Fahrrad-Weltreisende aus Münster
Mit Blaulicht durchs Löwen-Land

Münster -

Die beiden Fahrrad-Weltreisenden Magda Mayerhoffer und Manu Winkler aus Münster wollten vom Oman nach Sri Lanka fliegen. Eigentlich. Stattdessen sind sie lieber nach Afrika abgebogen. Dort erleben sie die vielleicht spannendsten Wochen ihrer Reise - mit höllischem Straßenverkehr, spektakulären Naturschönheiten und Polizei-Schutz gegen gefräßige Löwen...

Montag, 10.06.2019, 17:30 Uhr
Fahrrad-Weltreisende aus Münster: Mit Blaulicht durchs Löwen-Land
Pause am Straßenrand: Die Fahrrad-Weltreisenden Magda Mayerhoffer und Manu Winkler in Namibia. Foto: manuandmagda.com

Der Hahn nervt, er hört nicht auf zu krakeelen. Es ist 7.30 Uhr in der Früh. Magda Mayerhoffer und Manu Winkler haben die Nacht im geschützten Garten einer Polizeistation in „Keine-Ahnung-wo-wir-sind“ verbracht. „Irgendwo in der Pampa Namibias.“

Die beiden Weltreisenden aus Münster sind immer froh über einen sicheren Platz für ihr Zelt und die beiden Fahrräder. Hier, in einem einsamen Nationalpark im Südosten Afrikas, kommt noch erschwerend hinzu,  dass nachts Löwen auf Futtersuche durch die Gegend streifen…

22 Länder, drei Kontinente

14.000 Kilometer ist das Paar seit April 2018 geradelt. Durch 22 Länder und drei Kontinente. „Wir mussten gerade noch mal nachzählen, wie viele Länder es genau waren“, erzählt Magda lachend am Telefon, bevor sich der Hahn wieder lautstark ins Gespräch einmischt und ihr ein leises Stöhnen abringt: „Der macht mich wahnsinnig!“ Hilfreich waren dabei die Aufkleber, die Freund Manu gesammelt und auf den Fahrradrahmen geklebt hat. „Aus jedem Land einen.“

Abenteuer Afrika: Weltumradler Magda Mayerhoffer und Manu Winkler zwischen Zebras und Elefanten

1/11
  • Diese Zebras im Mburu-Nationalpark in Uganda erwiesen sich als friedliche und zahme Zeitgenossen.

    Foto: manuandmagda.com
  • Im April 2018 brachen die beiden Münsteraner Magda Mayerhoffer und Manu Winkler zur Weltumrundung mit dem Fahrrad auf. Inzwischen sind sie in Afrika angekommen. Welche Länder alle dazwischen lagen, haben die beiden auf dem Rahmen von Manus Fahrrad mit kleinen Aufklebern dokumentiert.

    Foto: manuandmagda.com
  • Magda auf einer der typischen roten Lehmstraßen in Ruanda.

    Foto: manuandmagda.com
  • Achtung, Elefanten! In Botswana haben diese Schilder ihre Berechtigung...

    Foto: manuandmagda.com
  • Blick aus dem Fenster des „Tazara Trains“, mit dem die beiden Weltenbummler vom Norden in den Süden Tansanias tuckerten, um den Unbilden der Regenzeit zu entgehen.

    Foto: manuandmagda.com
  • In der Regenzeit stellten sich Magda und Manu, wann immer möglich, bei den Einheimischen in den sehr einfachen Dörfern unter.

    Foto: manuandmagda.com
  • UNESCO-Weltnaturerbe „Victoriafälle“: An der Grenze zwischen Sambia und Simbabwe stürzt sich der Sambesi in eine gigantische Schlucht.

    Foto: manuandmagda.com
  • Schwer bepackt: ein Kokusnussverkäufer in Daressalam (Tansania).

    Foto: manuandmagda.com
  • Mit Buntstiften bringen die beiden Weltreisenden aus Münster Farbe in den Alltag vieler Schulkinder.

    Foto: manuandmagda.com
  • Im Oman, der letzten Station vor der Weiterreise nach Afrika, war dieses Kamel ein täglicher Frühstücksgast.

    Foto: manuandmagda.com
  • Voll bepackt: So sieht Magdas Fahrrad aus, mit dem sie seit April 2018 durch die Welt radelt.

