Verkehr
Mehr Unfälle mit Polizisten: Zeitdruck und schnellere Autos

Düsseldorf/Münsterland -

Polizisten sind in Nordrhein-Westfalen jeden Tag durchschnittlich an fast zehn Verkehrsunfällen beteiligt - als Opfer oder als Verursacher. Die Zahl ist dabei in den vergangenen Jahren gestiegen, wie sich aus Zahlen des NRW-Innenministeriums ergibt. 

Montag, 04.02.2019, 13:53 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 15:56 Uhr
Verkehr: Mehr Unfälle mit Polizisten: Zeitdruck und schnellere Autos
Ein betrunkener Lkw-Fahrer rammte im Dezember 2017 einen Polizeiwagen auf der A61 - dabei wurde eine junge Polizistin aus Gronau-Epe getötet. Foto: dpa

Waren es 2014 noch 2710 Unfälle mit Beteiligung von Polizisten, stieg die Zahl 2016 auf 3086 und 2017 auf 3309. Zwischen 2015 und 2017 kamen dabei drei Beamte ums Leben. Über das Thema hatte zuerst der «Kölner Stadt-Anzeiger» (Montag) berichtet.

Zwei Drittel der Unfälle passierten durch eigenes Verschulden der Polizisten am Steuer. Dabei gebe es eine Fahrausbildung, die weit über das normale Führerscheinwissen hinausgehe, und regelmäßige Fahrtüchtigkeitschecks, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Hunderte Unfälle habe es 2017 allein beim Rückwärtsfahren und beim Ein- und Ausparken gegeben. Das zeige auch den enormen Zeitdruck, unter dem Polizisten häufig agierten.

Hinzu komme wahrscheinlich das insgesamt hohe Tempo im Straßenverkehr. Die durchschnittliche Motorisierung der Neuwagen nehme ständig zu, sagte der Sprecher.

3300 Unfälle

Unfälle mit schweren Folgen für die Beamten gibt es immer wieder vor allem auf der Autobahn und insbesondere mit Lastwagen. So wurde Ende 2017 eine junge Beamtin aus Gronau-Epe auf der A 61 bei Viersen tödlich verletzt , als ein Lastwagen ihren auf dem Standstreifen stehenden Streifenwagen rammte. Die Polizistin hatte mit Kollegen im Auto auf den Lastwagen gewartet, der zuvor in Schlangenlinien gefahren war. Der Fahrer war, wie sich später herausstellte, völlig betrunken und hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut.

Insgesamt sei die Zahl von etwa 3300 Unfällen aber im Verhältnis zum gesamten Fahraufkommen überschaubar, sagte der Ministeriumssprecher. Schließlich legten NRW-Polizisten pro Jahr rund 155 Millionen Kilometer im Streifenwagen zurück.

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