Nach Brand und Explosion auf Campingplatz
54-jähriger Lüdinghauser in Untersuchungshaft

Lüdinghausen -

Nach dem Brand samt Explosion einer Gasflasche auf dem Campingplatz an der Kanalküste in Lüdinghausen sitzt der 54-jährige Parzellenbesitzer in Untersuchungshaft. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft sei wegen des Verdachts unter anderem des versuchten Mordes Haftbefehl erlassen worden, teilte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt mit.

Dienstag, 12.03.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 12.03.2019, 17:47 Uhr
Der Wohnwagen sowie das angrenzende Holzhaus auf dem Campingplatz Kanalküste brannten komplett nieder.
Der Wohnwagen sowie das angrenzende Holzhaus auf dem Campingplatz Kanalküste brannten komplett nieder. Foto: Andre Braune

Nach dem Brand auf dem Campingplatz an der Kanalküste am späten Sonntagabend sitzt der 54-jährige Parzellenbesitzer in Untersuchungshaft. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilten, nahmen Polizisten den Lüdinghauser noch in der Nacht auf dem Areal in der Bauerschaft Berenbrock fest. Ein Richter hatte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Mordes, Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit versuchter Todesfolge sowie besonders schwerer Brandstiftung mit versuchter Todesfolge erlassen.

Bewohner hätten verletzt oder getötet werden können

Die Kriminalpolizei hatte die Brandstelle für weitere Ermittlungen beschlagnahmt. Nach Abschluss der Löscharbeiten sei einem Brandsachverständigen aufgefallen, dass der Explosion einer Gasflasche kein technischer Defekt zugrunde liegt, heißt es in der Presseinformation. Offenbar habe der 54-Jährige die Flasche bewusst in dem Wohnwagen aufgedreht, um dann mit einer zurückgelassenen brennenden Kerze die Detonation auszulösen.

Brand auf Campingplatz

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  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Flammen.

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  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Flammen.

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  • Auf dem Campingplatz an der Kanalküste in der Bauerschaft Berenbrock standen ein Campingwagen und ein Holzhaus in Flammen. Im Folgenden weitere Bilder vom Einsatzort.

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„So eine Explosion ist nicht zu kontrollieren“, betonte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. „Durch die Nähe zu den angrenzenden Parzellen hätten deren Bewohner verletzt oder sogar getötet werden können.“ Es sei nur glücklichen Umständen zu verdanken, dass niemand Schaden genommen habe. Wie berichtet, wurden in der Brandnacht zwölf Bewohner des Campingplatzes aufgrund des Verdachts auf Rauchgasvergiftung vor Ort medizinisch betreut, nach Abschluss der Löscharbeiten konnten sie jedoch in ihre Unterkünfte zurückkehren.

Im Rahmen der Vernehmung habe der Lüdinghauser die Handlung in Teilen eingeräumt, berichtete Ulrich Bux, Leiter der beim Polizeipräsidium Münster eingerichteten Mordkommission. „Er wollte nach ersten Erkenntnissen seine Lebenssituation hier beenden und im nichteuropäischen Ausland neu anfangen“, so Bux.

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