    Foto: manuandmagda.com

Ursprünglich stand Afrika bei den beiden Globetrottern überhaupt nicht auf dem Reiseplan. Aber wer sagt denn, dass eine Weltreise nach Plan verlaufen muss? „Wir müssen nichts beweisen, weder uns noch anderen“, betonen die 28-Jährigen gelassen.

Sonne im Zenit

Im Oman stiegen sie nicht in den Flieger nach Sri Lanka, was sie ursprünglich vorgehabt hatten, sondern entschieden sich für ein ganz anderes Abenteuer: Uganda! Ein Land voller Menschen und Widersprüche, unglaublich wuselig, die Sonne im Zenit, höllischer Verkehr auf den Straßen. „Aber auch mit Abstand das spannendste Land, das wir beradelt haben!“

Wilde Tiere

Und es wurde noch aufregender. Auf der weiteren Tour durch Ruanda, Tansania, Sambia (mit den spektakulären Victoriafällen) und Botswana begegneten Manu und Magda Affen, Giraffen, Elefanten und Zebras. Nachts schlichen Nilpferde um den - bewachten - Zeltplatz, und in einem botswanischen Nationalpark bestand erstmals die Gefahr Löwen zu treffen, weshalb ein Polizist im Streifenwagen und mit Blaulicht die Eskorte bildete.

Von den Einheimischen lernten die beiden Radler, wie „Truck-Surfing“ funktioniert: Wenn es unterwegs bergauf ging, hängten sie sich mit einer Hand an einen Lkw und ließen sich ein Stück mitziehen. In Tansania tuckerte das Paar mit einem Uralt-Zug und weniger als 30 Stundenkilometern im Schnitt von Nord nach Süd, um den Unbilden der Regenzeit zu entgehen.

Sehnsucht nach Europa

Dazwischen wurde geradelt, geradelt, geradelt. „Ich mag das Radfahren wirklich“, sagt Magda, eine studierte Mathematikerin. „Aber wenn man mal 175 Kilometer an einem Tag abreißt, dann darf man es auch mal verfluchen.“ Allerdings ist ein Ende in Sicht - zumindest vorübergehend. Die jungen Münsteraner haben einen Flieger Richtung Kanaren gebucht.

Münsteraner radeln um die Welt

1/22
  • Wer sein Rad liebt, der schiebt – auch solche Momente gehören auf einer Weltreise mit dem Fahrrad dazu.

    Foto: manuandmagda.com
  • Zehn Grenzen haben Magda Mayerhoffer und Manu Winkler schon überquert – hier die nach Serbien.

    Foto: manuandmagda.com
  • Unterwegs suchen die Weltreisenden immer wieder Kontakt zu Schulen, um von ihrem Abenteuer zu berichten und den Kindern die Welt näherzubringen.

    Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Spannende neue Begegnungen.

    Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com
  • Münsteraner radeln um die Welt Foto: manuandmagda.com

„Wir haben ein bisschen Sehnsucht nach Europa“, erzählt Manu, diesmal ohne störendes Kikeriki im Hintergrund. Wie es dort weitergeht, stehe noch in den Sternen.

Sagt ja keiner, dass eine Weltreise immer nach Plan verlaufen muss…

Kopfüber ins Abenteuer

Voller Neugierde haben sich Magda Mayerhoffer und Manu Winkler im April 2018 ins Abenteuer gestürzt: Nur mit zwei Rädern, einem Zelt und einem Mini-Budget von 15 Euro am Tag sind die beiden aufgebrochen, um die Welt zu umrunden. Ihr Plan: mindestens drei Jahre lang unterwegs zu sein. Die bisherige Tour führte die beiden 28-Jährigen über den Balkan und die Türkei nach Asien (Aserbaidschan, Iran, Vereinigte Arabische Emirate und Oman) und anschließend durch sechs afrikanische Länder von Uganda bis Namibia. Unterwegs machte das Paar immer wieder an Schulen halt, um über das Erlebte zu berichten und mit Hilfe von Buntstiften, die private Unterstützer gesponsert haben, Farbe in den Alltag der Schulkinder zu bringen.

www.manuandmagda.com

...
Besuch in der Heimat

Im August sind die „Piggybackriders“ Magda und Manu wegen einer Hochzeit auf Heimatbesuch in Münster und laden zu einem öffentlichen Reisevortrag ein. Der Eintritt ist frei.

Wann? 9. August (Freitag), 19 Uhr

Wo? Fahrrad XXL Hürter, Hammerstraße 420, Münster

https://www.facebook.com/events/878481229164414/

...
Nachrichten-Ticker