Rettungsdienst Westerkappeln
Immer mehr Einsätze unter 112

Westerkappeln -

Im vergangenen Jahr gab es im gesamten Kreis Steinfurt 69 857 rettungsdienstliche Einsätze. Das bedeutet ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber 2017. Das ist nichts im Vergleich zur Entwicklung der Rettungswache Westerkappeln. Denn hier gab es im gleichen Zeitraum eine Steigerung von knapp 33 Prozent.

Donnerstag, 21.02.2019, 14:38 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 14:42 Uhr
Die Zahl der rettungsdienstlichen Einsätze steigt weiter. Das hat etwas mit der alternden Bevölkerung zu tun, aber auch noch andere Gründe.
Die Zahl der rettungsdienstlichen Einsätze steigt weiter. Das hat etwas mit der alternden Bevölkerung zu tun, aber auch noch andere Gründe. Foto: Jens Keblat

Was dahinter steckt, haben wir Helmut Heuing, Leiter des Ordnungsamtes beim Kreis Steinfurt gefragt, der für die Organisation des Rettungsdienstes verantwortlich ist.

Die Westerkappelner Rettungswache wird vom Deutschen Roten Kreuz betrieben und ist provisorisch (noch) im DRK-Heim an der Bullerteichstraße ansässig. Zwei Rettungswagen (RTW) sind dort stationiert; einer an sieben Tagen rund um die Uhr, das zweite Fahrzeug ebenfalls von montags bis sonntags, aber nur jeweils einen halben Tag. Außerdem steht am Bullerteich stundenweise ein Krankentransportwagen (KTW), und zwar montags bis donnerstags von 7 bis 13 Uhr und freitags von 6 bis 12 Uhr.

Mit 17 Mitarbeitern plus drei Auszubildenden – alle angestellt beim DRK – hat die Rettungswache Westerkappeln mittlerweile schon die Größe eines kleinen, mittelständischen Unternehmens erreicht.

In 2018 gab es 3576 Einsätze. Im Jahr davor waren es nur 2702, was eine Zunahme von 32,3 Prozent bedeutet. Diese Entwicklung resultiere allerdings nicht zuletzt aus dem Umstand, dass der zweite RTW erst im Mai 2017 stationiert wurde, gibt Heuing zu bedenken.

Das ist aber wohl nicht die einzige Ursache. Im Kreis Steinfurt gebe es nach wie vor ein Bevölkerungswachstum und vor allem eine weiter alternde Gesellschaft, was mehr Rettungsfahrten nach sich ziehe, erläutert der Leiter des Kreisordnungsamtes. Hinzu komme der zunehmende Verkehr auf den Straßen.

Und möglicherweise rufen manche Mitbürger auch lieber den Rettungswagen als sich selbst zum Arzt zu bewegen. „Der kassenärztliche Notdienst unter der Rufnummer 116 117 funktioniert nicht so, wie er sollte“, meint Heuing. Auch das könnte ein Grund für die steigenden Einsatzfahrten sein.

Die durch den zweiten RTW dazugekommenen Einsätze hätten möglicherweise Fahrten von Rettungswagen aus Ibbenbüren und Lengerich über den Berg unnötig gemacht. „Das war ja auch der gewünschte Effekt“, betont Heuing. „Durch die Steigerung der allgemeinen Einsatzzahlen wird das allerdings ein Stück weit aufgefressen.“

Die Rettungswagen würden natürlich so eingesetzt, wie es das Einsatzleitsystem vorsehe, erläutert er weiter. Das bedeutet: Ein RTW aus Westerkappeln, der gerade einen Patienten ins Klinikum nach Ibbenbüren gebracht hat, kann auch schon mal nach Dörenthe beordert werden, weil er das nächstgelegene Rettungsmittel ist. Umgekehrt kann ein Ibbenbürener RTW auch nach Lotte geschickt werden.

Wenn auch keine organisatorische Einheit, so ist aus gleichem Grund das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), das seit einem Jahr am Feuerwehrgerätehaus in Mettingen stationiert ist, durchaus im Verbund mit der Rettungswache Westerkappeln zu sehen. 829 rückte der Notarztwagen im vergangenen Jahr von dort aus. 233 Mal lagen die Einsätze in Mettingen, 201 Mal wurde das NEF in Westerkappeln benötigt. Dahinter folgten Recke (158), Ibbenbüren (150) und Lotte (45).

Die Quintessenz für Heuing ist, „dass sich die Wache in Westerkappeln mehr als bewährt hat“. Insofern ist der an der Mettinger Straße geplante Neubau ein logischer Schritt. Erster Spatenstich soll übrigens Mitte März sein.

Die Stationierung von Rettungsfahrzeugen und Personal ist nicht in Stein gemeißelt. „Die Zahlen werden von uns regelmäßig begutachtet und danach bewertet, ob und wo wir vielleicht nachsteuern müssen“, sagt der Leiter des Kreisordnungsamtes in Steinfurt. So wurden jetzt die im Kreisgebiet vorgehaltenen Krankentransport-Kapazitäten ausgedehnt, um die für die Notfälle benötigten Rettungswagen auch wirklich zur Verfügung zu haben.

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