„Eises Kälte“ überzeugt bei internationalen Festivals
Preise sammeln – ohne guten Anzug

Nordwalde -

Der Film „Eises Kälte“ sammelt derzeit bei Festivals in aller Welt verschiedene Preise. Auch in der Königsklasse „bester Film“ stand das Werk des Nordwalder Regisseurs Roland Busch vorne. Selbst in Indien kam der Mystery-Krimi, der dort im Original mit englischen Untertiteln gezeigt wurde, super an.

Donnerstag, 21.03.2019, 07:00 Uhr
Stolz präsentieren sie die Urkunden, die der Film „Eises Kälte“ bei internationalen Festivals gewonnen hat (v.l.): Drehbuchschreiber Klaus Uhlenbrock, Regisseur Roland Busch und Autor Klaus Kormann.
Stolz präsentieren sie die Urkunden, die der Film „Eises Kälte“ bei internationalen Festivals gewonnen hat (v.l.): Drehbuchschreiber Klaus Uhlenbrock, Regisseur Roland Busch und Autor Klaus Kormann. Foto: Marion Fenner

Roland Busch sammelt gerade Urkunden, einige sind auch schon gerahmt – der Film „Eises Kälte“, den der Regisseur aus Nordwalde im vergangenen Jahr mit seinem Team produziert hat, räumt gerade auf Festivals in aller Welt Preise ab. „Beste Hauptdarstellerin“, „beste Nebendarstellerin“, „bester Trailer“, „bester Mystery-Film“ und auch in der Königsklasse „bester Film“ hat der Streifen bereits gewonnen.

Dem Film liegt eine Kriminalgeschichte aus der Feder des Autors Klaus Kormann, der ebenfalls aus Nordwalde kommt, zugrunde. „Es ist üblich, einen Film erst einmal auf Festivals zu zeigen, bevor sich Kinos oder auch das Fernsehen dafür interessieren“, erklärt Klaus Uhlenbrock, der das Drehbuch für den Film geschrieben hat und für den Ton verantwortlich war. Auch er freut sich riesig darüber, dass der Film auch bei internationalem Publikum ankommt.

Gewonnen hat „Eises Kälte“ Preise bisher bei Festivals in Indien und in Los Angeles. „Weltweit hat Roland Busch den Film bei ausgeschriebenen Filmpreisen eingereicht. Bei mehreren ist das Werk schon durch die Vorauswahl gekommen. In Toronto hat es „Eises Kälte“ bereits bis in das Finale geschafft. „Ich bin zuversichtlich, dass wir noch mehrere Auszeichnungen bekommen“, sagt der Regisseur.

Ich bin zuversichtlich, dass wir noch mehrere Auszeichnungen bekommen.

Roland Busch

Warum der Film, der überwiegend in Altenberge gedreht wurde und dem auch nur ein Budget von 20 000 Euro zur Verfügung stand, nun gerade in Indien so gut ankam, kann sich Busch auch nicht erklären. Dort habe er sowohl Jury als auch das Publikum überzeugt, sagt er. Gezeigt wird der Film bei den Festivals übrigens im Original mit englischen Untertiteln.

„In Indien werden mehr Filme produziert als in Hollywood“, berichtet Roland Busch. Eigentlich ständen Inder mehr auf Tanzfilme. „In unserer Geschichte wird aber nicht getanzt.“ Die Thematik mit einer Zeitreise ins 19. Jahrhundert scheine den Zuschauern aber dennoch gefallen zu haben. „Mich macht es einfach nur stolz, wenn unser Produkt dort so gut ankommt“, sagt Busch. Auch der Erfolg in Los Angeles war etwas Besonderes, „Dort saßen wirklich namhafte Leute in der Jury. Verstecken müssen wir uns mit unserem Film offensichtlich nicht.“

Preisgeld

In der Regel ist es so, dass der Regisseur den Film für ein Festival anmeldet, eine Teilnahmegebühr bezahlt und dann – so hoffen die Macher – von einer Jury für die Teilnahme an dem Filmpreis nominiert wird. Vor einigen Tagen allerdings war es umgekehrt. Roland Busch bekam einen Anruf von Organisatoren eines Filmpreises aus Ludwigshafen am Rhein. „Die wollen unseren Film haben“, sagt er und ist fast ein wenig überrascht, wie bekannt der Film offensichtlich schon ist.

Im englischen Bristol, in Kitzbühel und oder der schwedischen Hauptstadt Stockholm ist der Film ebenfalls bei Festivals angemeldet. Ob es wieder Preise gibt, bleibt abzuwarten.

Dieser erste Erfolg hat dem Team jedenfalls schon einmal Mut gemacht: „Wir bewerben uns weiter, wenn es auch nicht gerade bei dem Filmfestspielen in Cannes sein wird“, sagt Roland Busch mit einem Augenzwinkern. Mit den Preisen ist nicht das große Geld zu machen, betont der Regisseur. In erster Linie gehe es darum, zu sehen, wie der Film ankommt und ihn insgesamt bekannter zu machen. Und wenn zusätzlich ein wenig Preisgeld eingenommen werden kann, sei das ein schöner Grundstock für den nächsten Film, für den es bereits erste Ideen gibt.

Selbstausdrucken

Den guten Anzug müssen Roland Busch und sein Team übrigens jetzt nicht jede Woche aus dem Schrank holen, um irgendwo auf der Welt über den roten Teppich zu schreiten. Mit einer Oscar-Verleihung hat das ganze nämlich weniger zu tun. Die Urkunden werden in der Regel zum Selbstausdrucken zur Verfügung gestellt, Pokale oder andere Statuen gegen Bezahlung und teils recht üppige Portokosten nur auf Wunsch zugeschickt. An die beiden Preisträgerinnen Isabella Hunstiger, die einmal als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde und Hauptdarstellerin Louise Lejeune reicht Busch die Auszeichnung natürlich weiter. Dennoch planen Roland Busch, Klaus Uhlenbrock und Klaus Kormann auch einmal persönlich an einen Filmfestival teilzunehmen. Gerne mit rotem Teppich. „Das müssen wir auch einmal mitmachen“, sind die drei überzeugt.

Nun träumen die Macher davon, dass Kinobetreiber Interesse an dem Film zeigen oder gar von einem Anruf eines TV-Senders, der den Krimi ausstrahlen will. „Das wäre wirklich für uns alle das Größte“, versichert Roland Busch.

Am Samstag und Sonntag (23. und 24. März) wird der Film „Eises Kälte“ zum ersten Mal in Nordwalde im Forum der KvG-Gesamtschule gezeigt. Samstag um 19 Uhr und am Sonntag um 15.30 Uhr. Für den Sonntag gibt es noch einige Restkarten, der Samstag ist eigentlich ausverkauft. „Wenn Karten zurückgegeben werden, können Interessierte an der Abendkasse Glück haben“, sagt Kormann, der gemeinsam mit der Kfd diese einmalige Kinovorstellung für die Nordwalder organisiert.

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