Zweifel an der Gewitter-Erklärung
Mysteriöser Knall durch Kampfjet verursacht?

Nottuln -

Der mysteriöse Knall vom Donnerstagnachmittag war auch in Nottuln zu hören. War es ein Überschallknall? Die Luftwaffe bestreitet, dass eines ihrer Flugzeuge die Ursache war.

Freitag, 18.01.2019, 15:26 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 17:33 Uhr
Ein Bundeswehrflugzeug vom Typ Tornado.  
Ein Bundeswehrflugzeug vom Typ Tornado.   Foto: Carsten Rehder/dpa

Der mysteriöse Knall, der am Donnerstagnachmittag gegen 16 Uhr viele Menschen im Kreis Steinfurt beunruhigt hat, war auch in Nottuln, ja sogar im gesamten Kreis Coesfeld deutlich zu vernehmen. Bei Facebook löste das Ereignis eine lebhafte Diskussion mit vielen Vermutungen aus. Die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) geäußerte Erklärung, der laute Knall gehe auf ein Gewitter im Kreis Steinfurt zurück (wir berichteten ), stößt in der Bevölkerung aber auf Zweifel. Die Rede ist vielfach von einem Überschallknall eines Kampfflugzeuges.

Tornado in der Luft

So meldete sich am Freitag ein Sendener Bürger in der WN-Lokalredaktion und berichtete, er habe früher bei der Luftwaffe Dienst geleistet und kenne sich aus. Der Knall sei definitiv durch einen hoch fliegenden Kampfjet verursacht worden. Ein Nottulner Bürger schilderte, er habe ganz deutlich einen Kampfjet gehört, ihn aber wegen der dichten Bewölkung nicht sehen können.

Ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin bestätigte auf WN-Anfrage, dass sich zum angegebenen Zeitpunkt ein Tornado der Luftwaffe über dem Münsterland befunden hat. Dieses Flugzeug könne aber nicht der Grund für den mysteriösen Knall gewesen sein, da es mit Unterschallgeschwindigkeit geflogen sei.

Überschallflug am Freitagmorgen

Der Überschallknall eines Flugzeuges kann auf eine weite Entfernung zu hören sein. „Bis zu 80 Kilometer sind möglich“, sagte der Luftwaffensprecher. Zur Orientierung: Die Luftlinie zwischen Nottuln und Steinfurt beträgt rund 22 Kilometer, zwischen Nottuln und Osnabrück rund 60 Kilometer.

Insofern wäre es möglich gewesen, dass Nottulner möglicherweise auch am Freitagmorgen gegen 10.37 Uhr einen lauten Knall vernommen haben. Denn zu diesem Zeitpunkt kam es zu einem Überschallflug im Raum Osnabrück, teilte die Luftwaffe mit. Dort waren zwei Rotten Eurofighter (vier Flugzeuge) auf einem Ausbildungsflug unterwegs. „Die Piloten hatten die Freigabe für einen Überschallflug“, sagte der Luftwaffensprecher.

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