Initiator von #MeTwo
Ali Cans Initiative #We2 soll europäische Identität stärken

Warendorf/Essen -

Der in Warendorf aufgewachsene Sozialaktivist Ali Can schreibt wieder Schlagzeilen. Nachdem sein Hashtag #MeTwo 2018 monatelang die sozialen Netzwerke prägte, folgt jetzt - kurz vor der Europawahl - #We2. 

Montag, 20.05.2019, 20:33 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 21:29 Uhr
Initiator von #MeTwo: Ali Cans Initiative #We2 soll europäische Identität stärken
Ali Can, Initiator des Hashtags #MeTwo will mit #We2 die europäische Identität ins Bewusstsein der Menschen rufen. Foto: Screenshot Twitter

Ali Can hat sich durch sein Engagement einen Namen gemacht und großes Ansehen verschafft. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier oder Außenminister Heiko Maas suchen öfter das Gespräch mit dem 25-Jährigen.

Denn Can, aufgewachsen in Warendorf, schafft es immer wieder, Menschen für wichtige politische und gesellschaftliche Themen zu mobilisieren. Er selbst bezeichnet sich als Sozialaktivist, der jetzt mit dem Hashtag #We2 die europäische Identität ins Bewusstsein der Menschen rücken will.

„Hotline für besorgte Bürger“ und #MeTwo

Bekanntheit erlangte Ali Can durch mehrere große Projekte. Bei der „Hotline für besorgte Bürger“ wollte er Menschen die Angst vor dem Fremden nehmen, sein gleichnamiges Buch wurde zum Bestseller. Zu einer Anti-AfD und Anti-Rassismus Demonstration kurz nach der Bundestagswahl 2017 mobilisierte Ali Can innerhalb kürzester Zeit Tausende Menschen. 12.000 Menschen gingen damals - nach dem Aufruf des derzeit in Essen lebenden Aktivisten - in Berlin auf die Straße.

Die größte Aufmerksamkeit zog Can aber im vergangenen Jahr auf sich. Unter seinem initiierten, an #metoo angelehnten Hashtag # metwo berichteten Zehntausende von ihren alltäglichen Problemen und Erlebnissen mit Rassismus. Ali Can initiierte nicht nur den in Deutschland meist genutzten und viel diskutierten Hashtag, sondern stieß eine gesellschaftliche Debatte an. Genau das, was er wollte - und das will er jetzt auch dieses Mal wieder.

Videobotschaft für Follower

Am Montagabend meldete sich Can via Videobotschaft an seine Freunde, Fans und Follower auf Twitter und Facebook. „Antieuropäische Stimmen wollen unseren Kontinent, so wie wir ihn kennen, verändern“, erklärt der Sozialaktivist und meint weiter: „Der Korruptionsskandal in Österreich mahnt uns, Europa erst recht nicht den Angstmachern zu überlassen.“

Deswegen sei es wichtig, dass jeder versuche, die Zukunft der EU aktiv mitzugestalten. Ali Can meint damit vor allem auch die Europawahl am Sonntag (26. Mai). Aber besonders wolle er den Menschen zeigen, dass jeder zwei Identitäten habe. „Wir sind nicht nur deutsch - sondern auch europäisch“, meint der 25-Jährige. Um das allen bewusst zu machen, ruft Can auf, den Hashtag #we2 zu nutzen und erneut eine gesellschaftliche Debatte anzustoßen. 

Prominente Unterstützung 

Und auch dieses Mal scheint die Idee aufzugehen: Schon wenige Minuten nach der Veröffentlichung der Videobotschaft meldet sich eine Vielzahl prominenter Unterstützer zu Wort. Ex-Kanzlerkandidat und Europa-Abgeordneter Martin Schulz, SPD-Politikerin Andrea Nahles und Bundesaußenminister Heiko Maas twitterten ihre Sichtweise unter #we2 und bedanken sich für Ali Cans Engagement.

Auch die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer und zahlreiche weitere Politiker erklärten unter dem Hashtag, was für sie die europäische Identität bedeute. #We2 schickt sich an, die Twitter-Trends zu erobern - und vielleicht wird Cans neuster Vorstoß ähnlich erfolgreich wie einst #MeTwo. 

Nachrichten-Ticker