B 70 bei Wettringen
Lastwagen mit 112 Schweinen in Brand geraten

Ochtrup-Welbergen/Steinfurt/Wettringen -

Auf der Bundesstraße 70 zwischen Engels Kreuzung (L510) und der B 54 ist am Montagmittag die Zugmaschine eines Schweinetransporters in Brand geraten. Insgesamt 112 Tiere waren von dem Brand betroffen, zahlreiche davon sind vor Ort verendet. Die Polizei war anfangs unter Schusswaffengebrauch im Einsatz.

Montag, 04.03.2019, 13:50 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 18:22 Uhr
B 70 bei Wettringen: Lastwagen mit 112 Schweinen in Brand geraten
Foto: Jens Keblat

Um 11.50 Uhr war zunächst die freiwillige Feuerwehr aus Wettringen zu dem Fahrzeugbrand alarmiert worden, weil sich die Einsatzstelle nahe des Josefshauses befinden sollte. Erst auf der Anfahrt stellte sich jedoch für die Wehrleute heraus, dass sich der brennende Lastwagen auf Ochtruper Gebiet befand: „Die Feuerwehr Wettringen wurde vor uns alarmiert. Deshalb sind wir dann nachalarmiert worden. Als wir eingetroffen sind, waren die Kameraden aus Wettringen schon mit den Löscharbeiten beschäftigt“, sagte Michael Reinker von der Feuerwehr Ochtrup vor Ort, der nach kurzer Zeit die Einsatzleitung von Wettringens Wehrführer Christoph Remki übernahm.

Führerhaus in Flammen

Rund 40 Wehrleute beider Wehren waren ausgerückt. Als die Wehrleute mit den Löscharbeiten begonnen hatten, habe das Führerhaus der Zugmaschine bereits in voller Ausdehnung gebrannt, so Reinker weiter. Die Zugmaschine sei dann von dem Anhänger getrennt worden, der Brand konnte so nur noch auf den Aufbau der Zugmaschine übergreifen, in dem sich mehr als 60 Schweine befanden. Während einige davon in den Flammen verendet seien, konnten sich andere, stark in Mitleidenschaft gezogen, ins Freie begeben. Eines der Tiere legte kurzerhand eine mehrere hundert Meter weite Strecke auf einem Acker zurück.

Lastwagen mit 112 Schweinen in Brand geraten

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  • Ein mit 176 Schweinen beladener Lastwagen ist während der Fahrt in Ochtrup in Brand geraten. Mehrere Schweine starben.

    Foto: Jens Keblat
  • Der Fahrer bemerkte am Montag eine Rauchentwicklung im Motorbereich und hielt sofort an, teilte die Polizei Steinfurt mit. Die Zugmaschine geriet in Brand.

    Foto: Jens Keblat
  • Während mehrere Tiere in den Flammen verendeten, konnten sich andere, stark in Mitleidenschaft gezogen, ins Freie begeben.

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  • Um die Gefahr für die Verkehrsteilnehmer auf den umliegenden Straßen zu minimieren, wurde die B 70 gesperrt.

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  • Eines der Tiere legte kurzerhand eine mehrere hundert Meter weite Strecke auf einem Acker zurück.

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  • Insgesamt verendeten 64 Tiere, der Fahrer erlitt eine Rauchgasvergiftung.

    Foto: Jens Keblat
  • Eine Beamtin schoss zudem auf drei schwer verletzte Tiere und hinderte sie so an der weiteren Flucht.

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Fahrer erlitt Rauchgasvergiftung

Um die Gefahr vor allem für die Verkehrsteilnehmer auf den umliegenden Straßen zu minimieren, richtete die Polizei mithilfe der Feuerwehr nicht nur eine weiträumige Vollsperrung der B 70 ein, sondern machte frühzeitig auch von der Schusswaffe Gebrauch. Eine Beamtin schoss insgesamt vier Mal auf drei schwer verletzte Tiere und hinderte sie so an der weiteren Flucht. Der 28-jähriger Lastwagen-Fahrer aus Billerbeck wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Er hatte beim Ergreifen erster Maßnahmen eine Rauchgasvergiftung erlitten, so Reinker weiter.

64 Schweine tot

Insgesamt seien 112 Tiere in dem Lastwagen gewesen, 48 davon in dem Anhänger. Die Tiere aus dem Anhänger wurden einem Schlachthof zugeführt. Für die übrigen 64 Schweine aus der Zugmaschine jedoch kam jede Hilfe zu spät. Sie wurden allesamt von einem hinzugerufenen Tierarzt unter Aufsicht des Kreisveterinäramtes betäubt und in den Lastwagen einer Tierkörperbeseitigungsfirma verladen. Das aufwendige Prozedere nahm längere Zeit in Anspruch.

Vollsperrung der B 70 

Die B 70 bis zum späten Nachmittag voll gesperrt. Reinker: „Das ist schon nicht alltäglich, dass dann so viele Tiere auch vor Ort verenden. Heute ist Rosenmontag, viele Kameraden haben andere Dinge vor, aber das ist unser Hobby.“ In einer Nachbesprechung wollen die ehrenamtlichen Wehrleute ihren Einsatz zeitnah aufarbeiten. „Das ist traurig, wir sind aber alle landwirtschaftlich geprägt. Insofern ist es jetzt nicht so, dass es uns allen den Appetit verschlägt“, so Reinker mit Blick auf die verendeten Nutztiere. Zur Höhe des entstandenen Sachschadens und zur Brandursache konnte die Polizei noch keine Angaben machen. Die Ermittlungen dazu dauern noch an.

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