Glandorf will zwei Windenergieanlagen bauen
Füchtorfer befürchten optische Bedrängung

Füchtorf -

Es hat lange gedauert, aber am Montagabend konnte Hans-Dieter Albert endlich das abschließende Gutachten zur Artenschutzprüfung I im Ortsausschuss vorstellen.

Mittwoch, 05.06.2019, 12:00 Uhr
Auf Glandorfer Gebiet sollen an der Bever zwei große Windenergieanlagen errichtet werden, die auch Füchtorf tangieren.
Auf Glandorfer Gebiet sollen an der Bever zwei große Windenergieanlagen errichtet werden, die auch Füchtorf tangieren. Foto: Ulrich Lieber

Wirklich Neues kam dabei allerdings nicht heraus, denn die Ergebnisse machen deutlich, dass es keinerlei Auswirkungen auf das Flächennutzungsverfahren haben wird.

Insgesamt hatte Albert vier Windvorrangzonen untersucht, und obwohl es überall Kiebitze und Waldschnepfen gibt, die dort zum Teil auch brüten, seien diese Konflikte problemlos zu lösen. Selbst in der Zone West, in der es einen „Hotspot“ für Kiebitze gibt, wird es für den FNP keine Einschränkungen geben.

Verwundert zeigte sich der Ausschussvorsitzende Franz-Josef Linnemann darüber, über die Planungen im benachbarten Glandorf, doch Bürgermeister Josef Uphoff wies auf einen entscheidenden Unterschied hin. „In Glandorf ist der Flächennutzungsplan längst abgeschlossen. Dort geht es konkret um den Bau von zwei Windkraftanlagen.“ Darum müssten dort jetzt konkret die Konflikte mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSch) besprochen und gelöst werden.

Genau diese Bauanträge sorgen bei einigen betroffenen Füchtorfern für Ärger. Beantragt wurden auf dem Glandorfer Gebiet an der Bever Windenergieanlagen vom Typ Nordex, die eine Gesamthöhe von 238,5 Metern aufweisen. Das Gebiet an der Bever in Sudendorf war und ist auf Grund seiner Lage zwischen Bever und Oedingberger Bach sehr umstritten. Die Bever bildet die Landesgrenze zwischen NRW und Niedersachsen – Füchtorf und Glandorf. So sind Anwohner beider Bundesländer gleichermaßen stark betroffen.

Nimmt man die dreifache Anlagenhöhe als Grundlage, dann befinden sich gleich drei Füchtorfer Wohnhäuser im Waterort innerhalb dieses Radius. Die Abstände zu den WEA liegen zwischen 632 und 716 Metern. Sie fallen somit in das Kriterium der optischen Bedrängung – Entfernung unter der dreifachen Höhe der Anlagen. In den ausgelegten Unterlagen wird ausgeführt, dass Bäume die Sicht auf die Anlagen verdecken und „Gärten teils groß genug sind, sodass ein anderer Platz zur Erholung gefunden werden kann, der sich nicht in Richtung des Windparks befindet.

Die Anwohner fürchten starke Lärmbelästigungen und haben bereits Erkundigungen eingezogen. „Die Nordex N 149 wurden noch nicht im Einsatz endvermessen, so dass die angegebenen Werte nur Theorie sind. Im Antrag steht vermerkt, dass nach Inbetriebnahme eine Lärmimmissionsmessung zu erfolgen hat. Dies scheint äußerst schwierig zu sein, da ein in Glandorf am Liener Landweg in 2016 in Betrieb gegangener Windpark bis heute nicht vermessen wurde, so dass die Anwohner dem Lärm schutzlos ausgeliefert sind“, teilen sie in einem Schreiben mit.

Des Weiteren fürchten die Anwohner gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Infraschall. „Die DSGS e.V. Deutsche Schutz-Gemeinschaft Schall für Tier und Mensch hat im Mai 2019 eine neue Studie veröffentlicht, die vor Erkrankungen durch Vibrationen und Infraschall und Schwindel durch Infraschall warnt.“

Franz-Josef Linnemann ärgerte sich darüber, dass die Füchtorfer Bedenken von Glandorf abgewiesen worden seien und wünschte sich für Stellungnahme zu den Bauanträgen eine deutliche Äußerung seitens der Stadt. „Der Landkreis Osnabrück entscheidet. Wir können nur deutlich Stellung beziehen“, erklärte Josef Uphoff.

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