Kita-Plätze in Sendenhorst
Ein Anbau und ein Privathaus sollen es richten

Sendenhorst -

Die Stadt muss kürzfristig weitere Kita-Plätze zur Verfügung stellen. Weil ein Neubau nicht schnell zu verwirklichen ist, hat der Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstag Übergangslösungen beschlossen: einen Kita-Anbau und den Umbau eines Privathauses.

Freitag, 29.03.2019, 07:00 Uhr
Die Stadt muss kurzfristig weitere Kita-Plätze zur Verfügung stellen. Die Übergangslösungen hat der Haupt- und Finanzausschuss gestern Abend beschlossen.
Die Stadt muss kurzfristig weitere Kita-Plätze zur Verfügung stellen. Die Übergangslösungen hat der Haupt- und Finanzausschuss gestern Abend beschlossen. Foto: dpa

Fehlende Betreuungsplätze für Kinder zwingen die Stadt zum akuten Handeln. Und das, obwohl die Erweiterung des Montessori-Kindergartens gerade erst beschlossen ist. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Schule und Soziales hatte das Jugendamt des Kreises aufgezeigt, das zum kommenden Kindergartenjahr zusätzlich 20 Plätze für Kinder im Alter von zwei Jahren bis zur Einschulung und weitere zehn für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung gestellt werden müssen. Ein Jahr später müssen zudem 25 Kinder im Alter ab drei Jahren untergebracht werden.

Übergangslösungen

Das soll, wie in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstagabend dargestellt, in einem Anbau an der Kita St. Michael und im umzubauenden Privathaus an der Langenstraße 17 geschehen. Dem hat der Ausschuss zugestimmt, wenngleich „mit einigen Bauchschmerzen“, so SPD-Sprecherin Christiane Seitz-Dahlkamp.

Die Stadtverwaltung hatte im Vorfeld in Gesprächen mit einer ganzen Reihe von Beteiligten verschiedene Alternativen geprüft. Dazu gehörte auch die Anmietung und Aufstellung von Containern, die allerdings für 24 Monate 250 000 Euro kosten würden, schildert die Verwaltung. Die Stadt beziffert den finanziellen Aufwand für den Anbau an der Kita St. Michael auf 120 000 Euro und den für den Umbau des Erdgeschosses an der Langenstraße auf 50 000 Euro. Hinzu kommen für dieses Objekt Miet- und Nebenkosten in Höhe von 40 000 Euro – macht für zwei Jahre ein Gesamtbudget von 90 000 Euro. Dabei hofft die Stadt auf einen Umbaukostenzuschuss des Kreises Warendorf in Höhe von 15 000 Euro und auf Mieteinnahmen über den Träger der Einrichtung – die katholische Kirchengemeinde –, die sich auf 38 000 Euro belaufen.

Anbau an die Kita St. Michael

Wie berichtet, plant die Kirchengemeinde St. Martinus und Ludgerus auf einem eigenen Grundstück den kompletten Neubau einer Kita auf Basis eines Investorenmodells. Doch die Einrichtung werde frühestens im Sommer 2020 in Betrieb gehen können. Wahrscheinlicher sei eine Fertigstellung eher im Jahr 2021, erklärte die Verwaltung. Deshalb müssten bis dahin sowohl finanziell tragbare als auch gut geeignete Übergangslösungen geschaffen werden.

Die katholische Gemeinde hatte sich bereiterklärt, die zehn Kinder unter drei Jahren in der Kita St. Michael zu betreuen. Pläne für einen Anbau gebe es dort bereits seit Umgestaltung des Kindergartens im Jahr 2012. Umgesetzt wurden sie bislang aber nicht.

Der Anbau werde allerdings vermutlich auch nicht bis zum Sommer fertig. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Kinder auch in der Anfangsphase gut untergebracht werden können, wenn alle ein wenig enger zusammenrücken. Das jedenfalls habe die Verbundleiterin der katholischen Kitas versichert.

Die Kirche wünscht, dass die Stadt die verbleibenden 90 000 Euro finanziert.

Aus dem Bericht der Stadtverwaltung

Der Kreis Warendorf habe zugesagt, sich über das Jugendamt mit 30 000 Euro zu beteiligen. „Die Kirche wünscht, dass die Stadt die verbleibenden 90 000 Euro finanziert“, schildert die Verwaltung in der umfangreichen Sitzungsvorlage. Da der Anbau zu „einer langfristigen Verbesserung und Wertsteigerung des Gebäudes“ führe, erwartet die Stadt, dass sich das Bistum an der Finanzierung beteiligt. Das sei auch in anderen Kommunen mit entsprechenden Modellen geschehen. Eine langfristige Vierzügigkeit sei durch den Anbau an die Kita aber nicht beabsichtigt, schilderte die Verwaltung.

Umbau eines Privathauses an der Langenstraße

Das Privathaus an der Langenstraße 17 wird nach Schilderung der Verwaltung derzeit nur zum Teil genutzt. Die Eigentümerin wolle es in zwei Jahren sowieso umfassend für die eigene Nutzung umbauen. Bis dahin könnten das Erdgeschoss, in dem unter anderem Türen ausgetauscht, ein zweiter Rettungsweg sowie Sanitäranlagen für die Kinder geschaffen werden müssen, sowie zwei Räume im Obergeschoss als Lager und für das Personal genutzt werden. Zudem muss der Garten zum Spielen hergerichtet werden.

Das Geld für diese akuten Maßnahmen war im städtischen Etat bislang nicht vorgesehen. Deshalb wurden in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses 182 200 Euro – zu den Bau-, Umbau- und Mietkosten kommt ein Betriebskostenanteil der Stadt – außerplanmäßig zur Verfügung gestellt.

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