"Maria 2.0"
Frauen im Münsterland machen mobil

Münsterland -

Mit zahlreichen Veranstaltungen hat in vielen Orten des Münsterlands am Wochenende die Aktion "Maria 2.0" begonnen. Und in vielen Gemeinden sind für die nächsten Tage weitere Aktivitäten geplant.

Sonntag, 12.05.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 11:34 Uhr
"Maria 2.0": Frauen im Münsterland machen mobil
Auf den Treppenstufen vor einer Kirche in Greven haben Frauen Zeichen ihres Protests hinterlassen. Foto: Pia Weinekötter

Billerbeck: Aktionstag und Wortgottesdienst auf der Domplatte in Billerbeck am Samstag, zu dem rund 80 Gläubige kamen.

Borken: Am Sonntagmorgen und am Dienstag, 14. Mai, ab 8.30 Uhr findet vor der Remigiuskirche ein Wortgottesdienst mit Aktionen statt. Am Donnerstag, 16. Mai, gibt es ab 17.30 Uhr eine Infoveranstaltung während des Feierabendmarktes vor der Remigiuskirche.

Coesfeld: „Atempause“, ein regelmäßiges Angebot in St. Lamberti, findet am Mittwoch (15. Mai 2019) um 18 Uhr nicht in der Kirche statt, sondern auf dem Marktplatz - mit Musik und Texten, die sich mit "Maria 2.0" befassen.

Dülmen: Am Wochenende haben in der Pfarrgemeinde Heilig Kreuz als Beitrag zu "Maria 2.0" Frauen gepredigt, am Montag ist ein Filmabend „Maria Magdalena“ geplant. In dem preisgekrönten Film erfahren die Besucher viel über die Ursprünge des Christentums und das Leben Maria Magdalenas, die sich den damaligen Konventionen widersetzte. Am Mittwoch, 15. Mai, findet um 19 Uhr auf dem Platz vor der St.-Viktor-Kirche (Stadtkirche) eine Maiandacht der kfd-Gruppen aus St. Viktor (sechs Gruppen) und Heilig Kreuz  mit dem Thema „Aufbruch in eine Kirche mit Geschlechtergerechtigkeit: Maria 2.0“ statt.

Emsdetten: Mit rund 200 Besuchern fand die Aktion am Sonntag in Emsdetten deutlich mehr Resonanz, als die Organisatoren erwartet hatten. Unter anderem wurde die Marienstatue weiß eingehüllt.

Gescher: Ausstellung zur Krise in der Kirche in der St. Pankratiuskirche.

Greven: Der Eine-Weltladen in der St.-Franziskus-Kirche blieb am Sonntag geschlossen. "Die Mitarbeiterinnen wollen so ein Zeichen setzen", hieß es vorab in den Pfarrnachrichten. An einer Andacht vor der Martinus-Kirche nahmen am Samstag 50 Männer und Frauen - zumeist in weiß gekleidet - statt. Zuvor hatte der Familiensingkreis St. Martinus unter der Leitung von Brigitte Salmen beim Erstkommunions-Gottesdienst, nein, nicht gestreikt, aber ein Zeichen gesetzt. Der sonst immer individuell gekleidete Chor war dieses Mal aus Solidarität zur Aktion Maria 2.0 ganz in weiß aufgetreten. Und beim Einsingen vor dem Gottesdienst demonstrierten die Sängerinnen nach erklärenden Worten ihrer Chorleiterin an die Gemeinde eindrucksvoll, wie es ist, wenn Frauen und Mädchen beim Beginn des Liedes „Eingeladen zum Fest“ nicht mitsingen, sondern dem Publikum ihre zum Teil mit Maria 2.0 Logos geschmückten Rücken zudrehen.

Gronau: Mehr als 50 Menschen – überwiegend Frauen und eine Handvoll  Männer – standen am Samstag vor der Gronauer St.-Antonius-Kirche zum Beten und Singen. „Wir treffen uns draußen – nicht, weil wir unsere Kirchenräume nicht wertschätzen, sondern um deutlich zu machen, dass wir Frauen immer noch ,draußen` sind – etwa, wenn in der Kirche wichtige Entscheidungen gefällt oder Ämter vergeben werden“, bringt Annette Franke, Teamsprecherin der KFD St. Antonius, das Anliegen zu Beginn auf den Punkt.

