Kaninchenkadaver in Tüten entsorgt
Hundebesitzerin macht bei Spaziergang einen unschönen Fund

Ochtrup -

Es war ein unschöner Fund, den eine Och­truperin am Samstagmittag machte: Beim Spaziergang mit ihrem Hund fielen der 30-Jährigen am Lütkefeld an einem Baum zwei Müllsäcke ins Auge.

Dienstag, 19.03.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 19.03.2019, 06:55 Uhr
In diesen Müllsäcken fand die Hundebesitzerin bei ihrem Spaziergang am Samstagmittag die Tierkadaver, die sich als Kaninchenreste entpuppten.
In diesen Müllsäcken fand die Hundebesitzerin bei ihrem Spaziergang am Samstagmittag die Tierkadaver, die sich als Kaninchenreste entpuppten. Foto: privat

„Da ich ein ungutes Gefühl hatte“, so die Hundehalterin, „schaute ich genauer hin und vernahm direkt einen unangenehmen Geruch. Beim Berühren der Säcke mit dem Fuß erhärtete sich mein Verdacht, dass jemand dort möglicherweise tote Tiere abgelegt hatte.“

Da die Ochtruperin nicht ohne konkrete Hinweise die Polizei informieren wollte, öffnete sie eine der Tüten einen Spalt breit. Zum Vorschein kam eine weitere Verpackung, auf der sich bereits Larven breit gemacht hatten. Die zweite Tüte, so die Frau, „öffnete ich daher nur noch einen Spalt breit und als ich das hellrote Fell eines Hundes sah, verständigte ich die Polizei.“

Illegale Müllentsorgung

Die Beamten rückten aus, notierten die Angaben der Spaziergängerin und schrieben laut Polizeisprecher Reiner Schöttler eine Ordnungswidrigkeiten-Anzeige. Reiner Schöttler: „Diese wird nun weitergeleitet an den Kreis Steinfurt, der vermutlich wegen illegaler Müllentsorgung tätig wird.“

Die 30-jährige Hundebesitzerin hat zudem noch am Wochenende den Ochtruper Tierschutzverein „Glücksbringer“ informiert. Der wiederum wollte sich mit den kommunalen Ordnungsamt in Verbindung setzen.

Überreste von Kaninchen verpackt und „entsorgt“

Nach Rückfrage unserer Zeitung bei Bürgermeister Kai Hutzenlaub ist der Bauhof am Montagmorgen auch direkt tätig geworden. „Wir haben die Säcke zunächst einmal abtransportiert. Als weiterer Schritt wird nun die zuständige Tierkörperbeseitigungsanstalt benachrichtigt, die die Kadaver abholen wird.“ Allerdings, so ergab ein Blick der Bauhof-Mitarbeiter in die gefundenen Säcke, waren dort nicht etwa tote Hunde, sondern Überreste von Kaninchen verpackt und „entsorgt“ worden.

Kein Einzelfall

Leider, so Kai Hutzenlaub, käme es immer wieder vor, dass an entlegenen Stellen im Stadtgebiet oder in Waldstücken Tierreste aufgefunden würden. „Wir müssen dann jeweils schauen, wie wir in diesen Fällen weiter verfahren. Das kommt immer auf die Umstände an.“ So hätten die Bauhofmitarbeiter weder die Ausbildung noch geeignete Mittel, um diesbezüglich selbst tätig zu werden. „Die Beseitigungsanstalt ist da ganz anders ausgerüstet und kann auch schauen, ob bei einem getöteten Tier Hinweise auf eine Straftat wie etwas Tierquälerei vorliegen.“ Wenn das der Fall sei, müsse überlegt werden, wie das weitere Verfahren aussehe. „Wir selbst als Kommune sind keine Strafverfolgungsbehörde“, gibt der Bürgermeister zu bedenken.

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