Keine Spielhalle am Heuweg
Verkehr und Wohnbebauung vertragen sich nicht

Drensteinfurt -

Am Heuweg darf keine Spielhalle errichtet werden. Der Kreis Warendorf hat der Bauvoranfrage des Investors eine Absage erteilt. Die Anwohner, die sich gegen das Vorhaben positioniert hatten, sind erleichtert.

Donnerstag, 09.05.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.05.2019, 14:30 Uhr
Mit einem großformatigen Banner machen die Nachbarn ihrem Unmut über den geplanten Bau einer Spielhalle am Heuweg Luft. Ihr Protest scheint gefruchtet zu haben. Der Kreis Warendorf hat die Bauvoranfrage abgelehnt.
Mit einem großformatigen Banner machen die Nachbarn ihrem Unmut über den geplanten Bau einer Spielhalle am Heuweg Luft. Ihr Protest scheint gefruchtet zu haben. Der Kreis Warendorf hat die Bauvoranfrage abgelehnt. Foto: Nicole Evering

„Das Vorhaben ist planungsrechtlich unzulässig, einen Bauvorbescheid für das beantragte Vorhaben erteilen wir nicht.“ Was der Kreis Warendorf auf WN-Anfrage mitteilt, dürfte einen Großteil der Drensteinfurter Bevölkerung freuen. Es bedeutet: Die am Heuweg geplante Spielhalle wird es so nicht geben.

Das Bauvorhaben entspreche nicht den Vorschriften, da das Gebot der Rücksichtnahme verletzt würde, heißt es in der Begründung der zuständigen Genehmigungsbehörde. In den Antragsunterlagen sei die „Verträglichkeit des an- und abfließenden Verkehrs“ über die Erschließungsstraßen Heuweg und Konrad-Adenauer-Straße auf das Ossenbecker Wohngebiet nicht plausibel nachgewiesen. Es erscheine offensichtlich, so der Kreis, dass durch den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art eine Beeinträchtigung der nächstgelegenen Wohnhäuser südlich des Heuweges hervorgerufen werde.

Entweder hätte aus den Plänen erkennbar sein müssen, „dass es zu keinem Zeitpunkt zu Lkw-Zielverkehr kommen kann. Alternativ kann durch einen schalltechnischen Nachweis die Einhaltung der Immissionsrichtwerte durch vorgesehene Lärmschutzmaßnahmen erbracht werden.“ Da aus Sicht des Kreises weder die eine noch die andere Voraussetzung erfüllt worden war, ist die Bauvoranfrage Anfang April abgelehnt worden.

1800 Unterschriften gesammelt

Diese Nachricht freut insbesondere Wolfgang Pechmann, der nach Bekanntwerden der Pläne im vergangenen Sommer zusammen mit weiteren Nachbarn rund 1800 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt hatte. „Dieser Fall zeigt, dass Bürgerprotest Erfolg haben kann“, sagt er. Dabei hätten ihm gerade die offiziellen Stellen – auch beim „Runden Tisch“, zu dem Investoren, Nachbarn und Vertreter der Stadt Ende Oktober zusammengekommen waren – wenig Hoffnung gemacht, dass die Anwohner irgendeinen Einfluss auf das Vorhaben nehmen könnten. „Ich glaube, wenn wir uns nicht so massiv positioniert hätten, dann wäre es vielleicht anders gelaufen“, ist Pechmann überzeugt, dass der Kreis nun vielleicht genauer hingeschaut hat.

Dennoch sei die Entscheidung erst einmal nur ein „Etappensieg“. Denn wie Pechmann erfahren hat, wollen die Investoren ihr Nutzungskonzept, das den Betrieb als Spielstätte, Bistro und Sky-Lounge vorgesehen hatte, nun wohl überdenken. „Wir haben ja nicht grundsätzlich etwas gegen einen Neubau, zum Beispiel für einen gastronomischen Betrieb“, so Pechmann. Aber die Nutzung als Spielhalle und auch der Umgang mit dem derzeitigen Pächter Recep Erol seien den Nachbarn ein Dorn im Auge gewesen.

Neuer Standort für „a la Erol‘s“

Der Betreiber des Imbisses „a la Erol‘s“ hatte damals aus der Zeitung von den Plänen erfahren und sich in der Folge nach einem alternativen Standort umsehen müssen, da das Gebäude am Heuweg zum Jahresende 2019 abgerissen werden soll. Erol will – wie Zweirad Mürmann – in einen Neubau auf dem Eck-Grundstück Konrad-Adenauer-/Bürener Straße einziehen. „Der Vertrag ist unterschrieben. Aber eine Baugenehmigung haben wir noch nicht“, erläutert Recep Erol den Stand der Dinge. Wie Bauamtsleiter Christoph Britten mitteilt, lägen die entsprechenden Anträge beim Kreis Warendorf. „Probleme im Zuge des Genehmigungsverfahrens sind mir nicht bekannt.“

Erol, dem bis heute keine Kündigung für seinen Betrieb vorliegt, wartet noch auf Rückmeldung seitens seines Verpächters. Er möchte Leerlauf vermeiden und das „a la Erol‘s“ gerne noch länger als nur bis Dezember betreiben, sollte der Neubau bis dahin noch nicht bezugsfertig sein. „Und ich könnte mir sogar vorstellen, am Heuweg einen zweiten Laden zu betreiben – wenn das Angebot stimmt.“

Nachrichten-Ticker