Havixbeck/Hohenholte: In beiden Orten der katholischen Kirchengemeinde St. Dionysius und St. Georg sind sehr viele Frauen am Start.
Während des Wochenmarktes informierte die Kirchengemeinde viele Einkäufer. Pfarreivorsitzende Maria Lohmann, Petra Schäfers (Hohenholte) und Pastoralreferent Jens König-Upmeyer gingen auf die geforderte Erneuerung in der Katholischen Kirche ein. „Gerade wir Frauen sollten großes Interesse für dieses Anliegen haben und uns solidarisch mit den Frauen zeigen, die die Aktion in Münster ins Leben gerufen haben“, so Lohmann. Das gemeinsame Erscheinungsbild in der Aktionswoche: Draußen bleiben, beten, feiern, diskutieren. Am Samstag und Sonntag fand "Maria 2.0" vor der St.-Georg-Kirche in Hohenholte statt. Am 19. Mai (Sonntag) dann in Havixbeck vor St. Dionysius.

Lengerich: Frauen der katholischen Kirchengemeinde Seliger Niels Stensen (dazu gehören LG, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg) haben am Samstagnachmittag auf dem Kirchplatz in Lengerich einen Gottesdienst gefeiert. Am Donnerstag, 16. Mai, wird zum Gebet in die St.-Margareta-Kirche eingeladen.

Lüdinghausen: In Lüdinghausen bildeten am Samstagabend Frauen eine Menschenkette rund um die Pfarrkirche St. Felizitas.

Münster: Neben der großen Mahnwache auf dem Domplatz gab es bereits am Samstag in der Heilig-Kreuz-Gemeinde, in der die Protestbewegung ihren Ursprung hat, einen Gottesdienst vor den Kirchentüren.

Auftakt zum Kirchenstreik "Maria 2.0" in Heilig-Kreuz-Gemeinde

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  • Lisa Kötter (l.) und Andrea Voß-Frick feierten mit rund 200 Gläubigen vor der Heilig-Kreuz-Kirche einen Gottesdienst.

    Foto: Stefan Werding
  • Während der Feier teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Brot und wünschten sich den Frieden.

    Foto: Stefan Werding
  • Zu Beginn der Feier verteilen die Gläubigen Blumen und Brot auf einem Tisch.

    Foto: Stefan Werding
  • Während der Feier teilten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Brot und wünschten sich den Frieden.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Rund 200 Gläubige kamen am Samstagabend vor die Heilig-Kreuz-Kirche.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Das Medieninteresse war groß: Mehrere Kamerateams und Fotografen kamen ins Kreuzviertel.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Pjer Biederstädt
  • Foto: Stefan Werding, Pjer Biedersädt

Nottuln: In der Pfarrgemeinde St. Martin werden am Samstag (18. Mai) parallel bzw. nach den Firmgottesdiensten Wortgottesdienste vor der Pfarrkirche gehalten und mit kreativen Aktionen auf die Ziele von „Maria 2.0“ aufmerksam gemacht. Zum Gespräch stehen die Organisatorinnen auch am Donnerstag (16. Mai) von 14 bis 18 Uhr auf dem Wochenmarkt bereit, die Seniorenstube der Kolpingsfamilie bleibt an diesem Tag aus Solidarität geschlossen. Im Ortsteil Schapdetten wird ebenfalls am Donnerstag (16. Mai) um 18 Uhr ein Wortgottesfeier gefeiert. Die St. Bonifatiuskirche bleibt leer, der Gottesdienst findet auf dem Rasen hinter der Kirche statt.  

Rheine: Am Samstag und Sonntag hielten Frauen der Kfd Herz-Jesu während der Abend- und der Morgenmesse einen Wortgottesdienst vor den Toren der Kirche ab. Drinnen saßen am Abend 40 Kirchenbesucher, draußen nahmen 70 am Wortgottesdienst teil. Ähnlich war das Verhältnis am Sonntagmorgen in der Kirche St. Marien im Osten von Rheine. „Wir streiken“– mit diesem Banner machten die Frauen der Kfd St. Marien auf ihre Initiative aufmerksam und stellten Forderungen: Kein Amt mehr für diejenigen, die andere geschändet haben, die Überstellung der Täter an weltliche Gerichte, Zugang von Frauen zu allen Ämtern, Aufhebung des Pflichtzölibats, Ausrichtung der kirchlichen Sexualmoral an der Lebenswirklichkeit der Menschen. Als Zeichen ihrer Solidarität mit „Maria 2.0“ unterschrieben die Besucher das auf den Kirchenstufen liegende Transparent mit dem Text: „Maria 2.0. Ein Neuaufbruch in der Kirche. Ich bin dabei“.

 

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