Landrat Dr. Olaf Gericke nimmt Stellung zur Entschärfung der Kurve
„Gemeinsam Lösung erreichen“

Albersloh -

Die Emotionen sind hoch gekocht nach dem Gespräch der Initiative „Stoppt den Lkw-Verkehr“ mit dem Kirchenvorstand. Doch eine mögliche Verbreiterung der Straße in der engen Kurve an der Kirche habe mit dem Durchfahrtverbot nicht zu tun, erklärte am Montag unter anderem Landrat Dr. Olaf Gericke.

Dienstag, 30.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 09:06 Uhr
Um diese Kurve geht es. 
Um diese Kurve geht es.  Foto: Josef Thesing

„Nach vielen Jahren Stillstand wollen wir dafür sorgen, dass endlich Bewegung in die verfahrene Verkehrssituation im Albersloher Ortskern kommt“, reagiert Landrat Dr. Olaf Gericke in einer Stellungnahme für die Westfälischen Nachrichten auf die aktuelle Debatte über den Lkw-Verkehr im Dorf. „Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass einzelne Vertreter der Bürgerinitiative unsere Rolle als Vermittler bei der gefährlichen Kurve am Kirchplatz durch den Kakao ziehen“, so der Landrat.

Ich habe aber kein Verständnis dafür, dass einzelne Vertreter der Bürgerinitiative unsere Rolle als Vermittler bei der gefährlichen Kurve am Kirchplatz durch den Kakao ziehen.

Landrat Dr. Olaf Gericke

Diese Maßnahme sei einer von vielen Bausteinen, mit denen man zu mehr Sicherheit im Ortskern kommen wolle. Da es sich um eine Landesstraße handelt, sei der Kreis beim Thema „Grunderwerb am Kirchplatz“ nur Vermittler zwischen den Beteiligten. „Mit wenigen Quadratmetern Fläche können wir auch aus Sicht der Polizei die Kurve entschärfen und für alle Verkehrsteilnehmer sicherer machen. Dem Kirchenvorstand danke ich für seine Gesprächsbereitschaft. Mit gutem Willen kann man hier zu einer Einigung kommen. Der Versuch, diese konstruktive Lösung zu skandalisieren, ist absurd“, verdeutlichte Dr. Gericke, der auch Leiter der Kreispolizeibehörde ist. Unabhängig vom Kirchplatz gelte es, eine Umgehungsstraße voranzutreiben und ein Verbot für den Lkw-Durchgangsverkehr zu prüfen.

Verkehrszählungen sollten Grundlage liefern

„Uns geht es darum, gemeinsam mit allen Beteiligten zu einer tragfähigen und rechtssicheren Lösung zu kommen, die für mehr Verkehrssicherheit im Dorf sorgt“, erklärte der Landrat.

Als Straßenverkehrsbehörde sei der Kreis mit der Verkehrssituation befasst. Eine qualifizierte Verkehrszählung sowie eine besondere Beobachtung der kritischen Punkte – auch mit Videoaufnahmen – habe der Kreis wie angekündigt kurzfristig noch vor Beginn der Bauarbeiten im Ortskern und der dadurch bedingten Sperrung durchgeführt. So solle deutlich werden, woher die Lkw auf den verschiedenen Durchgangsstraßen im Ort kommen und welche Ziele sie ansteuern. Hinzu komme eine weitere Verkehrszählung auf den Umleitungsstrecken während der länger andauernden baubedingten Sperrung.

Lkw-Verkehr in Albersloh

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Ergebnisse liegen Ende Mai vor

„Eine derart qualifizierte Zählung gab es in Albersloh noch nie. Es geht für den Kreis darum, eine aktuelle Entscheidungsgrundlage zu erhalten. Mit den Ergebnissen und deren Auswertung ist Ende Mai zu rechnen“, erklärt Olaf Gericke.

Es hilft nicht, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen.

Landrat Dr. Olaf Gericke

„Den engagierten Bürgern, die sich mit ihren Unterschriften für mehr Sicherheit in Albersloh stark gemacht haben, danke ich für ihren wichtigen Einsatz. Eine Sperrung für den Lkw-Durchgangsverkehr können wir aber nun einmal nicht willkürlich anordnen. Damit ein Durchfahrtsverbot Bestand hat, muss es rechtmäßig sein, weil es die Wirtschaft stark einschränkt. Und Sperrungen an einer Stelle führen zu mehr Verkehr anderswo. Die Bürger in Albersloh werden jedoch keineswegs verschaukelt, wie es ein Vertreter der Initiative unverständlicherweise nach dem Gespräch im Kreishaus in die Welt gesetzt hat“, so der Landrat. „Es hilft nicht, falsche Behauptungen in die Welt zu setzen. Alle Beteiligten müssen weiterhin im Gespräch bleiben. Jedem im Dorf muss klar sein, dass es in dieser komplizierten Frage keine Lösung im ‚Hau-Ruck-Verfahren‘ geben wird“, betont Gericke. „Doch mit Sachlichkeit können wir vorankommen. Deshalb mein Appell: Nutzen wir die Chance, gemeinsam eine gute Lösung zu erreichen.“

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