FDP beantragt Änderung des Bebauungsplans
„Bamboo“ wäre zurzeit illegal

Gronau -

Aktuell sind die Festsetzungen des Bebauungsplanes 130 („Inselpark“) der Stadt schon lange nicht mehr. Jetzt aber kommen Politik und Verwaltung in Zugzwang, diesen Bebauungsplan zu ändern. Denn: Gegenwärtige und künftig geplante Nutzungen von Grundstücken und Gebäuden in diesem Bereich sind mit den Vorgaben des B-Planes nicht zu vereinbaren und deshalb unzulässig. Daher fordert die FDP-Fraktion im Rat der Stadt eine Änderung des Bebauungsplanes.

Mittwoch, 20.02.2019, 08:26 Uhr aktualisiert: 20.02.2019, 10:03 Uhr
Noch liegt das Dinkellager samt Außengelände im Dornröschenschlaf. Zwei Unternehmer wollen es wachküssen, doch dazu müsste der Bebauungsplan geändert werden, ist Erich Schwartze (FDP) überzeugt.
Noch liegt das Dinkellager samt Außengelände im Dornröschenschlaf. Zwei Unternehmer wollen es wachküssen, doch dazu müsste der Bebauungsplan geändert werden, ist Erich Schwartze (FDP) überzeugt. Foto: Klaus Wiedau

Ausgewiesen werden im Plan heute ein FOC, Parkflächen und Nutzungsarten für Turbinenhalle (Rockmuseum) und Dinkellager. Rat und Verwaltung sollten sich vor dem Hintergrund der längst aufgegebenen FOC-Pläne „endlich entschließen, welche neue Plankonzeption in Zukunft für das Inselparkgelände gelten soll“, fordert FDP-Fraktionschef Erich Schwartze in einem Antrag an den Rat. „Das Inselparkgelände hat die besten Voraussetzungen, der Gronauer Innenstadt ein attraktives und unverwechselbares Gepräge zu geben, womit sie sich gegen konkurrierende Nachbarkommunen wieder behaupten kann“, macht der Liberale deutlich, dass die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal braucht. Schwartze ist überzeugt: „Nicht die Verkaufshallen großer Filialisten sind heute die ,Magneten‘, die Besucher anziehen, sondern der Erlebnischarakter einer Stadt und sonstige Angebote, mit denen sie sich gegenüber anderen Kommunen abgrenzt.“

Die Bestimmungen des geltenden Bebauungsplanes stehen aber nach Schwartzes Darstellung auch nicht mit den aktuellen Nutzungen bestimmter Gebäude im Einklang: „Auch nach dem Umbau des Rock-und-Pop-Museums ist in der ehemaligen Turbinenhalle nur die Nutzung der Räume als Museum, für Büro- und Verwaltungszwecke nebst einem Shop von 200 Quadratmetern erlaubt. In diesem Shop dürfen nur Waren angeboten werden, die in einem inhaltlichen Zusammenhang mit dem Ausstellungskonzept des Museums stehen. Gastronomie ist in dem Gebäude unzulässig.“ Das gelte im Übrigen auch für die Nutzung des neu errichteten Clubraums im Untergeschoss. Auch hier, so Schwartze, „sind die Restriktionen des B-Plans zu beachten“.

Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau

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  • Udo Lindenberg war der Überraschungsgast bei der Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg war der Überraschungsgast bei der Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau.

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  • Der Rock‘n‘Roll ist zurück: Das Museum ist wieder eröffnet.

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  • Bei der Wiedereröffnung gab es natürlich auch Live-Musik.

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  • Das Rock‘n‘Popmuseum ist wieder eröffnet.

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  • Udo Lindenberg war der Überraschungsgast bei der Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau.

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  • Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau Foto: Wilfried Gerharz
  • Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau Foto: Wilfried Gerharz
  • Bei der Wiedereröffnung gab es natürlich auch Live-Musik.

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  • WN-Redakteur Carsten Voß hat die Feier moderiert – und kam dabei auch mit Udo Lindenberg ins Gespräch.

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  • Mit Pauken und Trompeten und einem Feuerwerk wurde die Wiedereröffnung gefeiert.

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  • Udo Lindenberg hat direkt auch das Lied „Cello“ zum Besten gegeben.

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  • Udo Lindenberg hat direkt auch das Lied „Cello“ zum Besten gegeben.

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  • Wer ist denn nun der echte? Udo Lindenberg bekam direkt noch einen Doppelgänger an die Seite gestellt.

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  • Ein Udo ist einfach nicht genug: Lindenberg und sein Doppelgänger.

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  • WN-Redakteur Carsten Voß hat die Veranstaltung zur inoffiziellen Wiedereröffnung moderiert.

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  • Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau Foto: Wilfried Gerharz
  • Auch Panikrocker Steffi Stephan war bei der Wiedereröffnung dabei.

