Schöffengericht verurteilt Steinfurter und Ochtruperin
Paar druckte falsche Führerscheine

Ochtrup/Rheine/Steinfurt -

Wegen Betruges wurde am Freitag ein 26-jähriger Steinfurter zu einer Haftstrafe verurteilt. Er hatte zugegeben, gemeinsam mit seiner Freundin, einer Ochtruperin, falsche Führerscheine gedruckt und verkauft haben.

Samstag, 16.02.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 16.02.2019, 14:46 Uhr
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Symbolbild  Foto: dpa

Weil ein 26-jähriger Steinfurter zum neuen Kollegenkreis in Münster dazugehören wollte, bot er zwischen April und Juli 2014 über angebliche Beziehungen zu einer Fahrschule in Steinfurt einen Führerschein-Crash-Kursus für 1000 Euro an und verlangte 500 Euro Anzahlung. Mitangeklagt war am Freitag vor dem Schöffengericht in Rheine seine 25-jährige Freundin aus Ochtrup, mit der er in deren Wohnung die falschen Führerscheine hergestellt haben soll, so warf es die Staatsanwaltschaft dem Paar vor.

Der Angeklagte wurde aus der Untersuchungshaft vorgeführt und wegen achtfachen gewerbsmäßigen Betruges – drei Mal in Tateinheit mit Urkundenfälschung – und einer weiteren Urkundenfälschung für sich selbst in Tateinheit mit Fahren ohne Führerschein zu zwei Jahren und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt. Zudem muss er für zu Unrecht bezogene Einnahmen 6150 Euro Wertersatz an die Staatskasse zahlen. Nach dem Urteil wurde er zurück in die Zelle geführt. Die Mitangeklagte verurteilte das Gericht wegen Beihilfe zur gewerbsmäßigen Urkundenfälschung in vier Fällen zu einer Geldstrafe von 2800 Euro bei 70 Tagessätzen à 40 Euro. Sie war nicht vorbestraft.

Wegen Betruges vorbestraft

Ihr Freund hingegen schon – und zwar einschlägig. Am 2. Dezember 2015 war er wegen Betruges am Amtsgericht Ibbenbüren zu zehn Monaten mit Bewährung verurteilt worden. Damals hatte er sich selbst eine Vollmacht für das Konto seiner Mutter in Steinfurt ausgestellt und 800 Euro abgehoben, wie die Richterin aus dem Urteil vorlas. Zudem hatte er auf Kosten der Mutter eine Flugreise für zwei Personen nach Mallorca gebucht. Danach war er lange Zeit auf der Flucht, unter anderem in Spanien. Am 1. November 2018 stellte er sich schließlich der Polizei.

„Ehrlich gesagt, war es gar nicht meine Absicht, zu betrügen. Ich habe das von dem Crash-Kursus erzählt, und plötzlich wurde ich von mehreren angesprochen. Es war mehr eine Sache der Zugehörigkeit als eine Geschäftsidee“, rechtfertigte er sich, räumte die Taten aber ein. Als die Kollegen die Fahrschule in Steinfurt googelten und feststellten, dass sie wirklich existierte, gaben sie ihm die Anzahlung von 500 Euro und warteten auf die Führerscheine.

Der Angeklagte verlangte Ausweispapiere, Passbilder, Nachweise für Erste-Hilfe-Kurse und gestaltete, wie er sagte, mit seiner Freundin die Führerscheine auf „rosa Papier“ – mit Sticker als Stempelersatz. Allerdings bestätigte die Mitangeklagte das nicht. „Ich habe nur meinen Drucker zur Verfügung gestellt“, sagte sie. Die Führerscheine habe sie gesehen und den Betrug deswegen geahnt.

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