Verkehrsinfrastrukturprojekt
Deutsche Bahn passt Pläne an: RRX fährt doch bis Münster

Münster -

Flinke Züge im 15-Minuten-Takt: Der Rhein-Ruhr-Express ist ein prestigeträchtiges Projekt. Münster zwar zwischenzeitlich abgehängt. Das hat sich nun geändert. Die Bahn macht eine Rolle rückwärts - und plant eine direkte Verbindung ab Dortmund.

Mittwoch, 13.03.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 13.03.2019, 19:32 Uhr
Verkehrsinfrastrukturprojekt: Deutsche Bahn passt Pläne an: RRX fährt doch bis Münster
Das Foto zeigt einen Zug des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) des privaten Bahnbetreibers Abellio. Foto: dpa

Rolle rückwärts in der Rhein-Ruhr-Express-Planung: Die Stadt Münster soll nun doch wieder direkt über Dortmund an das RRX-Netz angeschlossen werden. Das hat das NRW-Verkehrsministerium bestätigt.

Bund und Bahn hatten zwischenzeitlich von dieser Lösung Abstand genommen, weil dafür die eingleisige Strecke Münster-Lünen zumindest teilweise ausgebaut sein muss. Da dieses Projekt im Bundesverkehrswegeplan lange Zeit nur unter ferner liefen eingestuft war, kappte die Bahn in ihren Verkehrsplanungen die direkte Verbindung und band Münster über den Umweg Recklinghausen-Essen (RE 2) ans geplante Schnellzugnetz an.

Das ist jetzt wieder passé. Nachdem das Bundesverkehrsministerium Ende 2018 den Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen in den vordringlichen Bedarf hochgestuft hatte, passte die Bahn ihre Planungen an und kehrte zum Ursprungsentwurf aus 2006 zurück. Schon damals war die direkte RRX-Verbindung von Dortmund über Lünen nach Münster vorgesehen. „In der Konsequenz wird Münster damit eine doppelte Anbindung haben“, hieß es aus dem ­Ministerium. Der RRX-Zug auf der RE 2-Strecke soll näm­lich bleiben.

Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund

Der vier Milliarden Euro teure Rhein-Ruhr-Express ist das derzeit größte Verkehrsinfrastrukturprojekt in NRW. Die Züge sollen im 15-Minuten-Takt auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund verkehren und täglich 60.000 Menschen befördern. Über sogenannte Außenäste werden Städte wie Bielefeld, Paderborn, Kassel und Münster angeflanscht. Bis das so weit ist, werden aber noch Jahre vergehen – auch wenn RRX-Züge bereits seit Dezember auf ausgewählten Strecken durch das Land rollen.

Damit Münster direkt an gefahren werden kann, muss der Dortmunder Hauptbahnhof umgebaut werden. Die ursprünglich für 2017 angesetzten Vorplanungen hierfür beginnen laut DB Netz nun diesen Sommer.

Angestrebt wird aber nicht mehr die große Lösung, bei der der RRX-Zug über eine gleisüberquerende Brücke kreuzungsfrei nach Münster gefahren wäre, sondern eine, bei der der Zug östlich des Bahnhofs konventionell über Weichen Richtung Norden geführt wird. Kostenersparnis: 300 Millionen Euro.  

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