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  • Das Rock‘n‘Popmuseum in Gronau feiert an diesem Wochenende seine Wiedereröffnung. 14 Jahre nach der Eröffnung wurde das Konzept überarbeitet und das Haus am Udo-Lindenberg-Platz 1 völlig neu erfunden.

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  • Statt rockiger Riffs und Rhythmen dominierten in den vergangenen Wochen Schlagbohrer und Presslufthammer

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  • In dem Museum sind viele Originalstücke aus allen Epochen der Rock- und Popmusik zu finden.

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  • In dem Museum sind viele Originalstücke aus allen Epochen der Rock- und Popmusik zu finden.

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  • Eine Multimedia-Show begleitet die Besucher durch das neu konzipierte Museum.

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  • Im Rock‘n‘Popmuseum sind viele Originalstücke vergangener Zeiten zu sehen.

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  • Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau Foto: Wilfried Gerharz
  • Michael Jackson und andere Größen der Musikgeschichte werden im Museum von vielen Seiten beleuchtet.

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  • Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau Foto: Wilfried Gerharz
  • Der Architekt Andreas Heller (r.) hat die Pläne für das völlig neue Museum gemacht.

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  • 2,2 Millionen Euro haben unter anderem die Stadt, der Bund, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe in den Umbau der Ausstellung gesteckt, der in Wahrheit ein „Neubau“ war.

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  • Wiedereröffnung des Rock‘n‘Popmuseums in Gronau Foto: Wilfried Gerharz
  • Udo Lindenberg wird im neu konzipierten Museum zum Empfangschef: Der berühmte Sohn der Stadt und Namensgeber des Platzes, an dem das Museum steht, wird alle Gäste persönlich begrüßen – zumindest virtuell.

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  • Der Rock‘n‘Roll ist zurück: Das Museum eröffnet wieder – in modernem Look.

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  • Neu sind Themeninseln, die Begriffe wie Livekonzerte, Fans, Punk und Rebellion sowie Künstler als Marken beleuchten.

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  • Auch einzelne Genres bekommen in dem Museum viel Aufmerksamkeit.

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  • Zitate, Originalstücke, Videos, Infotafeln: Das Museum hat viel zu bieten.

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  • Journalistenandrang bei der inoffiziellen Wiedereröffnung am Freitag (23. November).

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  • Das Museum hat mit seiner neuen Fassung viel zu bieten.

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  • Zahlreiche Videos und Fotos ziehen die Blicke auf sich.

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  • Ikonen der Musikgeschichte spielen in dem Museum eine große Rolle.

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  • Bunt, modern, ausgefallen: Das Rock‘n‘Popmuseum in Gronau hat einen völlig neuen und zeitgemäßen Look.

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Probleme bei geplanter Gastronomie

Mögliche Probleme sieht Schwartze auch mit Blick auf die geplante neue Gastronomie im Stil des Bamboo in Ahaus (WN berichteten): „Soweit dazu auch bauliche Anlagen errichtet werden sollen, dürfte zu berücksichtigen sein, dass diese nach Maßgabe des geltenden B-Plans derzeit unzulässig sind. Der Plan ordnet das Dinkellager einem speziellen Sondergebiet zu. Die Baugrenzen umfassen die Außenmauern des Dinkellagers. Die textlichen Festsetzungen des B-Plan gestatten innerhalb dieser Baugrenzen u.a. den Betrieb von Schank- und Speisewirtschaften. Der Außenbereich enthält derartige Festsetzungen nicht. Er ist nach gegenwärtiger Rechtslage nicht bebaubar.“

Und auch der Betrieb einer Außengastronomie ohne bauliche Anlagen könnte unzulässig sein, da auch ein solcher Betrieb einer baurechtlichen Erlaubnis bedarf (etwa wegen des Nachbarschutzes, vor allem des Lärmschutzes, der Stellplätze usw.). Die Erteilung solcher Erlaubnisse hält der Liberale „nach gegenwärtiger Tatsachenlage und der Rechtslage auf Grundlage des geltenden Bebauungsplans durchaus für fraglich“.

Toiletten „planungsrechtlich illegal“

Diese Rechtsauffassung ist übrigens nicht neu, wie Schwartze deutlich macht, „sondern wurde von der Stadt bereits gegenüber dem seinerzeitigen Betreiber einer dort ansässigen Gastronomie vertreten, als dieser eine Außengastronomie betreiben wollte“. Mehr noch: „Die zu diesem Zweck damals errichteten unterirdischen baulichen Anlagen (Toiletten) im Außenbereich vor dem Gebäude dürften planungsrechtlich illegal sein.“

Die FDP-Fraktion beantragt vor diesem Hintergrund eine Änderung des B-Planes. Dazu soll die Angelegenheit in den Bauausschuss verwiesen werden.

Zum Thema

Der Rat tagt am heutigen Mittwoch ab 18 Uhr im Rathaus.

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