Restaurierung schreitet voran
Die Region soll profitieren: neue Pläne für Schloss Senden

Senden -

Die Menschen im ganzen Münsterland sollen von der Restaurierung des Sendener Schlosses profitieren. Dazu möchte der Verein Schloss Senden hochwertige Kulturveranstaltungen anbieten. Basis für dieses Vorhaben ist die denkmalgerechte Restaurierung des Gebäudes, die stetig voranschreitet, wie ein Besuch auf der Baustelle zeigte.

Donnerstag, 28.03.2019, 18:29 Uhr
Noah Kasten, vom Dachdeckerbetrieb Kleinwechter & Bröcker, ist an der Kuppel des Südturms mit den letzten Vorbereitungen vor dem Aufsetzen der elf Meter hohen Spitze beschäftigt.
Noah Kasten, vom Dachdeckerbetrieb Kleinwechter & Bröcker, ist an der Kuppel des Südturms mit den letzten Vorbereitungen vor dem Aufsetzen der elf Meter hohen Spitze beschäftigt. Foto: sff

„Den Begriff Leuchtturmcharakter verwende ich nicht so gerne“, räumt Dr. Franz Waldmann ein, während sein Blick nachdenklich über den eingerüsteten Romberg-Trakt von Schloss Senden streift. Dann findet der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Schloss Senden eine passendere Beschreibung: „Wir wollen hier einen herausragenden Ort für kulturelle Veranstaltungen mit besonderem Anspruch und Charakter schaffen. Für Konzerte, Lesungen, Ausstellungen und Vorträge zum Beispiel, die sonst nicht nach Senden kämen. Die Menschen in der Region sollen von der Restaurierung profitieren.“ Durch Zuwendungen von rund 1,1 Millionen Euro und Spenden von über 125.000 Euro ist der gemeinnützige Verein diesem Ziel bereits ein gutes Stück näher gekommen.

Das ist echtes, perfektes Kunsthandwerk

Dr. Franz Waldmann zur Leistung der Steinmetze

Voll des Lobes ist Waldmann für die Leistung der Handwerker: „Sie haben in den vergangenen Monaten Maßarbeit bis in allerletzte Detail geleistet. Das ist echtes, perfektes Kunsthandwerk.“ Besondere Kompetenz erforderten die Arbeiten im Dachbereich und am Balkon, weil sowohl technische Notwendigkeiten zur Stabilisierung und Konservierung als auch Vorgaben des Denkmalschutzes unter einen Hut gebracht werden mussten.

Restaurierung von Schloss Senden schreitet voran

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  • Der Balkon über der Gräfte soll wieder zugänglich gemacht werden.

    Foto: sff
  • Der Balkon über der Gräfte soll wieder zugänglich gemacht werden.

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  • Der Balkon über der Gräfte soll wieder zugänglich gemacht werden.

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  • Das Fundament des Balkons ist bereits erneuert worden.

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  • Sämtliche nutzbaren Teile bleiben erhalten. Nur dort, wo der Zahn der Zeit zu stark genagt hat, werden originalgetreue Replikate eingesetzt.

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  • Der Balkon über der Gräfte soll wieder zugänglich gemacht werden.

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  • Der Balkon über der Gräfte soll wieder zugänglich gemacht werden.

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  • Beschädigte Simse, Stürze und Gewände werden ausgebaut und erneuert.

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  • Die Kuppel des Südturms wird für die Montage einer neuen Spitze vorbereitet.

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  • Die Kuppel des Südturms wird für die Montage einer neuen Spitze vorbereitet.

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  • Foto: sff
  • Die Kuppel des Südturms wird für die Montage einer neuen Spitze vorbereitet.

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  • Passgenaue Abdichtungen sowie Blitzableiter und Vogelsperren wurden auf dem Dach installiert.

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  • Passgenaue Abdichtungen sowie Blitzableiter und Vogelsperren wurden auf dem Dach installiert.

    Foto: sff
  • Ein Großteil der Gauben wurde bereits erneuert.

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  • Ein Großteil der Gauben wurde bereits erneuert.

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  • Einige Gauben müssen noch restauriert werden.

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  • Passgenaue Abdichtungen sowie Blitzableiter und Vogelsperren wurden auf dem Dach installiert.

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  • Einige Gauben müssen noch restauriert werden.

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  • Sehr aufwendig und zeitraubend waren die Fugenarbeiten am Romberg-Trakt.

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  • Sehr aufwendig und zeitraubend waren die Fugenarbeiten am Romberg-Trakt.

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  • Sehr aufwendig und zeitraubend waren die Fugenarbeiten am Romberg-Trakt.

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Das weiß niemand besser als Bauleiter Sami Abulamdi: „Sämtliche Originalteile, die brauchbar sind, werden gereinigt, restauriert und weiterverwendet. Nur dann, wenn Teile unbedingt ausgetauscht werden müssen, ersetzen wir sie originalgetreu“, erläutert der Steinmetz der Firma Paetzke. Wie beim Original werden Simse, Stürze und Gewände aus Baumberger Sandstein rekonstruiert.

„Viel mehr Zeit als gedacht, haben die Fugenarbeiten gebraucht. An vielen Stellen mussten wir sie ausflexen, erneuern und ergänzen“, schildert Abulamdi eine wichtige Maßnahme, die neben diversen Abdichtungsmaßnahmen, dem Schutz des historischen Gebäudes vor Witterungseinflüssen dient.

Sämtliche Originalteile, die brauchbar sind werden gereinigt, restauriert und wiederverwendet.

Bauleiter Sami Abulamdi

Nach Abschluss der Dach- und Fugenarbeiten am Romber-Trakt wird die Restaurierung jetzt im Bereich des Innenhofes fortgesetzt. Ferner soll der Balkon, „das architektonische Kleinod über der Gräfte“, so Schloss-Geschäftsführerin Dr. Martina Fleßner, wieder zugänglich gemacht werden. Zudem soll in der nächsten Woche auf die Kuppel des Südturms eine elf Meter hohe Spitze aufgesetzt werden, als „krönender Abschluss des Bauabschnitts. Und als Zeichen für die Ambitionen des Vereins, durch Restaurierung und Nutzungskonzept „Visionen für Senden zu schaffen“, sagt Waldmann.

Sekt zur Balkoneinweihung und Turmführung für Spender

Unter der Schirmherrschaft von Matthias Löb, Präsident des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe, und von Bürgermeister Sebastian Täger ist soeben eine Spendenaktion angelaufen. Denn für die denkmalgerechte Restaurierung des Balkons werden noch 30 000 Euro benötigt. Für die neue Spitze des Südturms fehlen dem gemeinnützigen Verein noch 15.000 Euro.

Wer für die Spitze des Südturms spendet, wird zu einer „exklusiven Turmführung“ eingeladen. Bei einer Spende mit dem Verwendungszweck „Balkon“ werden die Unterstützer zur offiziellen Balkoneinweihung auf ein Glas Sekt eingeladen.Spenden können unter dem Stichwort „Balkon“ beziehungsweise „Turm“ – je nachdem, wofür das Geld bestimmt ist – auf das Konto des Vereins Schloss Senden überwiesen werden IBAN: DE64 4015 4530 0038 2078 82.

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