Gefährlicher Schulweg
„Magi“-Vorsitzende Anja Hirschmann: „Wirbelsturm zerstört neue Brücke“

Tecklenburg -

Anja Hirschmann, Initiatorin des Projekts Magi, ist Leid gewohnt. Mit ihrem Verein hat sie im afrikanischen Malawi zahlreiche Hilfsprojekte initiiert und umgesetzt. Misshandlungen, Wasserknappheit und Hunger sind Alltag in der Region um das Städtchen Blantyre. Jetzt hat der Wirbelsturm „Idai“ eine Brücke zerstört, die erst vor einem halben Jahr als wichtiger Teil des Schulwegs mit Spendengeldern fertiggestellt worden ist.

Donnerstag, 02.05.2019, 18:16 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 18:40 Uhr
Mit ihrem Verein „Magi“ hat die Tecklenburgerin Anja Hirschmann bereits zahlreiche Hilfsprojekte in Malawi umgesetzt. Kürzlich hat die Lehrerin allerdings einen Rückschlag erlitten: Eine durch Spenden finanzierte neue Brücke wurde von einem Wirbelsturm zerstört.
Mit ihrem Verein „Magi“ hat die Tecklenburgerin Anja Hirschmann bereits zahlreiche Hilfsprojekte in Malawi umgesetzt. Kürzlich hat die Lehrerin allerdings einen Rückschlag erlitten: Eine durch Spenden finanzierte neue Brücke wurde von einem Wirbelsturm zerstört. Foto: privat

Anja Hirschmann, die seit neun Jahren mit ihrem Verein „Magi“ in Malawi zahlreiche Hilfsprojekte umgesetzt hat, ist Leid gewohnt. Misshandlungen, Hunger und Wasserknappheit sind Alltag in dem südostafrikanischen Land, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Die Bilder, die sich ihr während ihres Aufenthaltes jetzt boten, haben die Tecklenburgerin aber sichtlich schockiert. Kurz vor ihrer Ankunft war der Wirbelsturm „Idai“ über Teile das Landes hinweggezogen und hatte unter anderem die Region um das Städtchen Blantyre verwüstet, in der der Verein aktiv ist.

Auch eine Brücke, die erst vor rund einem halben Jahr fertiggestellt wurde, ist den Überschwemmungen und Erdrutschen zum Opfer gefallen. Besonders tragisch: Das mit Spendengeldern finanzierte kleine Bauwerk ist Teil des Schulweges für die Kinder und Jugendlichen aus Chikumbu.

Erst Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte der Verein die Brücke den örtlichen Verantwortlichen feierlich übergeben. Ein Segen für die Menschen, waren doch bis dahin immer wieder insbesondere Kinder beim Versuch, den Fluss zu überqueren, in den Fluten ums Leben gekommen.

Von dem Rückschlag lässt sich die Vereinsgründerin, die mehrmals im Jahr nach Malawi fliegt, neue Projekte anstößt und laufende Arbeiten kontrolliert, aber nicht entmutigen. „Wir wollen schnellstmöglich mit dem Wiederaufbau beginnen“, sagt die Lehrerin. Hierfür sei der Verein aber natürlich erneut auf Spenden angewiesen.

Von der Wetterkatastrophe betroffen ist zudem der kleine Nachbarort Chiswe. Dort hat der Wirbelsturm, wie Anja Hirschmann berichtet, praktisch jedes Haus und jede Lehmhütte zerstört. „So viel Elend habe ich noch nicht erlebt“, sagt die Vereinsvorsitzende. So rasch wie möglich soll deshalb auch hier damit begonnen werden, die Häuser wieder aufzubauen sowie den Brunnen wieder in Gang zu bringen, der ebenfalls zertrümmert wurde.

Als Anja Hirschmann am Küchentisch in ihrem Tecklenburger Heim von der verheerenden Katastrophe erzählt, klingelt ihr Handy. Am anderen Ende: Schwester Ruth, die das „Magi-Zentrum“ vor Ort in Malawi leitet. Mit ihr, erläutert die Lehrerin nach dem kurzen Telefonat, „bin ich mindestens einmal täglich in Kontakt“. In diesem Fall berichtet Schwester Ruth von einer Lieferung Feuerholz, die in Kürze eintreffen soll. Mit dem Holz werden die Gebäude beheizt, die der Verein im Lauf der Jahre mit Hilfe von Spenden errichtet hat. Zurzeit im Bau befänden sich zum Beispiel Lehrerhäuser, erklärt die Tecklenburgerin. Vor Kurzem fertiggestellt wurden außerdem ein neues Schulgebäude und ein kleines Ladenlokal.

Spätestens in den Sommerferien macht sich Anja Hirschmann wieder auf die rund 12 000 Kilometer lange Reise nach Malawi. Wobei sie längst nicht mehr eigenes Gepäck mitnimmt – „ein Schrank mit Kleidung und meine Zahnbürste stehen in dem Zimmer von Schwester Ruth“. In ihrem Koffer befindet sich stattdessen gespendete Kleidung für die malawischen Mädchen und Frauen, die der Verein betreut.

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