Klassiker an Karfreitag
Struwen nach Havixbecker Art

Havixbeck -

Struwen sind das klassische Fastenessen am Karfreitag im Münsterland. Und mit Rezept aus Havixbeck gelingen sie garantiert.

Donnerstag, 18.04.2019, 12:28 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 12:37 Uhr
Goldgelb werden die Struwen in der Pfanne in Öl gebacken. Die kleinen Hefepfannkuchen sind ein beliebtes Fastenessen am Karfreitag.
Goldgelb werden die Struwen in der Pfanne in Öl gebacken. Die kleinen Hefepfannkuchen sind ein beliebtes Fastenessen am Karfreitag. Foto: Maxi Krähling

Super einfach, super fluffig und viel zu lecker nur für die Fastenzeit. Die Rede ist vom Struwen, der im Münsterland an Karfreitag traditionell auf den Tisch kommt.

Aber woher stammt dieser ölige, goldgelb gebackene Kerl mit seinen Rosinenäuglein? In Leopold Schüttes „Wörter und Sachen aus Westfalen 800 bis 1800“ taucht der kleine Hefepfannkuchen das erste Mal in einer Urkunde auf.

Genuss am Fastentag

1090 bestimmte Bischof Erpho von Münster, dass den Nonnen des Klosters Freckenhorst an bestimmten Feiertagen eine Speise vorgesetzt werden sollte, die im Volksmund „struva“ hieß. Wann sich der Struwen zur Fastenmahlzeit mauserte, ist dagegen nicht verbrieft.

Aber er ist für ein Karfreitags-Essen wie gemacht. „Karfreitag ist ein Fast- und Abstinenztag. Das heißt, dass man sowohl wenig essen als auch auf Fleisch verzichten soll“, erklärt Friedhelm Brockhausen vom Heimatverein Havixbeck. Die Hauptmahlzeit soll an Karfreitag erst nach der Karfreitagsliturgie eingenommen werden, die in Havixbeck um 15 Uhr stattfindet. Danach kann der frisch gebackene Struwen auf den Tisch.

Einfaches Rezept

Das geht schnell, denn die wenigen Zutaten wie Milch, Mehl, Eier und Hefe gehören zur Grundausstattung fast jeden Haushalts und machen schön satt. Außerdem ist der süße Struwen eine willkommene Abwechslung zu Kartoffeln, Stockfisch oder Biersuppe, die ebenfalls an Karfreitag gängig sind.

„Bei uns gab es früher zum Struwen noch Kartoffeln mit Mehlsoße, aber das ist nicht jedermanns Geschmack. Irgendwann habe ich die Kartoffeln abgeschafft und meinem Mann habe ich gesagt, du kannst dich genauso gut an Struwen satt essen“, erzählt Mechthild Fark von den Landfrauen Havixbeck. Seit vielen Jahren backt sie an Karfreitag eine große Portion für die ganze Familie.

Und wie gelingt der goldige Struwen? Mit dem Rezept aus Havixbeck garantiert!

Rezept

Zutaten für etwa 30 Struwen: 5 Eier, 1 Liter Milch, 1 Esslöffel Butter, 200 Gramm Zucker, 1 Würfel Hefe, 1 Kilogramm Mehl, 1 Prise Salz, 250 Gramm Rosinen.

Zubereitung:

 1. Die Eier schaumig schlagen und mit der lauwarmen Milch, der Butter und dem Zucker verrühren;

2. Die Hefe in ein wenig Wasser auflösen und zu der Masse geben. Das Mehl und eine Prise Salz langsam dazu geben und alles gut verrühren;

 3. Die Rosinen in ein wenig Mehl wälzen und zum Teig dazugeben;

 4. Den Teig zugedeckt an einen warmen Ort stellen bis er sich sichtbar vergrößert hat;

 5. Pflanzenöl in eine Pfanne geben, bis der Boden bedeckt ist. Dann jeweils einen großen Esslöffel des Teiges in das erhitzte Öl geben. Von beiden Seiten zu goldbraunen und etwa handtellergroßen Struwen ausbacken;

 6. Mit Zucker bestreuen oder mit Apfelmus servieren.

Guten Appetit!

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