Leader-Projekt startet mit sechs Fahrzeugen
Bürger können sich E-Autos leihen

Legden/Heek/Ahaus -

UPDATE (Das Foto wurde vor der Hunnenporte und nicht dem Dormitorium aufgenommen). Ob in Asbeck so bald wieder so viele Elektroautos aufeinandertreffen, darf getrost bezweifelt werden. Der gesamte Fuhrpark des Leader-Projekts „Erneuerbare Elektro-Mobilität für die ländliche Region Ahaus-Heek-Legden“ parkte am Mittwoch vor der Hunneporte. Und auch einige der Beteiligten waren mit ihren Elektroautos gekommen.

Donnerstag, 04.04.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 14:56 Uhr
Am Leader-Projekt sind drei Kommunen, die Wirtschaftsförderung des Kreises, die Stadtwerke und die Autovermietung Althoff beteiligt. Die Vertreter stellten vor der Hunnenporte in Asbeck das Projekt und die E-Autos vor.
Am Leader-Projekt sind drei Kommunen, die Wirtschaftsförderung des Kreises, die Stadtwerke und die Autovermietung Althoff beteiligt. Die Vertreter stellten vor der Hunnenporte in Asbeck das Projekt und die E-Autos vor. Foto: Ronny von Wangenheim

Zwei Nissan Leaf, zwei E-Golf und zwei E-Smart surrten leise über das Kopfsteinpflaster. Sie alle können demnächst von jedem Interessierten ausgeliehen werden – vor allem am Wochenende und in den Abendstunden. Am 1. Mai soll das Projekt nach langer Vorbereitungszeit starten. Legdens Bürgermeister Friedhelm Kleweken zeigte sich begeistert: „Dass wir als Kommunen den Mut zu so einem Pilotprojekt haben, das ist schon sensationell.“

Um was geht es: „Es ist ein niederschwelliges Angebot“, sagt der Heeker Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff: „Wir schaffen die Möglichkeit, dass jeder mal ein Elektroauto ausprobieren kann.“ Damit sollen Hemmschwellen abgebaut werden. „Viele reden über E-Cars, aber die wenigsten wissen Genaueres.“

Wenn daraufhin jemand überlegt, statt des Zweit- oder Drittautos auf E-Carsharing zu setzen, ist ein Ziel erreicht. „Die meisten Fahrzeuge sind heute doch Standzeuge“, sagt der Ahauser Erste Beigeordnete Hans-Georg Althoff. So soll nicht nur E-Mobilität, sondern auch der Gedanke des Car-Sharings gefördert werden.

Nicht nur die Bürger der Region sind im Blick. „Wir hoffen, dass auch Unternehmen das Angebot testen“, sagt Franz-Josef Weillinghoff. Im besten Falle könnten sie ebenfalls in Elektromobilität investieren und vielleicht sogar einen Teil der Firmenflotte ebenfalls über das Projekt der Öffentlichkeit zum Mieten anbieten.

Der Strom für die Fahrzeuge kommt aus erneuerbaren Energien. Damit wird eine Verbindung zur Energiegenossenschaft AHL geknüpft, deren Gründung das Ergebnis eines weiteren Leader-Projekts zur Förderung der Windkraft in der Region ist.

Erst einmal sind es sechs E-Cars, die zu bestimmten Zeiten von jedem Autofahrer gemietet werden können. Bei drei der Autos sind die Stadt Ahaus und die Gemeinden Heek und Legden Ankermieter. Sie nutzen die E-Cars also zu ihren Dienstzeiten. Friedhelm Kleweken ist viel mit dem Smart unterwegs, sein Heeker Kollege Franz-Josef Weilinghoff war mit einem E-Golf zum Termin nach Asbeck gekommen.

Die Stadtwerke Ahaus, die Wirtschaftsförderung des Kreises Borken und die Autovermietung Althoff als weitere Partner nutzen die Fahrzeuge ebenfalls dienstlich. Zu allen anderen Zeiten kann jeder zum Zuge kommen. Die drei Rathäuser und die drei Firmensitze sind die Standorte für die Fahrzeuge.

Gemietet werden können die Fahrzeuge über eine App oder auf dem Computer auf einer Buchungsplattform, nachdem man sich einmalig registriert und einmal mit Personalausweis und Führerschein vor Ort legitimiert hat.

Wie viel das Ganze kosten wird, steht noch nicht genau fest. Hans-Georg Althoff erläutert: „Es wird Strompakete geben, also die Miete inklusive des Stromverbrauchs.“ Ute Schwietering, die am 1. März die Arbeit als Projektkoordinatorin aufgenommen hat, geht davon aus, dass ein Sechs-Stunden-Paket zwischen zehn und zwölf Euro angeboten wird.

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