200 Bürger demonstrieren auf dem Marktplatz
Protestsitzen in Warendorfs „guter Stube“

Warendorf -

Die Bürger waren am Samstag aufgerufen, sich mitsamt Stuhl auf den Marktplatz zu setzen und gegen die Änderung der Sondernutzungsgebühren, die von den Gastronomen für die Nutzung öffentlicher Flächen gezahlt werden müssen, zu demonstrieren - und 200 Personen sind der Aufforderung nachgekommen.

Sonntag, 03.03.2019, 16:06 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 16:21 Uhr
Die Resonanz war groß. Rund 200 Bürger waren mit ihren Stühlen zum Marktplatz gekommen, um die Gastronomen zu unterstützen. Nina Hoos Bögel (kl. Bild) hatte die Demo mitinitiiert.
Die Resonanz war groß. Rund 200 Bürger waren mit ihren Stühlen zum Marktplatz gekommen, um die Gastronomen zu unterstützen. Nina Hoos Bögel (kl. Bild) hatte die Demo mitinitiiert. Foto: Marion Bulla

„Es ist unglaublich, wie viele auf den Marktplatz gekommen sind, um uns zu unterstützen“, freute sich Toni Pisanelli, Inhaber des Restaurants In Mezzo.

200 Demonstranten

Schon vor der geplanten Protestaktion gegen die Erhöhung, die jüngst vom Rat beschlossen worden war. 200 Warendorfer saßen am Nachmittag in der „Guten Stube“. Einige wussten gar nicht so recht, warum sie eigentlich da waren. Wie Valeria Fabiana Casu und Aida Mamijev. „Wir dachten, das ist doch eine coole Aktion“, sagten die Freundinnen gut gelaunt. Andere waren weniger entspannt. Brigitte Bloch etwa. Die Warendorferin zeigte sich empört über die Willkür der Verwaltung. „Ich finde unseren Marktplatz sehr schön und vor allem auch die gastronomischen Angebote. Wären die nicht da, dann wäre der Marktplatz nur halb so attraktiv“, sagte sie.

Ihr Mann Thomas schloss sich an, er war in erster Linie über die Art und Weise entsetzt, wie den Gastwirten die Erhöhung mitgeteilt wurde. „Da fehlt es an Respekt“, sagte Thomas Bloch missgestimmt und fügte an, die nächste Wahl werde zeigen, ob das so eine gute Idee gewesen sei.

Die Betroffenen fühlten sich zu spät über die Gebührenerhöhung informiert. Natürlich wollten sie das nicht so hinnehmen und nach viel öffentlichen Aufschrei, der die Sache zum Politikum werden ließ, einigte sich die Politik auf einen Kompromiss von 4,80 Euro pro Quadratmeter.

Umgang der Stadt kritisiert

Den Protestierenden und den Wirten ging es auch um Würdigung, eine vernünftige Kommunikation und vor allem um Respekt. Deshalb hatte Nina Hoos-Bögel, den samstäglichen Protest zusammen mit Jana Kummer, Anita Rendòn und Katin Richter initiiert. „Der Umgang der Stadt mit den Gastwirten ist unmöglich. Eine glatte Sechs“, ärgert sich Hoss, und Jana Kummer ergänzte: „Wir sollten die Gastronomie lieben und sie nicht vertreiben!“

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