Großaktion
War ein Flugmanöver der Auslöser für Suchaktion nach Flugobjekt?

Epe/Heek -

Rund 100 Feuerwehrleute, Polizeibeamte und die Besatzungen von zwei Hubschraubern haben am Sonntag nach einem Paraglider gesucht. Hinweise auf einen Absturz gibt es nicht - ein begeisterter Paraglider hat dafür aber eine Vermutung.

Montag, 18.02.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 17:40 Uhr
Ralf Kötter – hier bei einem Flug über Epe – ist ein erfahrener Paraglider. Was am Sonntag geschehen ist, darüber kann aber auch er nur Vermutungen anstellen.
Ralf Kötter – hier bei einem Flug über Epe – ist ein erfahrener Paraglider. Was am Sonntag geschehen ist, darüber kann aber auch er nur Vermutungen anstellen. Foto: Martin Borck

Nein: Er war es nicht, der am Sonntag die Suchaktion in Heek ausgelöst hat. Ralf Kötter aus Epe ist begeisterter Paraglider. „Doch am Sonntag um viertel nach elf war ich in der Kirche“, sagt er. „Dafür habe ich Zeugen.“

Etwa zu diesem Zeitpunkt hatten sich Zeugen in Heek gemeldet, dass sich ein Kleinflugzeug oder ein Paraglider sehr schnell dem Erdboden genähert habe. Sie hatten einen Absturz befürchtet. Rettungskräfte starteten daraufhin im Grenzbereich Heek/Schöppingen/Legden eine Suchaktion nach dem möglichen Opfer. Die Suche blieb ohne Ergebnis. Es gab keinen Hinweis auf einen Absturz, bestätigte die Polizei am Montag.

Spiralflug sieht spektakulär aus

Was genau passiert ist, darüber kann auch Ralf Kötter nur Vermutungen anstellen. „Vorausgesetzt es war tatsächlich ein Paraglider, hat er möglicherweise einige Manöver trainiert, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein. Eine Steilspirale sieht schon ziemlich spektakulär aus.“ So ein Manöver wird eingeleitet, wenn ein Gleitschirmflieger zu nah an eine Wolke gerät.

„Von bestimmten Wolken geht ein Sog aus. Das ist gefährlich.“ Um nach unten zu kommen, verkleinert der Paraglider die Fläche des Flugschirms („die Ohren werden angelegt“) und leitet den Spiralflug ein. „Karussellfahren ist nichts dagegen“, sagt Ralf Kötter. „Aber als Flieger hat man die Situation die ganze Zeit im Griff.“

Auf einen Beobachter, die diese Hintergründe nicht kennt, kann so ein Manöver wirken, als ob der Flieger in Not geraten sei. „Das ist vom Boden aus schwierig einzuschätzen“, sagt Ralf Kötter.

Derartige Flugmanöver werden im Rahmen von Schulungen gelehrt. Auch was im Fall zu tun ist, wenn alle Stricke reißen: „Wir haben eine Rettung dabei“, sagt Ralf Kötter: einen Fallschirm, mit dessen Hilfe sie auf die Erde zurückkehren.

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