Kuh vom Eis ?
Gemeinde schließt Vereinbarungen zum Konzept für Bahnübergänge

Westerkappeln-Velpe -

Im Vorgriff auf den geplanten Umbau der Bahnübergänge Velpe will die Gemeinde Westerkappeln jetzt Verträge mit der Deutschen Bahn und dem Kreis Steinfurt abschließen. In einer Vereinbarung geht es auch darum, den östlichen Teil der Straße Am Velper Bahnhof zur Kreisstraße hochzustufen. Betroffene Anlieger hatten bei einer Bürgerversammlung vor einem halben Jahr ihren Widerstand „mit allen Mitteln“ angekündigt. Anscheinend ist die Kuh aber vom Eis.

Donnerstag, 07.03.2019, 17:04 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 13:34 Uhr
Ab Hausnummer 19 ist die Straße „Am Velper Bahnhof“ eine Tempo 30-Zone. Sollte sie zur Kreisstraße hochgestuft werden, wären gegebenenfalls 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Außerdem soll die Fahrbahn – wo möglich – verbreitert werden.Die Straße „Am Velper Bahnhof“ soll nach jetzigem Stand von Hausnummer 19 bis zum geplanten Übergang in Höhe des Gattenweges (grau markierter Bereich) als Kreisstraße ausgebaut werden.
Ab Hausnummer 19 ist die Straße „Am Velper Bahnhof“ eine Tempo 30-Zone. Sollte sie zur Kreisstraße hochgestuft werden, wären gegebenenfalls 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Außerdem soll die Fahrbahn – wo möglich – verbreitert werden.Die Straße „Am Velper Bahnhof“ soll nach jetzigem Stand von Hausnummer 19 bis zum geplanten Übergang in Höhe des Gattenweges (grau markierter Bereich) als Kreisstraße ausgebaut werden. Foto: Frank Klausmeyer

Im Zentrum des Konzepts steht – wie berichtet – der Bau einer Unterführung für die Tecklenburger Straße (L 584). Nach diversen Gesprächen und Anwohnerversammlungen seien sich die Gemeinde und die Deutsche Bahn jetzt handelseinig, dass die Bahnübergänge Sommerkamp und Ringstraße aufgehoben werden, berichtet Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer. Die Gleisquerung am Siekenweg wird ihr zufolge auch geschlossen. Stattdessen soll etwa 500 Meter östlich davon in Höhe des Gattenweges ein ganz neuer Übergang gebaut werden.

Der Kreis Steinfurt will dafür die Kreisstraße 12, die derzeit vom Beginn der Velper Straße nördlich der Schienen verschwenkt wird, auf die Straße Am Velper Bahnhof verlegen. Sie führt dann südlich der Gleise bis zum geplanten Übergang am Gattenweg.

Das Konzept hätten Gemeinde, Kreis und Bahn den Anwohnern bei einem Ortstermin vorgestellt. „Wir sind mit allen Anliegern die Straße von ,Cord´s Catering´ bis zum Gattenweg abgegangen“, erzählt Große-Heitmeyer. Dabei habe der Kreis zugesichert zu prüfen, ob der hochzustufende Abschnitt – wie momentan – Tempo 30-Zone bleiben kann.

Bei der Bürgerversammlung im September hatte Stephan Selker, Leiter des Kreisstraßenbauamtes, noch davon gesprochen, dass diese Geschwindigkeitsregelung möglicherweise „nicht durchgehalten werden“ könne. Verkehrsberuhigende Maßnahmen auf Kreisstraßen seien außerdem nicht gestattet. Die Aufpflasterungen müssten verschwinden. Wo möglich solle die Fahrbahn „Am Velper Bahnhof“ stattdessen auf sechs Meter verbreitert werden, wo das aus Platzgründen nicht gehe, werde die Straße ertüchtigt.

Auf Nachfrage beim Kreis erklärt das dafür zuständige Straßenverkehrsamt, dass die Frage der zulässigen Geschwindigkeit noch nicht abschließend entschieden sei. Das werde man im Zuge der Planfeststellung mit dem Kreisstraßenbauamt noch einmal klären. „Wir richten uns in erster Linie nach der Klassifizierung. Eine Kreisstraße ist keine Anwohnerstraße“, deutet Bernd Buskamp, Leiter des Straßenverkehrsamtes, die Richtung an.

Bürgermeisterin Große-Heitmeyer glaubt nicht, dass die Anlieger „Am Velper Bahnhof“ infolge der Hochstufung zur Kreisstraße jetzt mit zusätzlichem Schwerlastverkehr zu rechnen haben. „Wenn das Trogbauwerk an der Tecklenburger Straße fertig ist, werden die Lkw auf der Hauptstraßen bleiben.“ Die K 12 an der Einmündung der Laggenbecker Straße auf die L 584 enden zu lassen, wie es Velper Bürger vorgeschlagen hatten, sei nicht möglich, erklärt die Verwaltungschefin. „Die Kreisstraße braucht eine Anbindung von West nach Ost.“

Große-Heitmeyer betont, dass es den beteiligten Behörden im Verfahren weiter wichtig sei, den Prozess so transparent wie möglich zu gestalten. Dadurch seien auch schon Nachteile für die Bürger abgewendet worden. So sei der Vorschlag des Kreises, die K 12 über den Hollesch zu führen, erfolgreich abgewehrt worden.

„Am Velper Bahnhof“ scheint der angekündigte Widerstand indes gebrochen zu sein. Sie habe in der Nachbarschaft in diese Richtung nichts mehr gehört, erzählt eine Anliegerin. „Man kann da sowieso nichts machen. Das ist ja alles beschlossen.“

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