Dringender Handlungsbedarf
Immer mehr Wolfsattacken in Deutschland

Münster/Borken -

Die Gefahr durch Wolfsangriffe wird immer größer. Nach Informationen unserer Zeitung haben Wölfe deutschlandweit im Jahr 2017 genau 1667 Nutztiere getötet oder verletzt – das sind 65 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 

Donnerstag, 21.02.2019, 06:00 Uhr
Dringender Handlungsbedarf: Immer mehr Wolfsattacken in Deutschland
Das Foto zeigt einen Wolf in einer Wolfsanlage im Wildgehege. Foto: dpa

Im vergangenen Jahr, zu dem offiziell noch keine Zahlen vorliegen, dürfte sich die Zahl fast verdoppelt haben. Hauptsächlich betroffen sind nach Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf Schafe und Ziegen, zunehmend aber auch Weidetiere wie Rinder und Pferde.

Derzeit leben bereits über 1000 Wölfe in Deutschland, innerhalb der nächsten Jahre wird sich diese Zahl nach Schätzungen verdoppeln. „Es besteht dringend Handlungsbedarf, damit die Zahl der getöteten Tiere nicht weiter exponentiell ansteigt“, sagt Helmut Damann-Tamke vom Präsidium des Deutschen Jagdverbandes (DJV). „Der Wolf hat in Deutschland ein Existenzrecht, doch ‚Willkommen Wolf‘ allein reicht nicht.“

Vor allem in Brandenburg, Sachsen und Niedersachsen fordern die zuständigen Landesregierungen bereits ein aktives Wolfsmanagement mit einer begrenzten Ab schussgenehmigung. Im Kreis Nienburg hat ein Wolfsrudel zuletzt eine Pferdeherde angegriffen und mehrere Tiere getötet. In NRW gibt es zwei ausgewiesene Wolfsgebiete, eines davon umfasst unter anderem Teile der Kreise Borken, Wesel und Recklinghausen.

Verhaltenstipps bei einer Wolfsbegegnung

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  • Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich einem Wolf in freier Wildbahn begegne? Das NRW-Umweltministerium gibt für den „äußerst unwahrscheinlichen“ Fall folgende Tipps:

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nicht versuchen, sich dem Wolf zu nähern, ihn anzufassen oder zu füttern!

    Das Bild zeigt „Wolfsflüsterer“ Jos de Bruin im Naturwildpark „Granat“ in Haltern-Lavesum.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Nicht weglaufen, am besten stehen bleiben und abwarten, bis sich der Wolf zurück zieht.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Wenn man selbst den Abstand vergrößern will, langsam zurück ziehen.

    Foto: Bernd Thissen (dpa)
  • Man kann den Wolf auch vertreiben, indem man auf sich aufmerksam macht, zum Beispiel, indem man das Tier laut anspricht, in die Hände klatscht oder mit den Armen winkt.

    Foto: Julian Stratenschulte (dpa)
  • Da Wölfe die Nähe des Menschen mieden, sei es selbst in einem Gebiet, in dem Wölfe ihr Revier haben, äußerst unwahrscheinlich, ein Tier zu Gesicht zu bekommen, betont das Umweltministerium.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor allem bei jungen und unerfahrenen Wölfen könne es aber vorkommen, dass die Neugier stärker sei, als die Furcht.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Jede Sichtung eines Wolfs sollte möglichst bald an das zuständige Landesumweltamt gemeldet werden – in NRW unter der Nummer 02361-3050 (werktags) bzw. 0201-714488 (außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende) oder per E-Mail wolf_nrw@lanuv.nrw.de erreichbar.

    Foto: Gunnar A. Pier
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