Stadtrat entscheidet über Resolution
Lkw-Verkehr in Albersloh: „Ein unhaltbarer Zustand“

Albersloh -

Am Donnerstag (4. April) trifft sich der Rat der Stadt in der Albersloher Wersehalle. Im Mittelpunkt steht die Resolution zum Lkw-Verkehr in Albersloh. Im Entwurf fordert die Stadtverwaltung, dass der überörtliche Lkw-Verkehr über die Bundesstraßen am Dorf vorbeigeleitet wird.

Dienstag, 02.04.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 09:55 Uhr
Am Donnerstag entscheidet der Rat der Stadt über eine Resolution, die dem Verkehrsausschuss des Landtags zugeleitet werden soll. Mitglieder der Initiative haben unter anderem mit Landrat Dr. Olaf Gericke (oben, Mi.) und Regierungspräsidentin Dorothee Feller gesprochen.
Am Donnerstag entscheidet der Rat der Stadt über eine Resolution, die dem Verkehrsausschuss des Landtags zugeleitet werden soll. Mitglieder der Initiative haben unter anderem mit Landrat Dr. Olaf Gericke (oben, Mi.) und Regierungspräsidentin Dorothee Feller gesprochen. Foto: Dörken/Husmann/Uhlen

Wenn eine Sitzung des Stadtrates in der Wersehalle stattfindet, dann braucht es dafür besondere Gründe: Es geht um ein besonderes Thema für Albersloh, und man braucht Platz.

Das dürfte am Donnerstagabend gegeben sein, denn wenn das höchste städtische Entscheidungsgremium um 18 Uhr in der Wersehalle zusammenkommt, dann steht die Resolution des Rates zur Entlastung des Ortskernes von Albersloh vom Schwerlastverkehr im Mittelpunkt. Das beschlossene Papier soll dem Verkehrsausschuss des Landes NRW übermittelt werden.

In dem zweiseitigen Schreiben, dessen Entwurf die Stadtverwaltung erarbeitet hat, geht es zudem darum, die Planung der Ortsumgehungen für Albersloh und Sendenhorst „zügig weiterzuführen“.

Hierbei wird davon ausgegangen, dass wegen der Gefährlichkeit der Ortsdurchfahrt Fahrradverkehr kaum noch stattfindet.

Aus dem Entwurf der Resolution

Die Aussagen im Entwurf der Resolution sind eindeutig und lassen den Mitgliedern des Verkehrsausschusses wenig Spielraum für Interpretationen. „Durch fünf- oder sechsachsige Fahrzeuge/Lkw mit Anhängern und durch das hohe Busverkehr-Aufkommen kommt es immer wieder zu Unfällen – besonders im Begegnungsverkehr von Lkw, Bussen und landwirtschaftlichen Fahrzeugen, aber auch mit Pkw.

Dies hat sich zu einem unhaltbaren Zustand entwickelt, nicht nur für den Kraftfahrzeugverkehr, sondern auch für den Fußgängerverkehr“, heißt es in der Resolution. Wobei das mit den – neben Lkw und Pkw – übrigen Verkehrsteilnehmern so eine Sache ist: „Hierbei wird davon ausgegangen, dass wegen der Gefährlichkeit der Ortsdurchfahrt Fahrradverkehr kaum noch stattfindet, obwohl gerade die Förderung des Radverkehrs ein erklärtes Ziel der Stadt ist.“

Gefahren für die Fußgänger

Im Entwurf der Resolution greift die Verwaltung auch auf vieles zurück, was in der Vergangenheit auch behördlicherseits festgestellt wurde. Zum Beispiel im Jahr 2015 durch das Straßenverkehrsamt des Kreises. „Die Fußgänger auf den teils sehr engen Gehwegen, insbesondere mit Kinderwagen, Rollstühlen und Rollatoren, sind besonderen Gefahren ausgesetzt.“

Das Straßenverkehrsamt habe zudem festgestellt, dass die Ortsdurchfahrt von Albersloh aufgrund der bestehenden 90-Grad-Kurven und des hohen Verkehrsaufkommens mit hohem Schwerlastverkehr nicht mit anderen Ortsdurchfahrten im Kreis vergleichbar sei. So sei ein Ausweichen von Lkw auf Gehwege beim Begegnungsverkehr unausweichlich.

Lkw-Verkehr überörtlich ableiten

Der Rat formuliert in der Resolution laut Entwurf die Erwartung, dass der Scherlastverkehr überörtlich abgeleitet wird, da es schnell zu realisierende Alternativen nicht gebe. Ziel- und Quellverkehre (Anlieger) in Albersloh seien davon auszunehmen. Die überörtliche Ableitung sei über die Bundesstraßen möglich.

Die Verwaltung verweist darauf, dass die Einrichtung eines Tempo-30-Bereiches in der Dorfmitte „keine spürbare Entlastung“ gebracht habe. „Rat und Verwaltung bitten deshalb den Verkehrsausschuss des Landtages dringend um Unterstützung bei den zuständigen Behörden, damit die kurzfristig zu realisierenden Lösungsmöglichkeiten der überörtlichen Ableitung des Lkw-Verkehrs umgesetzt werden kann“, heißt es im Entwurf der Resolution.

► Wie berichtet, hatten Landesverkehrsminister Hendrik Wüst und Landrat Dr. Olaf Gericke die Sperrung des Dorfkerns für den Lkw-Durchgangsverkehr bisher abgelehnt.

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