Lesung mit Michelle Strothmann
Märchen einer echten Prinzessin

Greven -

Es war eigentlich nur ein Geschenk zum Muttertag, aber dann „ist es wohl gut angekommen“, erzählt Michelle Strothmann. Gemeinsam mit ihrer Familienbegleiterin Elke Bodin schrieb die junge Frau ein Buch – als Geschenk.

Dienstag, 07.05.2019, 09:54 Uhr aktualisiert: 07.05.2019, 12:02 Uhr
Lesung mit Elke Bodin und Autorin Michelle Strothmann (v.l.) in der Stadtbücherei.
Lesung mit Elke Bodin und Autorin Michelle Strothmann (v.l.) in der Stadtbücherei. Foto: pin

Es erzählt die Geschichte von Prinzessin Philippa von Hagenstein, die mit ihrer Familie, dem Hund und vielen magischen Wesen in einem Schloss wohnt. „Es ist viel Wahres daran“, sagt Michelle Strothmann, sie habe auch über sich selbst geschrieben.

„Normale Geschichten von Prinzessinnen gibt es schon genug“, meint sie und hat sich deshalb eine ganz besondere Prinzessin ausgedacht. Philippa sitzt im Rollstuhl, hat eine portugiesische Oma, die gern kocht, eine Oma, die ihr alles über Magie erzählt, eine tolle Schwester und coole Eltern. Genau wie Michelle. Und deshalb ist ihre Prinzessin „anders und stark“.

Elke Bodin liest die Geschichte vor. Gezeigt werden auch die selbst gemalten Bilder, die das Buch illustrieren. Ein Jahr lang haben Strothmann und Bodin an dem Buch gearbeitet. „Viele Stunden Überlegen, Schreiben, Dichten, Staunen, Vorfreude und es kaum noch erwarten können stecken in dem fertigen Buch“, sagt Bodin. Neben der Geschichte gibt es immer wieder kleine Gedichte, die Strothmann „aus dem Bauch heraus“ schrieb, wie sie ganz bescheiden sagt.

Organisiert und unterstützt wird die Lesung von der Lebenshilfe, die Michelle Strothmann und ihre Familie seit vielen Jahren intensiv unterstützt. Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung ist Marita Dirks-Kortemeyer ganz besonders dankbar, in Michelle Strothmann jemanden gefunden zu haben, der das Motto dieses Jahres perfekt abbildet: „Mission Inklusion – Die Zukunft beginnt mit Dir“.

Es gehe vor allem um das Miteinander, beschreibt Dirks-Kortemeyer. Und genau das erlebten die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer in der Bücherei. Kinder und Erwachsene, Menschen mit und ohne Behinderung, eins eint sie alle: die Liebe für Geschichten und Märchen, für Prinzessinnen und Magie.

Am Ende vergaß Bodin die letzte Seite vorzulesen. Nicht schlimm, sagt Dirks-Kortemeyer, dann müssten eben alle das Buch kaufen. Doch das Publikum will auch die letzte Seite noch hören und nach einigem Verlangen nach einer Zugabe willigt Dirks-Kortemeyer ein: „Aber nur, wenn sie trotzdem alle das Buch kaufen!“

Nach der nun vollständigen Geschichte war der Applaus groß und die Begeisterung spürbar. Nur nicht für die Autorin selbst, die blieb ganz bescheiden. Einzig bei der Frage „Wann gibt es das nächste Buch?“, wurde sie deutlich: „Da bin ich schon dabei!“ Und wie es sich für eine richtige Lesung gehört, gab es am Ende ein Glas Sekt zum Anstoßen. Das sei Michelle Strotmann sehr wichtig gewesen, lacht Dirks-Kortemeyer.

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