Doppelte Flucht
Festgenommener entkommt aus Polizeigewahrsam

Gronau -

Erst brachte er sich und Zollbeamte mit einem Fiat 500 in Gefahr, dann verschwand er aus dem Polizeigewahrsam. Besonders schwer wurde ihm der Ausbruch offenbar nicht gemacht.

Dienstag, 22.01.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 23.01.2019, 16:21 Uhr
Doppelte Flucht: Festgenommener entkommt aus Polizeigewahrsam
Zwischen einer Leitplanke und einer Autoschlange hat sich der 48-Jährige mit seinem Fluchtauto, einem Fiat 500, festgefahren. Foto: Polizei

Verlassen“ hat am frühen Mittwochmorgen ein 48-jähriger Mann den Gewahrsamstrakt der Polizei in Gronau. Wie es in einer Pressemitteilung der Polizei heißt, hatte der Mann zuvor bei einer „halsbrecherischen Flucht“ vor der Polizei einen Unfall gebaut und wurde festgenommen. Doch um 5.15 Uhr sei er wieder verschwunden – „ ohne Gewaltanwendung gegen Personen oder Sachen“, wie es in der Polizeimitteilung heißt. Die genaueren Umständen der Flucht untersucht aus Neu­tralitätsgründen nun das Polizeipräsidium Münster. Dessen Sprecher ging von einem technischen Defekt und menschlichem Versagen aus – „vielleicht eine Kombination aus beidem“, wie Andreas Bode sagte. Der Mann ist weiter auf der Flucht.

Halsbrecherische Verfolgungsfahrt

Aufgefallen war der Mann, als der Zoll ihn am Dienstagmittag anhalten und kon­trollieren wollte. Da habe der Fahrer in einem Fiat 500 beschleunigt und sei über die B 54 in Richtung A 31 geflohen. Um das Zollauto am Überholen zu hindern, fuhr er laut Polizei auf die Gegenfahrbahn, später versuchte er, die Zollbeamten durch eine plötzliche Lenkbewegung nach links abzudrängen. Die Fahrerin des Zollfahrzeugs habe bremsen müssen, um nicht in den Gegenverkehr zu geraten. An der Ausfahrt Gronau-Ost sei er entgegengesetzt zur Fahrtrichtung abgefahren und habe sich auf den Rückweg Richtung Gronau gemacht. In einem Stau schlängelte er sich offenbar zwischen Autoschlange und Schutzplanke entlang. Dort blieb er zwischen einem Kleintransporter und der Leitplanke stecken, sodass ihn die Zöllner aus dem Fiat 500 holen konnten. Verletzt wurde offenbar niemand.

Das kam bei seiner Überprüfung heraus

Die hinzugerufenen Polizeibeamten nahmen den Gesuchten fest und stellten das Auto sowie die Kennzeichen, das Werkzeug und den Joint sicher. Der Festgenommene stand nach durchgeführten Tests weder unter Alkohol- noch unter Drogeneinfluss.

Später stellte sich heraus, dass gegen den Fahrer zwei Haftbefehle vorlagen: einer wegen Hehlerei, Betrugs, Urkundenfälschung und Raubes. Der zweite war ein Abschiebungshaftbefehl des Ausländeramtes Hamburg gegen den Polen. Der Fiat 500 war offenbar gestohlen. Zudem fanden die Beamten neben gestohlenen Kennzeichen auch typisches Einbrecherwerkzeug und einen Joint.

Zum Thema

Sollten Verkehrsteilnehmer bei der Flucht durch den 48-Jährigen gefährdet worden sein, werden diese gebeten, sich an das Verkehrskommissariat in Ahaus (02561-9260) zu wenden.

...
Nachrichten-Ticker