Großeinsatz in Ottmarsbocholt: Vater in Polizeigewahrsam, Mutter im Frauenhaus
35-Jähriger hatte Waffen in der Wohnung

Ottmarsbocholt -

Der 35-Jährige, der sich am Mittwoch in Ottmarsbocholt mit seiner einjährigen Tochter in seiner Wohnung verschanzt hatte, ist wieder auf freiem Fuß. Seine Frau wurde mit der Tochter in einem Frauen- und Kinderschutzheim untergebracht. Ein Strafverfahren gegen den Mann wurde eingeleitet.

Donnerstag, 21.03.2019, 15:04 Uhr
In der Wohnung über der Pizzeria hatte sich der 35-Jährige mit seiner einjährigen Tochter verschanzt.
In der Wohnung über der Pizzeria hatte sich der 35-Jährige mit seiner einjährigen Tochter verschanzt. Foto: Beate Nießen

Nachdem er über Nacht im Polizeigewahrsam den Alkoholpegel abgebaut hatte, zeigte sich der am Mittwoch nach einem Familienstreit in Ottmarsbocholt festgenommene Familienvater reuig. Der Mann hatte sich vier Stunden lang mit seiner einjährigen Tochter in der Wohnung verschanzt und damit einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst (WN berichteten).

„Im Zuge einer Gefährderansprache zeigte ihm die Sachbearbeiterin im Kriminalkommissariat die Konsequenzen seines Handelns auf. Gemäß Polizeigesetz wurde er mit einem Rückkehrverbot für die Wohnung in der Kirchstraße innerhalb der nächsten zehn Tage belegt“, teilt die Polizei mit. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung konnte er das Polizeigewahrsam verlassen. Mit der Vernichtung seiner Armbrust und seiner Schreckschusspistole sei der 35-Jährige einverstanden. Ein Strafverfahren wurde eingeleitet. „Seine Frau ist auf eigenen Wunsch mit der Tochter in ein Frauen- und Kinderschutzheim gegangen“, so Werenbeck-Ueding auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten. Die 32-Jährige werde dort weiterhin betreut und über ihre rechtlichen Möglichkeiten aufgeklärt.

Ursache für den Großeinsatz mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) war ein Beziehungsstreit zwischen dem Paar, der sich auf die Kirchstraße verlagert hatte. Als die Polizei aufgrund von Zeugenanrufen am Ort des Geschehens eintraf, habe sich der alkoholisierte 35-Jährige aggressiv verhalten. Er habe sich schließlich mit seiner einjährigen Tochter in die Wohnung zurückgezogen und den Aufforderungen der Polizei, die Wohnung zu verlassen, nicht Folge geleistet, erläuterte Werenbeck-Ueding. Wegen der „zu vermutenden Bedrohungslage für das Kind“ seien SEK und Verhandlungsspezialisten angefordert worden. Zumal der Mann über eine Schreckschusswaffe und eine Armbrust verfügt habe. Nach vier Stunden wurde der 35-Jährige im Hausflur von Spezialeinsatzkräften überwältigt

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