallstelle auf das Eintreffen der Polizei warten

Die Polizei verständigt anschließend den zuständigen Jagdpächter, der für die Entfernung des Tierkadavers zuständig ist. Autofahrer, die einen Wildunfall hatten, dürfen das tote Tier nicht mitnehmen. "Das ist eine Straftat - es handelt dabei um eine Jagdwilderei", betont der Sprecher der Polizei Coesfeld.

Nachrichten-Ticker