Attacke auf Geschäft in Telgte
Polizei vermutet religiös motivierte Taten

Telgte -

Mohammad Anwar Trabilsiah hat in den vergangenen Tagen gleich drei mal ekelig stinkende „Biobomben“ an und vor der Eingangstür seines City-Marktes an der Emsstraße vorgefunden. Die Polizei geht von einer religiös motivierten Tat aus und übergab die Angelegenheit an den Staatsschutz.

Mittwoch, 06.03.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2019, 09:06 Uhr
Mohammad Anwar Trabilsiah nach der letzten der bislang drei Taten, bei denen der Eingang seines Geschäftes an der Emsstraße von bislang unbekannten Personen mit Schweinemett und anderen Dingen verschmutzt wurde. Der Staatsschutz ermittelt mittlerweile.
Mohammad Anwar Trabilsiah nach der letzten der bislang drei Taten, bei denen der Eingang seines Geschäftes an der Emsstraße von bislang unbekannten Personen mit Schweinemett und anderen Dingen verschmutzt wurde. Der Staatsschutz ermittelt mittlerweile. Foto: Große Hüttmann

Es stinkt nicht nur und sieht richtig ekelig aus, sondern wahrscheinlich sind die „Biomüll-Bomben-Würfe“, die der Betreiber des City-Marktes an der Emsstraße in den vergangenen Tagen gleich drei Mal frühmorgens an der Eingangstür seines Geschäftes kleben hatte, religiös motivierte Taten. Davon geht jedenfalls die Polizei aus, die das Ganze mittlerweile bereits an den Staatsschutz übergeben hat.

Schweinefleisch deutet auf religiösen Hintergrund 

Mohammad Anwar Trabilsiah, seit der Mitte vergangenen Jahres der Betreiber des Geschäftes, kann sich jedenfalls einen anderen Hintergrund nicht erklären. „Ich bin mir sicher, dass ich keine Feinde habe“, sagt er.

Außerdem seien bei den „Anschlägen“ auf die Eingangstür jedes Mal Lebensmittel und andere Dinge verwandt worden, die seiner Meinung nach auf einen religiösen oder gar fremdenfeindlichen Hintergrund schließen lassen. Dazu gehört beispielsweise eine Sandale, die mit Schweinemett ausgestopft war. Bei jeder der drei Taten war Schweinefleisch mit im Spiel.

Täter kommen nachts 

Die erste der Taten geschah in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der vergangenen Woche, zu weiteren Fällen kam es in der Nacht von Freitag auf Samstag sowie von Sonntag auf Montag. Vor allem die letzte Tat lässt sich vom Zeitraum weitgehend eingrenzen: Bis 22 Uhr war der Ladeninhaber im Geschäftslokal, gegen 1.30 Uhr entdeckte ein Bekannter von ihm die neuerliche Attacke und informierte umgehend die Beamten sowie den gebürtigen Syrer.

Von der Einschätzung her decken sich die Vermutungen von Mohammad Anwar Trabilsiah und der Polizei. „Aufgrund der Vorgehensweise sind auch wir der Meinung, dass es sich um religiös motivierte Aktionen handeln könnte“, sagt Polizeisprecherin Angela Lüttmann. Die weiteren Ermittlungen seien bereits eingeleitet worden, einen Täterhinweis gebe es derzeit aber noch nicht.

Polizei sucht Zeugen 

Von daher setzt die Polizei auf mögliche Zeugen oder andere Personen, die in den vergangenen Tagen an der Emsstraße verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Diese können sich bei der Polizei in Münster, ✆ 0251/275-0, melden.

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