Statt Bewährung ins Gefängnis
Berufungsverfahren nach gefährlicher Körperverletzung

Sendenhorst/Münster -

In erster Instanz war ein Sendenhorster nach einer Auseinandersetzung mit einem Urteil auf Bewährung davongekommen. Nun muss er doch ins Gefängnis.

Sonntag, 14.04.2019, 22:00 Uhr
 
 

Obwohl der Streit zwischen zwei Personen in einer Gaststätte schon beigelegt war, verfolgte ein 31-Jähriger aus Sendenhorst den späteren Geschädigten, schlug auf ihn ein und trat ihm gegen den Kopf. Dabei wurde der 51-Jährige nicht unerheblich verletzt.

Die Quittung für diese Gewalttat ließ nicht lange auf sich warten: Das Amtsgericht in Ahlen hatte den Angeklagten im Juni vergangenen Jahres wegen gefährliche Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt. Der Vollzug war zur Bewährung ausgesetzt worden. Ein Urteil, wonach der Angeklagte wohl tief durchatmen konnte.

Landgericht ändert Urteilsspruch

Doch es sollte noch dicker kommen. Weil die Staatsanwaltschaft die Bewährungsstrafe für den einschlägig und unter laufender Bewährung stehenden Angeklagten für unangemessen und eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung als tat- und schuldangemessen hielt, stand 31-Jährige jetzt vor der Berufungskammer am Landgericht. Der Staatsanwaltschaft war die Bewährung zu wenig.

Angeklagter und Verteidiger versuchten alles, der Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung zu entgehen. Seit der Verurteilung durch das Amtsgericht gehe er nicht mehr aus, um sich selbst zu schützen, sagte der Angeklagte. Er erklärte sich zudem unter anderem zu einer Therapie bereit. Doch es kam anders.

Das Landgericht änderte den Urteilsspruch der Vorinstanz ab und verurteilte den 31-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten ohne Bewährung. Einen „echten Willen, etwas zu ändern“ und echte Reue wollte das Gericht bei dem Angeklagten nicht erkannt haben. Statt der Bewährung wandert der Sendenhorster nun ins Gefängnis.

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