ADFC-Fahrradklima-Test
Heek ist besonders fahrradfreundlich

Heek -

Ein gutes Radwegenetz und mehr Spaß als Stress beim Radeln – die Gemeinde Heek zählt erneut zu den fahrradfreundlichsten Gemeinden bundesweit. Sie gehört zu den Top drei unter den Gemeinden in der Kategorie bis 20 000 Einwohner beim Fahrradklima-Test des ADFC.

Donnerstag, 04.04.2019, 19:12 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 15:20 Uhr
Der Nienborger Hans Mayer steigt bei jedem Wetter aufs Rad. Er ist mit den Verhältnissen für Radfahrer in der Dinkelgemeinde zufrieden, hat aber auch Verbesserungsvorschläge.
Der Nienborger Hans Mayer steigt bei jedem Wetter aufs Rad. Er ist mit den Verhältnissen für Radfahrer in der Dinkelgemeinde zufrieden, hat aber auch Verbesserungsvorschläge. Foto: Markus Gehring

Vergeben werden die Auszeichnungen am Dienstag (9. April) im Verkehrsministerium in Berlin. Bereits 2014 und 2016 punktete Heek mit dem fünften und dritten Platz.

Schon jetzt steht fest, dass es erneut fürs Treppchen reicht. Die anderen nominierten Gemeinden in der Kategorie sind Reken und Wettringen. 170 000 Menschen haben online mitgemacht und 653 Städte und Gemeinden bewertet. 32 Fragen zur Sicherheit, Qualität und Komfort des Radverkehrs galt es zu beantworten.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff fährt am Dienstag nach Berlin, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Diese zeige „den Erfolg unserer bisherigen Arbeit“, so Weilinghoff.

Natürlich seien die Lage im Münsterland und die dörfliche Struktur eine gute Voraussetzung für attraktive Radwege. „Wir haben den Platz, um auch innerörtlich breite Radwege zu bauen. Natürlich ist das ein Standortvorteil. Und den nutzen wir auch.“

Auch über die Infrastruktur hinaus biete Heek viel für Radfahrer, so Weilinghoff und verweist etwa auf das Anradeln in der Gemeinde. Auch für die Aktion Stadtradeln will die Gemeinde noch stärker werben als bisher.

Auch der Nienborger Hans Mayer ist immer mit seinem E-Bike unterwegs. „Zum Radfahren sind wir hier sehr gut aufgestellt“, findet er und schwärmt: „Wenn man eine Stunde Zeit hat, ist man sofort in der Natur.“ Auch die meisten umliegenden Gemeinden und die Niederlande seien gut auf dem Rad zu erreichen.

Mit zwölf Mitstreitern von Rot-Weiß Nienborg trifft er sich wöchentlich für Radtouren. „Wir haben sehr attraktive Strecken.“ Zum Beispiel die 100-Schlösser-Route, die auch am Burggelände in Nienborg entlangführt.

Die Online-Umfrage sieht Weilinghoff auch als gute Möglichkeit, Rückmeldungen zu erhalten. Bei der jüngsten Befragung 2016 hatten die Heeker noch die mangelnde Verfügbarkeit von Leihfahrrädern angemerkt. Da habe sich das Angebot inzwischen deutlich verbessert, so der Bürgermeister. Diese Aufgabe sehe er aber bei privaten Anbieter und nicht bei der Gemeinde. Zwar hat die auch Leihfahrräder, diese stehen aber nur den Gästen der Landesmusikakademie zur Verfügung.

Auch die fehlende Möglichkeit zur Fahrradmitnahme im öffentlichen Nahverkehr bleibt ein Problem. „Das ist ein ganz großes Manko“, findet Weilinghoff. Das Problem sei bekannt, aber noch nicht gelöst. „Ich hoffe, dass sich der ÖPNV da bewegt.“ Auch er sei schon bei dem Versuch gescheitert, ein Fahrrad im Bus zu transportieren.

Auf den Lorbeeren ausruhen will sich die Gemeinde nicht. So wird aktuell der Radweg Bahndamm saniert. „Das nächste größere Projekt wird die Dinkelsteinroute. Wir wollen die Dinkel mit dem Rad erlebbar machen.“ Dort steht aber immer noch ein Gutachten aus.

„Und mein langfristiges Ziel ist es, die Dinkel mit der Vechte zu verbinden“, so Weilinghoff. Dann wäre sogar ein Rundkurs möglich. „Das wäre ein echtes Alleinstellungsmerkmal.“

Auch Hans Meyer hat noch Vorschläge. So sei die Anbindung nach Ochtrup ein Manko. „Und innerorts wäre es schön, wenn es einen Weg vom Tannenkamp bis zum Tennisplatz über die Dinkel geben würde“, so Mayer. „Das wäre ein echter Gewinn, auch für die Schulwegsicherung.“

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