Waldbrandgefahr
Es fehlen Löschhubschrauber

Düsseldorf/Rheine -

NRW hat ein Problem: Im Land fehlen Löschhubschrauber. Früher waren dafür die Heeresflieger in Rheine zuständig. Doch das Geschwader ist aufgelöst. Darum rüstet das Land jetzt Polizei-Helikopter technisch auf.

Dienstag, 07.05.2019, 10:30 Uhr
Waldbrandgefahr: Es fehlen Löschhubschrauber
Ein Löschhubschrauber war im vergangenen Oktober in Bochum im Einsatz. Da auf dem unwegsamen Gelände zum Ruhrtal hin 70 Höhenmeter zu überwinden waren, pendelte der Hubschrauber mit dem 500-Liter-Löschtank immer wieder zwischen dem nahe gelegenen Kemnader Stausee und der Brandstelle hin und her. Foto: dpa

Nach dem Abzug der Heeresflieger aus Rheine verfügt NRW aus Sicht des Landesfeuerwehrverbandes nicht mehr über ausreichend Kapazitäten, um Waldbrände aus der Luft ­­­lö­schen zu können. Das hat der Vorsitzende Christoph Schöneborn auf Nachfrage bestätigt. Angesichts von ­­­im­mer länger dauernden Trockenperioden und einer damit gestiegenen Waldbrandgefahr „sind die Mittel ge­genwärtig zu gering“.

Das NRW-Innenministe­­ri­um sieht das genauso und rüstet darum Helikopter der Landespolizei mit Lasthaken aus, an die Wasserbehälter gehängt werden können. Parallel dazu werden die passenden Behältnisse angeschafft, sagte Sprecherin Meike Bogdan ge­gen­über unserer Zeitung. „Auch wenn in NRW die meisten Wald­flächen mit Löschfahrzeugen erreichbar sind, ist die Möglichkeit, Brände aus der Luft be­kämpfen zu können, eine wichtige Fertigkeit.“

Waldbrand in der Metelener Heide

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    Foto: Ralph Schippers
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Heeresflieger nicht mehr zuständig

Bis 2017 übernahmen die Heeresflieger in Rheine diese Aufgabe in NRW. Die großen Sikorsky CH-53-Transporthubschrauber der Bundeswehr können 5000-Liter-Wasserbehälter an den Haken nehmen. Die Feuerwehr-Leitstellen konnten die Maschinen über das Lagezentrum des NRW-Innenministeriums anfordern, das ein entsprechendes Amts­hilfe-­Ersuchen an das Landeskommando der Bun­des­wehr weitergab. Im Zuge der Strukturreform ­löste die Bundeswehr jedoch auch das Transporthubschraubergeschwader in Rheine auf und verlegte die Maschinen auf den Fliegerhorst Holzdorf an der Landesgrenze von Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Strategie zur Waldbrandbekämpfung

Die Helikopter der Landespolizei sind deutlich kleiner, sie heben nur bis zu zwei Tonnen und damit deutlich weniger Last als die schweren CH-53-Helikopter der Bun­deswehr. Im Brandfall können die Rettungskräfte aber zusätzlich die in Sankt Augustin bei Bonn stationierten Hubschrauber der Bun­despolizei zur Unterstützung anfordern.

Darüber hinaus drehen Feu­er­wehr­­ver­bände, Bund und Länder am ganz großen Rad: Sie wollen eine bundesweite Strategie in Sachen Waldbrandbekämpfung entwickeln.

Zuständigkeiten

Zuständig für die Bekämpfung von Wald- und Wiesenbränden ist nach Angaben des Verbands der Feuerwehren in NRW zunächst die örtliche kommunale Feuerwehr. Braucht sie Verstärkung, wird als erstes nachbarschaftliche Hilfe der benachbarten Feuerwehren greifen.

Darüber hinaus stehen landesweit in allen Regierungsbezirken Einheiten der „vorgeplanten überörtlichen Hilfe” zur Verfügung. Diese Einheiten waren in den vergangenen Jahren bei allen unwetterbedingten Flächenlagen in Nordrhein-Westfalen, aber auch darüber hinaus beispielsweise beim Elbe-Hochwasser in Sachsen-Anhalt im Einsatz. 

In solchen Fällen, in denen die die Dimension des Einsatzes ein einzelnes Bundesland überfordern könnten, schaltet sich das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein. Das dortige „Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern“, das ganzjährig rund um die Uhr besetzt ist, beobachtet und analysiert bevölkerungsschutzrelevante Lagen auf Bundesebene.

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