Ermittlungen gegen Funktionär dauern an
Fußballerinnen heimlich beim Duschen gefilmt

Bocholt -

Die Fußballerinnen des BV Borussia Bocholt sind heimlich beim Duschen gefilmt worden. Der Verdächtige, ein Funktionär des Vereins, wurde auf frischer Tat ertappt.

Donnerstag, 07.03.2019, 11:19 Uhr aktualisiert: 07.03.2019, 12:17 Uhr
Ermittlungen gegen Funktionär dauern an: Fußballerinnen heimlich beim Duschen gefilmt
(Symbolbild) Foto: Colourbox.de

Der Mann filmte durch ein freigekratztes Loch in einer Milchglasfolie die duschenden Spielerinnen und wurde dabei beobachtet. Die Zeuginnen hatten sich auf die Lauer gelegt, da der Funktionär in den vergangenen Wochen in den Verdacht geraten war, die
Spielerinnen (auch Jugendliche) heimlich im Bereich der Umkleiden bzw. Duschen zu filmen.

Polizeibeamte nahmen den Mann vorläufig fest und stellten Beweismittel sicher. Der Verdächtige ist geständig, räumte zudem ein in den vergangenen Monaten in mehreren Fällen im Umkleide- und Duschbereich des Vereins solche Aufnahmen gemacht zu haben.

Verein nimmt Stellung

Wer das Loch in die Folie gekratzt hat, steht laut Polizei noch nicht fest. Die Ermittlungen in dem Strafverfahren (bisheriger Vorwurf: "Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches durch Bildaufnahmen") dauern an. Der Verdächtige wurde nach seiner Vernehmung und weiteren kriminalpolizeilichen Maßnahmen entlassen.

Auf ihrer Internetseite nimmt der Vorstand von Borussia Bocholt Stellung zu dem Vorfall: "Aktuell laufen polizeiliche Ermittlungen, die es für uns alle abzuwarten gilt. Nachdem wir unsere betroffenen Teams lückenlos informiert haben, gilt es nun nach einem Schock der uns alle getroffen hat, unsere Köpfe hoch zu nehmen und in die Spur zu finden. Wir alle sind über den Vorfall erbost und schockiert. Wir waren alle mit einem Thema konfrontiert, welches wir so im Verein zuvor nie erlebt haben. Es ging darum ruhig zu bleiben und überlegt zu handeln. Unsere Damen haben die Nachricht unfassbar tapfer aufgenommen. Es geht jetzt darum volle Unterstützung zu bieten. Sowohl neben als auch auf dem Platz. Wir als Verein müssen nun zusammenstehen und verarbeiten, was passiert ist."

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