Initiativen für mehr Blühen und Artenvielfalt
Offensive für bunte Beete kommt

Senden -

Es blüht und sprießt in der Bürgerschaft: Mehrere Initiativen haben es sich in Senden zur Aufgabe gemacht, die Artenvielfalt in den Vorgärten und sonstigen Anlagen zu erhöhen. Beim Sturm auf steinerne Vorgärten wird Überzeugungsarbeit geleistet, nicht geschimpft.

Donnerstag, 18.04.2019, 06:00 Uhr
Kaum eine Chance für Artenvielfalt und Insektenreichtum: Pflastersteine und Schotter sind in Vorgärten auf dem Vormarsch.
Kaum eine Chance für Artenvielfalt und Insektenreichtum: Pflastersteine und Schotter sind in Vorgärten auf dem Vormarsch. Foto: Harhues

Die Ödnis macht immer mehr Terrain gut. Pflasterstein-Wüsten mit winzigen Öffnungen, aus denen es sprießt, oder Schotterflächen, auf die sich ein paar Pflanzenkübel „verirrt“ haben. Steine des Anstoßes statt natürlicher Flora und Fauna finden sich in Senden reichlich. So wie sich diese Trostlosigkeit zu verbreiten scheint, wächst der Unmut in Politik, Verwaltung und Bürgerschaft darüber, dass die Reviere der Insekten kleiner werden. Beim bloßen Zetern, Meckern und Monieren soll es aber nicht bleiben. Im Gegenteil, allein in der Bürgerschaft haben sich mehrere Initiativen formiert, die zum Sturm auf die Beete blasen.

Wir wollen begeistern, nicht beschimpfen.

Klaus Feils, Initiative „Senden blüht auf“

Allerdings sollen die Hausbesitzer mitgenommen, nicht beschimpft werden. „Wir wollen überzeugen und begeistern, aber nicht mit dem Finger auf Leute zeigen“, gibt Klaus Feils als Marschrichtung aus. Er hat mit etwa einem Dutzend Mitstreitern aus allen Ortsteilen, Generationen und Berufen die Initiative „Senden blüht auf“ ins Leben gerufen, die sich Mitte März erstmals getroffen hat. Seitdem ist schon eine ganze Menge passiert, schilderten Vertreter der Gruppe vor der Presse. Kontakte zu Kitas und Schulen sind geknüpft worden, Mails mit Feedback, sich gerne am Aufblühen beteiligen zu wollen, trudelten bei Feils inzwischen schon ein. Er ist davon überzeugt, dass „jeder etwas tun kann“.

Anschubhilfe hat der gelernte Kaufmann und Landwirt schon akquiriert: Der Firma Volmary (die mit großen Gewächshäusern in Wierling vertreten ist) hat er 2000 Blühsamen-Tütchen (jeweils für vier Quadratmeter Beetfläche) aus den Rippen geleiert. Die unter anderem beim Maibaumaufstellen unter die Gartenbesitzer gebracht werden sollen.

Sündenfälle in den Vorgärten

Vor allem vor den Häusern gerät die Blühpracht in Bedrängnis. Deshalb hat sich eine zweite Initiative, die sich schon früher als die „Kollegen“ gegründet hat, den Namen „Vorgarten-Initiative Senden“ gegeben. Ihr Ansatz: „Naturnahe Vorgärten sind lebendig, bieten sie doch Pflanzen und Tieren den notwendigen Lebensraum. Sie leisten damit einen Beitrag zur Artenvielfalt, gegen das Insektensterben und den Klimawandel.“ Dass jeder vor seiner Haustür viel erreichen kann – lokal handeln gegen globale Probleme – dass möchte diese Initiative ins Bewusstsein rücken. Dazu gelte es, den verbreiteten Irrtum auszumerzen, das ein naturnaher Garten mehr Pflegeaufwand beschert. Bei richtiger Pflanzenauswahl und Anlage des Gartens sei das nicht der Fall, betont Klaus Dallmeyer, der die Vorgarten-Initiative mit dem Vorsitzenden des Umweltausschusses des Rates, Rolf Wiederkehr, ins Leben gerufen hat.

Beide Initiativen unterstreichen, dass die Betriebe und Fachgeschäfte in Senden, die ihre Kooperation signalisiert haben, vor Ort bestens aufgestellt seien, um Gartenbesitzer zu versorgen.

Luxusproblem für die Gemeindeverwaltung

Für die Gemeinde Senden, die keine Auflagen, sondern Freiwilligkeit möchte, stellt sich nun ein Luxus-Problem: Sie muss und will die verschiedenen Sprieße bürgerschaftlichen Engagements zu einem stimmigen Strauß binden. Die Aktivitäten, die auch Agenda-Gruppe oder die Beteiligten der 72-Stunden-Aktion umfassen, sollen koordiniert und möglichst unter ein Label geführt werden. Als Kick-off für eine geballte Initiative soll das Maibaumaufstellen am 30. April dienen. Mit den Initiativen, die sich auf diesem Feld tummeln, möchte die Verwaltung bis dahin sprechen.

Zum Thema

Kontakt und nähere Infos unter: sendenbluehtauf@web.de bzw. vorgaerten-senden@web.de

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